Bundesliga

Die wiedergewonnene Freude: MT Melsungen nach Sieg in Hannover nun im Handball-Pokal in Bietigheim

Dank an die mitgereisten Fans: MT-Torhüter Nebojsa Simic, linkes Bild, sowie die Kollegen Silvio Heinevetter (im rechten Bild von links), Arnar Freyr Arnarsson, Alexander Petersson, Elvar Örn Jonsson und Timo Kastening.
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Dank an die mitgereisten Fans (I): MT-Torhüter Nebojsa Simic.

Nach dem Punktspiel in Hannover ist vor dem Zweitrunden-Auftritt im Pokal bei der SG BBM Bietigheim - wir blicken auf die Situation beim Handball-Bundesligisten MT Melsungen.

Hannover – Eine Szene reichte aus, um die wiedergewonnene Freude im Handball-Team der MT Melsungen zu dokumentieren. Als Torwart Silvio Heinevetter mit der Erfahrung von mehr als 15 Bundesliga-Jahren in der 57. Minute den Siebenmeter von Hannover-Burgdorfs Ivan Martinovic pariert hatte, lächelte er wie ein Jung-Gastronom, dem zur Eröffnung seines Lokals die Gäste förmlich die Bude einrennen.

Dazu genoss der 36-Jährige die „Heine, Heine“-Sprechchöre aus dem Oberrang, wo mehr als zwei Dutzend Melsunger Anhänger die Mannschaft des neuen Trainers Roberto Garcia Parrondo unentwegt nach vorn trieben. Zur lautstarken Anfeuerung bewegte der Schlussmann im Takt seine Arme wie ein Dirigent.

„Die beiden Punkte waren sehr wichtig für die Atmosphäre im Team“, erklärte Parrondo nach dem 25:23 in der ZAG-Arena von Hannover. Der Spanier sagte aber auch: „Es hätte sich allerdings bei einer Niederlage nichts daran geändert, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben.“ Mit einem Erfolgserlebnis im Rücken treten die Nordhessen nun morgen ab 19 Uhr (sportdeutschland.tv) in der zweiten Pokalrunde bei der SG BBM Bietigheim an.

„Wir haben den nächsten Schritt gemacht. Ich hoffe, dass wir diesen Weg nun weitergehen werden“, stellte Nebojsa Simic fest. Der Tormann brachte die gegnerischen Schützen in der ersten Hälfte teilweise zur Verzweiflung, ehe er in der Schlussphase für Heinevetter seinen Kasten räumte. Genauso wie „Heine“ suchte er immer wieder den Blickkontakt zu den mitgereisten Fans hoch oben unter dem Dach. „Mir macht es so viel mehr Spaß, vor Zuschauern zu spielen“, betonte der extrovertierte Montenegriner.

Dank an die mitgereisten Fans (II): Silvio Heinevetter (von links), Arnar Freyr Arnarsson, Alexander Petersson, Elvar Örn Jonsson und Timo Kastening

Neben der aggressiven 6:0-Deckung überzeugte bei der MT auch wieder ein Rückraum mit drei Rechtshändern. Mal agierten Julius Kühn und Andre Gomes an den Seiten von Elvar Örn Jonsson, mal wurden sie von Domagoj Pavlovic gut eingesetzt. Es spricht für Parrondo, dass er in der kurzen Zeit ein System entwickelt hat, bei dem Kai Häfner und Alexander Petersson die nötige Entlastung bekommen können.

„Wir haben es gut gemacht“, bilanzierte der Portugiese Gomes, für den es der erste Erfolg im MT-Trikot überhaupt war, zufrieden. Aufgrund seiner großartigen Dynamik gelang es ihm von der ungewohnten halbrechten Position, Hannovers Hintermannschaft vor Probleme zu stellen. TSV-Verteidiger Bastian Roscheck konnte den schnellen Portugiesen nur mit Fouls stoppen. So überzeugte Gomes nicht nur als Torschütze, sondern provozierte auch durch seinen starken Antritt einige Hinausstellungen für die Gastgeber.

„Ich fühle mich gut, ich bin jetzt wieder bei 100 Prozent“, betont der 23-Jährige, der wegen einer Fußverletzung erst weite Teile der Vorbereitung und dann den Start in die Saison verpasst hatte. Parrondo hatte ihn in Hannover auch auf Halblinks beginnen lassen – dort ist Kühn eigentlich seit Jahren gesetzt.

„Es war ein schwieriges Spiel“, resümierte Kapitän Häfner, „wir sind glücklich über den Sieg, aber es gibt noch einige Punkte zu verbessern.“ Eine Aufgabe gegen einen Zweitligisten im Pokal könnte da durchaus die Möglichkeit bieten, die Abläufe zu verfeinern. Die MT reist trotz des Trainerwechsels als klarer Favorit nach Bietigheim. „Es bedeutet gar nichts, dass du gegen einen Klub aus der zweiten Liga spielst. Auch da gibt es enge Spiele“, warnt Gomes. Was nichts daran ändert, dass bei ihm und seinen Kollegen die Freude zurückgekehrt ist. (Björn Mahr)

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