1. Startseite
  2. Sport
  3. MT Melsungen

MT Melsungen nach Pokalerfolg und vor Hessenderby: „Du gehst mit einem Lächeln in die Kabine“

Erstellt:

Von: Björn Mahr

Kommentare

Es darf gejubelt werden: die Melsunger (von links) Manuel Hörr, Ivan Martinovic, Lasse Ohl, Dimitri Ignatow, Agustin Casado, Gleb Kalarash, Kai Häfner und Aidenas Malasinskas.
Es darf gejubelt werden: die Melsunger (von links) Manuel Hörr, Ivan Martinovic, Lasse Ohl, Dimitri Ignatow, Agustin Casado, Gleb Kalarash, Kai Häfner und Aidenas Malasinskas. © Alibek Käsler

Handball-Bundesligist MT Melsungen fiebert nach dem Sieg in Erlangen der Achtelfinal-Auslosung am heutigen Freitag entgegen. Am Sonntag steht dann das Derby gegen die HSG Wetzlar auf dem Programm.

Erlangen – Er begann den Pokalabend mit einem Wurf nebens Tor. „Der erste ist bei mir nie drin“, sagte Dimitri Ignatow breit grinsend. Dass der Rechtsaußen des Handball-Bundesligisten MT Melsungen über seinen persönlichen Fehlstart nach der Schlusssirene schmunzeln konnte, hatte gute Gründe. Zum einen blieb es Ignatows einziger Fehlversuch – er kam auf sechs Treffer. Zum anderen zog er mit seinem Team nach einem hochverdienten 34:30-Sieg beim heimstarken Klassenkameraden HC Erlangen in die nächste Runde ein. „Das war eine gute Teamleistung“, freute sich Ignatow. Jetzt blicken er und seine Kollegen gespannt auf die Auslosung des Achtelfinales heute ab 11 Uhr in Köln (live bei Liqui Moly HBL auf Youtube und Facebook).

„Wir haben über 60 Minuten konstant gut gespielt“, bilanzierte der treffsichere Ivan Martinovic. Kapitän Kai Häfner ergänzte: „Es war ein hartes Spiel mit vielen Emotionen, nicht leicht für uns. Aber wir haben einen super Kampf geliefert, ich bin mega stolz auf die Mannschaft.“ Der Sieg gibt Hoffnung für das bereits am kommenden Sonntag ab 16.05 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle anstehende Hessenderby gegen die HSG Wetzlar. Zumal die Nordhessen die Aufgabe ohne wirkliche Schwächephase meisterten.

In der Defensive leisteten Elvar Örn Jonsson, Gleb Kalarash, Arnar Freyr Arnarsson und ihre Nebenleute ganze Arbeit. „Wir waren hervorragend vorbereitet. Die Abwehr stand 60 Minuten sehr gut“, lobte Melsungens Sportdirektor Michael Allendorf das Team. So ließen sich die Melsunger vor der Abreise noch ein fränkisches Bierchen schmecken. Im Mannschaftsbus gab es dann Pizza und Nudeln.

„Wir haben jetzt drei gute Spiele in Folge gemacht“, stellte Trainer Roberto Garcia Parrondo mit Blick auf die knappen Niederlagen zuvor in der Bundesliga gegen die Topklubs Berlin und Magdeburg fest. „Unser Erfolg in Erlangen war gut fürs Selbstbewusstsein.“

Umso mehr, wenn man bedenkt, dass Domagoj Pavlovic doch noch nicht einsatzfähig war und sich der auch für die Deckung wichtige Kroate David Mandic früh im Bauchmuskelbereich verletzte. Zudem waren die Zeitstrafen nicht gleichmäßig verteilt – die MT war deutlich öfter als der ebenfalls nicht zimperlich zu Werke gehende HCE in Unterzahl.

Diesmal auf Linksaußen: Elvar Örn Jonsson.
Diesmal auf Linksaußen: Elvar Örn Jonsson. © Alibek Käsler

Allerdings hatten die Melsunger auf alle taktischen Mittel der Erlanger die passenden Antworten. So gelang Martinovic unmittelbar vor der Pausensirene noch das wichtige 17:14. „Das hat uns natürlich gepuscht. Danach gehst du erst mal mit einem Lächeln in die Kabine“, erläuterte der Halbrechte. Und er und seine Mitstreiter legten nach dem Wiederbeginn direkt nach. Vorentscheidend bis auf 29:22 setzten sich die Gäste vor 1450 Zuschauern ab.

Dabei spielte der isländische Mittelmann Elvar Örn Jonsson als Mandic-Ersatz auf Linksaußen eine Schlüsselrolle. „Die Position kannte Eli schon aus der Jugend“, bemerkten Parrondo und sein Assistenzcoach Arjan Haenen schmunzelnd. Sollte Mandic auch am Sonntag fehlen, könnte Jonsson wieder auf der linken Außenbahn aushelfen.

„Jetzt müssen wir nachlegen“, erwartet Allendorf eine weitere überzeugende Vorstellung seines Teams. Für Martinovic wird es das erste Hessenderby in seiner Karriere sein. Mit Nachbarschaftsduellen hat er allerdings durchaus Erfahrung – aus seiner Zeit in seiner Geburtsstadt Wien. „Mit den Fivers Margareten hatten wir immer packende Partien gegen Westwien“, sagt der kroatische Nationalspieler. „Das Derbygefühl habe ich noch im Blut.“ (Björn Mahr)

Auch interessant

Kommentare