Handball-Bundesligist bleibt demütig

MT Melsungen findet auf fast alles eine Antwort

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Starker Auftritt: Melsungens Domagoj Pavlovic.

Auch eine kleine Siegesserie lässt die Handballer des Bundesligisten MT Melsungen nicht in Euphorie verfallen. „Wir haben ein bisschen Freude am Erfolg“, sagte Trainer Heiko Grimm mit einem eher schmalen Grinsen nach dem 31:25 in eigener Halle gegen den Tabellenführer TSV Hannover-Burgdorf.

Wahrscheinlich wären seine Spieler nach dem Siegesjubel direkt zum Autogrammeschreiben übergegangen, wenn sie nicht von Manuel Dietrich und Markus Martin vom Fanclub MT-Trommler noch um eine Zugabe gebeten worden wären. Dann wurde seit längerer Zeit mal wieder gemeinsam vor der Stehplatztribüne die Humba angestimmt.

„Es war eine nahezu perfekte Woche“, bilanzierte Domagoj Pavlovic. Der kroatische Spielmacher tat dann aber etwas, was mittlerweile zum Erfolgsrezept der Melsunger gehört: Er blickte schon respektvoll auf die kommende Aufgabe. „Die Partie in Wetzlar wird sehr wichtig für uns.“ Am Sonntag steigt ab 16 Uhr das Derby in der Rittal-Arena.

Dorthin reisen die Melsunger als Tabellenvierter – und mit einem guten Gefühl. „Zu Hause sind wir momentan richtig stark“, stellte der erneut überzeugende Torwart Nebojsa Simic fest. Die Kasseler Rothenbach-Halle war zum zweiten Mal in Folge mit 4300 Zuschauern ausverkauft – das Interesse wächst. „Der Impuls muss vom Team ausgehen. Zurzeit gelingt das der Mannschaft gut“, lobte Manager Axel Geerken.

Im vierten Punktspiel in Folge erzielte die MT exakt 31 Treffer. Im Pokal in Leipzig waren es vor einer Woche immerhin 30 Tore. Ein Beleg dafür, dass das Offensivspiel in diesen Wochen durchaus hohen Ansprüchen genügt. „Wir finden auf fast alle Deckungsvarianten der Gegner eine Antwort, wir haben immer eine Option mehr“, erklärte Kreisläufer Marino Maric. So konnte auch Hannovers gefürchtete offensive Abwehr die Melsunger nicht aus der Ruhe bringen. Als Julius Kühn im linken Rückraum immer weniger zum Zuge kam, musste die Besetzung mit drei dynamischen Angreifern in der Aufbaureihe ran: Neben Pavlovic gehörten noch Lasse Mikkelsen und Kai Häfner dazu. Nur so viel: Das Trio nutzte seine Freiheiten.

Insbesondere „Domba“ Pavlovic bekam von den Kollegen viel Anerkennung. Zu Beginn der Spielzeit fand er kaum Berücksichtigung. Jetzt wird er immer besser. „Mit Lasse und Domba funktioniert unser Spiel auch gut“, betonte Maric. Zumal er am Kreis davon profitiert und etliche Bälle bekommt.

Einziger Kritikpunkt am Melsunger Spiel: Die Deckung zeigte sich im ersten Durchgang etwas verhalten. Vor allen Hannovers Nejc Cehte hatte im rechten Rückraum leichtes Spiel. „Er konnte regelmäßig von sieben Metern werfen“, sagte Youngster Dimitri Ignatow, „nach der Pause haben wir aber unsere Abwehr stabilisiert.“ Das war ein Baustein für den Sieg – aber noch lange kein Grund, euphorisch zu werden.

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