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MT Melsungen nach Sieg gegen TVB Stuttgart - „Jetzt wollen wir eine volle Halle“

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Von: Maximilian Bülau, Björn Mahr

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Durchgetankt: Aidenas Malasinskas (Mitte) gegen Patrick Zieker und Fynn-Lucas Nicolaus.
Durchgetankt: Aidenas Malasinskas (Mitte) gegen Patrick Zieker und Fynn-Lucas Nicolaus. © Dieter Schachtschneider

Handball-Bundesligist MT Melsungen bewegt sich nach Sieg gegen den TVB Stuttgart zwischen großer Vorfreude und ein paar Sorgen.

Kassel - Eine beachtliche Siegesserie und neue Sorgenkinder – die Freude des Handball-Bundesligisten MT Melsungen nach dem 33:26-Erfolg gegen den TVB Stuttgart war nicht ungetrübt. So war die Stimmungslage bei der MT nach dem sechsten Sieg in Folge.

Die Sorgenkinder

Über die Schwere der Verletzungen machten die Melsunger Verantwortlichen gestern noch keine Angaben. Es ist aber zu befürchten, dass David Mandic und Arnar Freyr Arnarsson der Mannschaft fehlen werden. Der Kroate Mandic, bei dem ein längerer Ausfall droht, wurde auf Linksaußen durch Youngster Florian Drosten gut vertreten. Für Arnarsson mussten Elvar Örn Jonsson und Abwehrchef Gleb Kalarash auf einige Verschnaufpausen verzichten.

Die Hoffnung

Es gibt auch Lichtblicke. Rogerio Moraes (Sehnenriss im rechten Daumen) hofft nach eigenen Angaben, Mitte Dezember wieder aufzulaufen. Ein paar Tage früher könnte es bei Julius Kühn nach überstandenem Knöchelbruch soweit sein. „Ich will aber nichts überstürzen“, sagt der Halblinke. Wenn er Grünes Licht von der medizinischen Abteilung bekommt, dann möchte er schon in dieser Woche in der MT-Trainingshalle mit Athletikcoach Florian Sölter arbeiten. In den kommenden Partien wird er von der Tribüne aus die Daumen drücken. Er lobt die Kollegen: „Wir stellen eine richtig starke Abwehr und leisten uns nicht mehr so blöde technische Fehler.“

Die Serie

Zum ersten Mal in dieser Spielzeit warfen die Nordhessen in eigener Halle 33 Tore – nur in der Partie beim HC Erlangen (34:34) waren sie in diesen Bereich vorgestoßen. „In der letzten Saison haben wir in den letzten 15 Minuten viele Spiele hergeschenkt. Jetzt werden wir nicht mehr nervös“, freute sich Trainer Roberto Garcia Parrondo. Im Gegenteil: Zuletzt drehten die Nordhessen insbesondere in der zweiten Hälfte mächtig auf. Der Spanier strich insbesondere die Leistungen von Jonsson und Agustin Casado heraus. „Der Rückraum hat seine Sache insgesamt gut gemacht.“ Casado (8) und Andre Gomes (5) trafen am besten. An eine Serie von sechs Siegen kann sich Parrondo in seiner Trainerkarriere nicht erinnern: „Vielleicht gab es so etwas mal bei Vardar Skopje.“

Der Oldie

Aidenas Malasinskas betrat absolutes Neuland, als er im Sommer im Alter von 36 Jahren in die Bundesliga zur MT wechselte. Der litauische Spielmacher musste seit seinem Debüt teilweise Lehrgeld zahlen. Nach dem 33:26 zog der dreifache Torschütze eine Zwischenbilanz. „Ich bin glücklich. Wir sind auf einem guten Weg, die Bundesliga ist aber definitiv die härteste Klasse der Welt“, sagt Malasinskas, der schon Champions-League-Erfahrung vorweisen kann. Die Gründe für den Erfolg sah er in einer starken Abwehr: „Wir haben sie in der zweiten Hälfte dazu gebracht, viele Bälle zu verwerfen.“

Der Stimmungsmacher

Mindestens genauso wichtig wie seine Tore, seine Sprints und seine Abwehrarbeit sind die Emotionen, die Rechtsaußen Dimitri Ignatow im Spiel zeigt. Als Ivan Martinovic in der ersten Hälfte mit einem mutigen Vorstoß einen Siebenmeter herausholte, lief Ignatow sofort hin, half ihm auf und feierte die Aktion seines Kollegen. „Ich versuche, Energie reinzubringen und die anderen zu pushen“, betont der 23-Jährige. Kurz vor Ende klatschte er sich mit allen Mitspielern auf der Ersatzbank ab und grinste mit Nebojsa Simic um die Wette.

Die Auswechselung

Ein weiteres Mal präsentierte sich Simic in Gala-Form. 17 Paraden wurden für den Montenegriner notiert. „Wir spielen ohne Stress. Ich fühle mich sehr gut“, erklärte „Simo“. In der Schlussphase fragte ihn Torwarttrainer Carsten Lichtlein, ob er angesichts der Führung seinen Kasten für Adam Morawski räumen würde. „Ich habe nie ein Problem damit“, stellte Simic klar, „ich will nur, dass wir die Punkte holen.“ Der Pole dankte es mit einer Parade gegen Lukas Süsser (59.).

Die Aussicht

Am Sonntag steigt ein echter Kracher auf dem Messegelände, wenn die SG Flensburg-Handewitt ab 14 Uhr zu Gast ist. Simic äußert einen Wunsch: „Jetzt wollen wir eine volle Halle.“ Der Vorverkauf deutet daraufhin, dass die MT erstmals vor mehr als 4000 Zuschauer spielen wird. (Björn Mahr und Maximilian Bülau)

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