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Super-Simo und ein wilder Ausritt: MT Melsungen nach Sieg in Göppingen nun am Sonntag gegen TVB Stuttgart

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Von: Björn Mahr

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Zurzeit der wohl beste Torwart der Bundesliga: Melsungens Nebojsa Simic, der in Göppingen 21 Paraden zeigte.
Zurzeit der wohl beste Torwart der Bundesliga: Melsungens Nebojsa Simic, der in Göppingen 21 Paraden zeigte. © Alibek Käsler

Ein starker Nebojsa Simic und ein wilder Ausritt - wir blicken nicht nur auf den erfolgreichen Auftritt der MT Melsungen bei Frisch Auf Göppingen, sondern auch auf das Heimspiel der Nordhessen am Sonntag gegen den TVB Stuttgart.

Kassel - Es war die kurioseste Szene des Spiels. In der 21. Minute schickte Torwart Nebojsa Simic mit einem weiten Ball Dimitri Ignatow auf die Reise. Allerdings geriet der Pass des Torwarts der MT Melsungen etwas zu weit – selbst für einen der schnellsten Rechtsaußen der Handball-Bundesliga. Ignatow ging dennoch volles Risiko, fand sich aber dann in Göppingens EWS-Arena außerhalb des Feldes wieder.

„Plötzlich habe ich das Schild vor mir gesehen“, erinnert sich der 23-Jährige. Um mit einer Bande des Bundesliga-Namensgebers nicht zu kollidieren, hob er ab, wie sonst nur vor einem Torwurf. Zwar touchierte er das Hindernis, seinen wilden Ausritt überstand er aber unbeschadet.

Melsunger Rechtsaußen: der junge Dimitri Ignatow.
Melsunger Rechtsaußen: der junge Dimitri Ignatow. © Alibek Käsler

Nach der Begegnung konnte Ignatow über die Szene schmunzeln. Denn die Melsunger gewannen die Partie bei Frisch Auf Göppingen letztlich ungefährdet 29:23 und bestätigten mit dem fünften Pflichtspielsieg in Folge ihre derzeit gute Form. Und es blieb auch der einzige kleine Fehler von „Super-Simo“, der mit 21 teilweise spektakulären Paraden erneut groß aufspielte. „Ich finde keine Worte für Simo. Das war unglaublich“, lobte Melsungens Mittelmann Elva Örn Jonsson den Rückhalt aus Montenegro.

Am Sonntag ab 16.05 Uhr kommt es in der Kasseler Rothenbach-Halle zum Duell der beiden zurzeit besten Torhüter der höchsten Klasse. Denn der Ex-Melsunger Silvio Heinevetter wehrte für seinen neuen Klub TVB Stuttgart bislang 119 Würfe ab – einen weniger als sein Ex-Kollege Simic (120).

Heinevetter schaute sich gemeinsam mit TVB-Coach Michael Schweikardt die Begegnung der MT in Göppingen an. Im ersten Durchgang sahen sie eine Melsunger Mannschaft, die reihenweise Bälle leichtfertig herschenkte und trotz der Glanztaten Simics die meiste Zeit in Rückstand lag.

„Wir hatten die Lösungen, aber zu viele Ballverluste“, bedauerte Ignatow. Trainer Roberto Garcia Parrondo ergänzte: „Die Mannschaft hat sich zu viele technische Fehler geleistet. Sie hat sich nicht wohlgefühlt.“

In der Pause wurden die Schwächen angesprochen. Nach dem Seitenwechsel übernahm die MT sofort das Kommando – gestützt auf eine fantastische Defensive. Gleb Kalarash, Arnar Freyr Arnarsson, David Mandic, Jonsson und ihre Mitstreiter hielten den Kontrahenten weit vom Freiwurfraum entfernt. „Sie haben Simo geholfen, viele Bälle zu parieren“, erklärte Parrondo. Über 16:15 zog die MT vorentscheidend bis auf 23:17 davon. Den Göppingern fiel nichts mehr ein. Und im Angriff machten Kai Häfner, Agustin Casado, Andre Gomes und Co. vieles besser als noch in der ersten Halbzeit. „Die Mannschaft hat sich nicht aufgegeben und immer weiter gekämpft“, betonte der spanische Coach. Nach Spielende tanzten die Nordhessen ausgelassen auf dem Parkett und skandierten „Sieg, Sieg, Sieg“.

Blickt man nur auf die letzten vier Erstligaspieltage, sind die Melsunger das erfolgreichste Team in der Bundesliga. Einzig die SG Flensburg-Handewitt, die am 20. November in der Rothenbach-Halle zu Gast sein wird, legt zurzeit eine vergleichbare Siegesserie hin.

Die MT hofft, dass sie gegen Stuttgart die nächsten Punkte einfahren kann. „Wir müssen aber das gleiche Niveau erreichen wie zuletzt“, verdeutlicht Parrondo. Unter dem neuen Trainer Schweikardt erzielten die Stuttgarter beachtliche Resultate. „Wir werden eine bessere Leistung brauchen als in der ersten Hälfte in Göppingen“, sagt Jonsson.

Allerdings wissen die Nordhessen nach den jüngsten Auftritten auch, dass sie Pausenrückstände gut wegstecken können. Schon beim 28:22-Erfolg gegen den VfL Gummersbach war die MT im zweiten Abschnitt klar tonangebend. „Wir wissen, dass noch nichts verloren ist, wenn solche Situationen kommen“, stellt Ignatow klar. Selbst ein wilder Ausritt wie in Göppingen bringt die MT zurzeit nicht vom Konzept ab. (Björn Mahr)

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