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MT Melsungen nach Sieg gegen den HSV Hamburg - Nebojsa Simic: „Ich freue mich für unsere Neuen“

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Von: Maximilian Bülau, Björn Mahr

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Hatte einige gute Aktionen: MT-Torwart Nebojsa Simic.
Hatte einige gute Aktionen: MT-Torwart Nebojsa Simic. © Andreas Fischer

Sieg eins ist unter Dach und Fach: Beim 30:27 gegen den HSV Hamburg überzeugte Handball-Bundesligist MT Melsungen über 40 Minuten. Heute geht es für die MT bereits in Lemgo weiter.

Kassel – „Ich freue mich vor allem für unsere Neuen“, sagte MT-Torwart Nebojsa Simic, „jetzt haben sie auch mal gesehen, wie schön es in der Bundesliga sein kann.“ Fünf Tage nach dem bitteren Abend von Mannheim und einer 25:36-Pleite bei den Löwen durften die Handball-Profis der MT Melsungen durch den 30:27 (13:12)-Heimsieg die ersten beiden Punkte in der noch jungen Saison feiern.

Die Gastgeber präsentierten sich vor 2576 Zuschauern von einer anderen Seite als zum Auftakt. „40 Minuten haben wir eine gute Vorstellung abgeliefert“, bilanzierte Trainer Roberto Garcia Parrondo. Nur mit den ersten und den letzten zehn Minuten seines Teams in dieser Partie war er nicht einverstanden.

Tatsächlich ging es aus Sicht der Heimmannschaft schwerfällig los. „Wir haben anfangs kein gutes Tempo gespielt“, erklärte Parrondo. Zudem hatte Kai Häfner bei den Unparteiischen einen schweren Stand: Er bekam einige Aktionen abgepfiffen – nicht immer nachvollziehbar.

Und in der Schlussphase kam der Gast noch einmal auf ein Tor heran. Mehr ließen die Melsunger aber nicht zu. Eine tolle Einzelleistung von Ivan Martinovic zum 29:27, eine Parade von Simic gegen Leif Tissier, ein Gegentoß von Linksaußen David Mandic zum 30:27 – das war es.

Hatte einen schweren Stand: MT-Kapitän Kai Häfner (rechts, hier gegen die Hamburger Jacob Lassen und Azat Valiullin.
Hatte einen schweren Stand: MT-Kapitän Kai Häfner (rechts, hier gegen die Hamburger Jacob Lassen und Azat Valiullin. © ANDREAS FISCHER

„Der Erfolg war wichtig für unser Selbstvertrauen“, stellte der montenegrinische Torwart fest. Zumal die MT im Verlauf der Begegnung zwei beachtliche Leistungen vollbracht hat. Zum einen, dass sie mit einem kleinen Vorsprung in die Pause gehen konnte. Das war nach der Startphase nicht unbedingt zu erwarten. Zum anderen, dass sie den Schwung mit in den zweiten Durchgang genommen hat.

„Wir haben schwer ins Spiel gefunden. Dann wurde es immer besser, wir haben dem Gegner einige Bälle geklaut“, resümierte der neue Rückraumstratege Agustin Casado, „in der zweiten Halbzeit hat es sich sehr gut angefühlt.“ Zwar spricht er noch kein Deutsch und kein Englisch, Schlussmann Simic übernahm aber nach dem Sieg spontan die Rolle des Übersetzers. Der Montenegriner brachte sich als Jugendlicher selbst Spanisch bei – als er sich Serien aus Spanien anschaute.

Bei fast allen erfolgreichen Aktionen hatte der Spanier seine Hände im Spiel. Mal war er Vorbereiter wie beim 22:16 von Kreisläufer Rogerio Moraes, mal traf er spektakulär selbst wie nach dem Kempa-Anspiel von Martinovic (26:20). „Das war sein bestes Spiel überhaupt für uns“, lobte Parrondo seinen Landsmann. „Und er ist noch nicht am Limit seines Leistungsvermögens.“ Auch heute in der schweren Partie beim TBV Lemgo Lippe (20.30 Uhr, Phoenix-Contact-Arena) ruhen die Hoffnungen auf dem spanischen Nationalspieler.

Selbst so ein Ausnahmekönner wie Casado zeigt aber auch menschliche Züge. In der 44. Minute fing Casado erst einen Gegenstoß des HSV ab, vergab aber dann freistehend – sein Aufsetzer strich über den Querbalken. „Darüber habe ich mich selbst riesig geärgert, ich habe zu hart geworfen“, sagte der 26-Jährige. Aus Enttäuschung zog er sich kurz das Trikot übers Gesicht. Dafür parierte Simic kurz darauf sehenswert gegen Dani Baijens.

„Es war ein verrücktes Spiel“, erklärte HSV-Coach Torsten Jansen. „Den Melsungern war die Verunsicherung aus dem Löwen-Spiel noch anzumerken. Dann sind wir aber selbst unsicher geworden.“ Als Knackpunkt erkannte der Weltmeister von 2007 den Beginn von Hälfte zwei. Da kassierte seine Mannschaft vier Gegentore innerhalb von zwei Minuten.

Es war jene Phase, in der es die Melsunger schafften, dass der Funke zum Publikum überspringt. Casado freute sich: „Die Atmosphäre war richtig schön.“ (Björn Mahr und Maximilian Bülau)

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