Morgen ab 18.05 Uhr beim HSV

MT Melsungen nach Sieg gegen die Rhein-Neckar Löwen Sechste - „Julius hat einen super Job gemacht“

Die Mannschaft lässt sich feiern: die MT-Profis (von links) Yves Kunkel, Nebojsa Simic, Andre Gomes, Domagoj Pavlovic, Arnar Freyr Arnarsson, Ben Beekmann, Gleb Kalarash, Julian Fuchs und Kai Häfner vor der Stehplatztribüne.
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Die Mannschaft lässt sich feiern: die MT-Profis (von links) Yves Kunkel, Nebojsa Simic, Andre Gomes, Domagoj Pavlovic, Arnar Freyr Arnarsson, Ben Beekmann, Gleb Kalarash, Julian Fuchs und Kai Häfner vor der Stehplatztribüne.

Es war ein großartiger Handball-Abend: Wir blicken noch mal auf den glücklichen 25:24-Sieg des Bundesligisten MT Melsungen gegen die Rhein-Neckar Löwen zurück.

Kassel – Als sich MT-Torjäger Julius Kühn den Handball schnappte, um den letzten Freiwurf des Bundesliga-Heimspiels auszuführen, stand sein Melsunger Kollege Silvio Heinevetter zum Abklatschen bereits an der Bank der Rhein-Neckar Löwen. Der Torwart hatte offenbar auch nicht mehr ernsthaft damit gerechnet, dass sich am Spielstand von 24:24 noch etwas ändern würde.

Doch Kühn traf über die Mauer hinweg zum 25:24-Endstand – und riss auch all jene, die sich in der dramatischen Schlussphase noch nicht von ihren Plätzen erhoben hatten, von den Sitzen.

Freude pur: Die Melsunger Yves Kunkel (von links) und Gleb Kalarash freuen sich mit Siegtorschütze Julius Kühn.

„Solch ein Tor wirfst du nur ein-, zweimal in einer Karriere“, sagte der umjubelte Melsunger Schütze. Einmal hatte er das Kunststück schon fertiggebracht – im März 2020 beim Heimsieg im Europapokal gegen Silkeborg. „Das war aber direkt vor der Pause“, erklärt der Zwei-Meter-Mann, „nun ist es umso schöner, weil dadurch noch ein Sieg heraussprang.“ Vor dem Nachholspiel am Sonntag ab 18.05 Uhr (Sky) beim HSV Hamburg sind die Nordhessen durch den Erfolg bis auf Platz sechs vorgerückt.

„Es war toll heute. Und Julius hat einen super Job für das Team gemacht“, stellte der Portugiese Andre Gomes glücklich fest. Als eine halbe Minute vor Schluss Timo Kastening vom Siebenmeterpunkt an Nikolas Katsigiannis gescheitert war, drohte die MT noch leer auszugehen. „Da habe ich nicht mehr damit gerechnet, dass wir noch siegen werden“, bekannte Kühn, „die Löwen sind dafür eigentlich zu clever.“

Doch wie schon 48 Stunden zuvor beim bitteren Unentschieden gegen Leipzig hatten die Gäste nichts zu feiern. „Wir stellen uns zu dumm an“, bedauerte Löwen-Trainer Klaus Gärtner. Ausgerechnet der ansonsten glänzend aufgelegte Lukas Nilsson leistete sich den Fehlpass, der zu einem MT-Konter führte. Der vierfache Torschütze Yves Kunkel holte den entscheidenden Freiwurf heraus, den Kühn verwandelte.

Neuer MT-Coach: Roberto Garcia Parrondo.

Es war der Schlusspunkt in einem packenden Spiel, das die MT nicht über die volle Distanz im Griff hatte. „Wir haben immer noch 15 Minuten, in denen wir zu viele Fehler machen“, erklärte Trainer Roberto Garcia Parrondo. Das galt diesmal für Halbzeit eins – obwohl es auch viel Positives gab. Die Szene des ersten Durchgangs: Kastening hechtet nach einem herrlichen Block von Gleb Kalarash am eigenen Kreis dem Abpraller hinterher und bekommt den Ball unweit der Mittellinie vor Löwen-Kreisläufer Jannik Kohlbacher zu fassen.

„Die Schlüssel zum Erfolg waren eine gute Angriffsleistung in der ersten und eine starke Abwehrvorstellung in der zweiten Hälfte“, sagte Spielmacher Elvar Örn Jonsson. Zählt man die Löwen immer noch zu den Top-Klubs, war es für die MT der erste Sieg gegen ein Spitzenteam seit dem 6. Februar 2020. Damals gewannen die Nordhessen bei den Badenern 33:30 – unter Parrondos Vor-Vorgänger Heiko Grimm.

„Ich wusste nicht, dass es so lange her ist. Aber dann ist das schön für uns“, betonte der Spanier, „wir müssen unseren Weg weitergehen und immer fokussiert bleiben. Die Jungs trainieren gut. Allerdings können wir besser spielen, dafür brauchen wir Zeit.“ Schon morgen geht es weiter nach Hamburg. Die MT und der HSV standen sich vor einem Monat bereits einmal gegenüber. Seinerzeit war die Partie in der 23. Minute nach einem medizinischen Notfall auf der Tribüne beim Stand von der 11:8 für die Melsunger abgebrochen worden. Gomes erinnert sich: „Damals sind wir gut gestartet.“ Das zählt nun aber nicht mehr. „Es ist ein neues Spiel“, sagt Parrondo. Auch Kühn warnt: „Wir dürfen jetzt nicht abheben.“ Einmal tat er es am Donnerstag aber doch – nicht freiwillig. Als Marino Maric und Nebojsa Simic den Helden des Abends auf den Schultern zu den Fans trugen. (Björn Mahr und Manuel Kopp)

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