Anwurf am Sonntag um 16 Uhr

Teamvergleich und Rückblick: MT Melsungen nach Niederlage in Hannover und vor Spiel gegen Magdeburg

MT Melsungens Kai Häfner (rechts) trifft wieder auf SC Magdeburgs Marko Bezjak.
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Treffen am Sonntag wieder aufeinander: Melsungens Kai Häfner (rechts) und Magdeburgs Marko Bezjak.

Nur drei Tage nach der 23:31-Pleite bei der TSV Hannover-Burgdorf wartet auf Handball-Bundesligist MT Melsungen die nächste knifflige Aufgabe: Am Sonntag ist Magdeburg in Kassel.

Kassel – Eigentlich sollte an diesem Wochenende das Final Four im DHB-Pokal in Hamburg nachgeholt werden. Im Nachhinein kann Handball-Bundesligist MT Melsungen fast ein bisschen froh sein, dass es erst Anfang Juni ausgetragen wird. Denn sonst wäre die Mannschaft wohl im Halbfinale an der TSV Hannover-Burgdorf gescheitert. Zumindest lässt der Auftritt im Bundesliga-Spiel am Donnerstagabend diesen Rückschluss zu: Die MT verlor in Hannover deutlich 23:31 (15:17). Allerdings können es die Melsunger schon morgen ab 16 Uhr besser machen, wenn sie in Kassel den SC Magdeburg empfangen.

Wir schauen noch einmal zurück auf die dürftige Vorstellung der Nordhessen in Hannover, blicken aber auch schon voraus – auf das erste echte Schlagerspiel in dieser Saison in der Rothenbach-Halle. Marius Kastening, der Bruder des MT-Nationalspielers und einst als Jungprofi beim SC Magdeburg tätig, nimmt für diese Zeitung einen Vergleich der ambitionierten Klubs vor.

Der Teamvergleich

„Ich erwarte ein spannendes Spiel“, sagt Marius Kastening. Weshalb der Ex-Magdeburger und Bruder des Melsunger Profis Timo Kastening ein enges Duell erwartet, zeigt der Teamvergleich, den er für diese Zeitung gemacht hat:

Tor: „Magdeburgs Jannick Green ist einer der besten Torhüter der Liga. Aber auch die MT-Schlussleute Silvio Heinevetter und Nebojsa Simic können an einem guten Tag ein Spiel entscheiden. Hinter Green fällt Tobias Thulin etwas ab, der Schwede hat sich aber gesteigert.“

Abwehr: „Von den Körpermaßen nehmen sich die Verteidiger der beiden Teams nicht viel. Magdeburg deckt in der 6:0-Formation etwas defensiver als die MT. In den Spielen am Donnerstag wirkten beide Deckungsreihen nicht sattelfest. Allerdings hat Magdeburg zuvor in Kiel nur 24 Gegentore zugelassen. Beide Mannschaften haben je einen Spezialisten in der Abwehr: die MT mit Finn Lemke, der SCM mit Piotr Chrapkowski. Beide strahlen Sicherheit aus. Der Pole ist wichtig für die zweite Welle der Magdeburger. Lemke hat auch die Qualität, um noch mehr den Tempogegenstoß zu unterstützen.“

Der Experte: Marius Kastening

Marius Kastening (27) ist Spielertrainer bei Hannover-Burgwedel. Seine vorherigen Stationen: Schaumburg, Hannover-Burgdorf, SC Magdeburg, Altenholz, Springe, Friesenheim, Ferndorf und Altenhagen-Heepen. Er ist ledig. Der Bruder von Timo Kastening ist Bankkaufmann und lebt auf dem elterlichen Hof in Bad Nenndorf-Riepen.

Angriff: „Melsungen kann nur über sein Kollektiv erfolgreich sein. Sie brauchen nicht nur einen starken Kai Häfner, sondern auch überzeugende Leistungen von Julius Kühn, Domagoj Pavlovic und Lasse Mikkelsen. Bei den Magdeburgern kristallisieren sich immer wieder Spieler heraus, die phasenweise den Unterschied machen können. Mal ist es Omar Ingi Magnusson auf Halbrechts, und dann zeichnen sich aber eben auch mal Marko Bezjak, Michael Damgaard oder Christian O’Sullivan im Rückraum aus.

Vergleicht Melsungen und Magdeburg: Marius Kastening.

Die Magdeburger gehen insgesamt ein sehr hohes Tempo. Speziell O’Sullivan und Gisli Kristjansson setzen in diesem Bereich wichtige Akzente. Wenn der SCM einmal ins Rollen kommt, kann er jedem Gegner sehr weh tun. Und davon erholst du dich dann oft nicht. Auf Seiten der MT versuchen Häfner und Kühn Druck zu machen.“

Trainer: „Magdeburgs Bennet Wiegert war zu meiner Zeit noch Spieler und ein Trainingspartner. Wenn ich heute etwas brauche, dann hat er immer ein offenes Ohr für mich. Er trägt den SC Magdeburg im Herzen, er lebt den Verein und ist im positiven Sinne auch ein bisschen verrückt.

Melsungens Gudmundur Gudmundsson ist in der Handball-Welt schon gut rumgekommen. Seine Erfolge sprechen für sich. Man spürt bei der MT im Moment aber noch nicht so richtig, wo sie unter ihm steht. Das Team muss nach der Niederlage in Hannover nun wieder aufstehen und weiter kämpfen.“

Der Rückblick

Nebojsa Simic war auch am Tag danach noch sauer – auf seine Leistung und die seiner Kollegen. Der Handball-Torwart des Bundesligisten MT Melsungen sprach die Schwächen seiner Mannschaft bei der 23:31-Niederlage in Hannover klar an. „Wir haben bis auf wenige Ausnahmen schlecht gespielt“, sagte der Montenegriner.

Ähnlich deutlich wurde Trainer Gudmundur Gudmundsson: „In der Deckung waren wir viel zu defensiv, die Torhüter haben auch nicht überzeugt. Und so viele technische Fehler darf man sich in der Bundesliga nicht erlauben.“ Zum Knackpunkt wurde eine unfreiwillige Spielunterbrechung. Als MT-Außen Yves Kunkel und Hannover-Burgdorfs starker Torwart Domenico Ebner in einer Aktion hinter der Bande gelandet waren, knickte der Pfeiler ab, an dem das Netz hinter dem Tor befestigt ist.

Liveticker aus der Rothenbach-Halle

Die nächste schwere Hausaufgabe für die MT steht an gegen den SC Magdeburg. Aus der Kasseler Rothenbach-Halle informiert Manuel Kopp am Sonntag ab 16 Uhr im Liveticker.

Erst nach einigen Minuten konnte es weitergehen. „Wir haben danach unsere Linie verloren“, resümierte Gudmundsson. Torhüter und Verteidiger halfen sich nicht – das sah beim Sieg eine Woche zuvor gegen Leipzig noch anders aus. Es drängte sich bisweilen sogar der Eindruck auf, das Team fühle sich in dem Abwehrsystem nicht recht wohl. In der letzten Viertelstunde erzielte die MT noch ganze zwei Tore. Einzig Kai Häfner und Timo Kastening schafften es an diesem Abend, eine passable Vorstellung abzuliefern.

Nebojsa Simic, montenegrinischer Torwart der MT Melsungen.

„Wir haben jetzt keine Zeit, die Köpfe hängen zu lassen“, betont Simic. Er richtete seinen Blick schon gestern wieder nach vorn: „Wir brauchen jetzt vollen Fokus auf Magdeburg. Wir müssen genauso viel Energie aufbringen wie gegen Leipzig.“ Gudmundsson weiß um die Stärke der Gäste: „Sie haben sich in den letzten Spielen sehr gut präsentiert.“ (Björn Mahr)

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