MT in Englischen Wochen

MT hat wenig Zeit zum Genießen: Jetzt kommt Oppeln

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Pure Freude: MT-Torwart Nebojsa Simic.

Terminstress bei der MT Melsungen. Am Donnerstag gewinnt der Handball-Bundesligist bei den Rhein-Neckar Löwen, und bereits am Sonntag geht es im EHF-Cup gegen Oppeln weiter.

Schweißnass, erschöpft, aber mit einem breiten Grinsen verließ Nebojsa Simic das Spielfeld in der Mannheimer SAP-Arena. „Ein geiles Spiel“, sagte der Schlussmann der MT Melsungen am Donnerstagabend kurz und knapp. Soeben hatte der heimische Handball-Bundesligist für eine kleine Überraschung gesorgt und bei den Rhein-Neckar Löwen 33:30 (16:15) gewonnen. Die Floskel muss sein: ein Auftakt nach Maß für die Mannschaft von Heiko Grimm.

Weil die Nordhessen zum Start in die Restrunde direkt in Englischen Wochen stecken, sagte der MT-Trainer: „Wir werden diesen Sieg natürlich genießen. Viel Zeit haben wir dafür aber nicht.“ Bereits am Sonntag beginnt für sein Team die Gruppenphase im EHF-Cup. Der polnische Klub Gwardia Oppeln ist ab 15 Uhr in der Rothenbach-Halle zu Gast. Damit beschäftigte sich in Mannheim aber noch kein Melsunger Profi.

Warum auch? So ein Triumph im Badener Land gelingt schließlich nicht allzu oft. Für Freunde der Statistik sei erwähnt, dass es überhaupt erst der zweite MT-Sieg in der SAP-Arena war. Dass es am Donnerstag exakt 623 Tage nach dem ersten Mal erneut klappte, lag auch an „unserer Mentalität“, erklärte Simic, der in seinem Heimatland Montenegro zum Handballer des Jahres gewählt wurde: „Wir haben einmal mehr gezeigt, dass wir uns gegen Top-Mannschaften super motivieren können.“

Selten in dieser Saison trat die MT so konzentriert auf. Grimm verwendete die Begriffe Glaube und Bereitschaft. Okay, die Rhein-Neckar Löwen erwischten nicht gerade einen Sahnetag, aber das schmälert die Melsunger Leistung keinesfalls. Es war schon beeindruckend, wie unbeeindruckt die Nordhessen weiterspielten, obwohl sie im Laufe der Begegnung zweimal einen komfortablen Vorsprung aus der Hand gaben. Aber anders als mehrmals in der Hinserie verlor die MT nun nicht den Faden.

Auch nicht in der hitzigen Schlussphase, als die Löwen vor 7251 lautstarken Fans drauf und dran waren, den Ausgleich zu erzielen. Grimm hob die 6:0-Abwehr hervor. Nicht zuletzt deshalb, weil Kapitän Finn Lemke und Marino Maric im Mittelblock nach dem Ausfall von Felix Danner nahezu durchspielen mussten. Außerdem hatte Lemke mehrere Trainingseinheiten verpasst, weil er Anfang der Woche zum zweiten Mal Vater geworden war. Eine optimale Vorbereitung sieht wahrlich anders aus.

Und apropos Maric: „Der spielt gerade auf einem ganz hohen Niveau“, lobte der MT-Trainer. Nicht nur wegen dessen Leistung in der Deckung. Offensichtlich hat die EM-Silbermedaille dem kroatischen Kreisläufer einen Schub verliehen. Vor dem gegnerischen Kasten blieb Maric eiskalt und trug mit sieben Toren bei einer Quote von 100 Prozent entscheidend zum Erfolg bei. Der 29-Jährige sprach von einer hervorragenden Mannschaftsarbeit: „Wir haben in der Abwehr super zusammengespielt und gekämpft wie die Schweine.“

So darf es weitergehen für die MT. Wobei Axel Geerken schon mal vorsorglich warnte: „Nach solch einem Highlight wie jetzt gegen die Löwen wird die nächste Partie besonders schwierig – egal, gegen welchen Gegner es geht“, sagte der MT-Vorstand. Gleichwohl sähe er seine Mannschaft als klaren Favoriten gegen das unbekannte Team aus Polen.

Dem widerspricht der Trainer freilich nicht. Grimm habe sich zwar bereits ein Video mit den Handballern aus Oppeln angeschaut, wirklich aussagekräftig sei das Material aber nicht gewesen. Grimm und Geerken sind sich einig, dass es am Sonntag vor allem auf die Einstellung ankommt. Wie es geht, haben die Melsunger Handballer direkt zum Auftakt gezeigt. Jetzt soll im EHF-Cup ein optimaler Start in die Gruppenphase gelingen.

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