Der dänische Spielmacher im Porträt

MT-Neuzugang Lasse Mikkelsen hat gern einen Plan

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Übung mit der Blackroll: Lasse Mikkelsen während des MT-Trainingslages in Fleesensee. 

Kassel. Der neue Spielmacher von der MT Melsungen heißt Lasse Mikkelsen. Der Däne hat in 30 Tagen Deutsch gelernt. Über seine Spielweise sagt er: "Ich habe gern einen Plan."

Beim Sommerfest der MT Melsungen im Kloster Haydau hatte Lasse Mikkelsen die Lacher auf seiner Seite. Er sei nun der Nachbar von Felix Danner, berichtete der dänische Neuzugang des heimischen Handball-Bundesligisten den mehr als 300 Gästen. Und fügte dann augenzwinkernd hinzu: „Damit muss ich wohl leben.“ Spitzbübisch und fast schon unschuldig ergänzte der 29-Jährige: „Sagt man das so?“ Applaus. Gelächter.

Natürlich hat der neue MT-Spielmacher nichts gegen den etablierten Kreisläufer. Vielmehr verdeutlicht diese kleine Episode, dass der schlaksige Däne erstens einen feinen Sinn für Humor besitzt und zweitens über ein gewisses Sprachgefühl verfügt. Und das ist erstaunlich. Denn bis dahin hatte Mikkelsen erst 30 Stunden Deutsch gelernt, und zwar in einer Melsunger Sprachschule. „Ich spiele in Deutschland und bin Spielmacher - da ist Kommunikation besonders wichtig“, erklärt der 1,97 Meter große Rechtshänder seinen Fleiß.

Den Wechsel in die Bundesliga bezeichnet er als großen Schritt, aber auch als große Chance. „Ich habe meiner Frau gesagt: Wenn das richtige Angebot kommt, muss ich das machen“, sagt Mikkelsen. Und natürlich ist Ehefrau Carina samt der Söhne Benjamin und Oliver mit in das Haus neben den Danners gezogen - dort hat vorher Mikkelsens Landsmann René Villadsen gewohnt. Praktischerweise hat er auch gleich das Auto des ehemaligen MT-Keepers übernommen.

„Ohne die Familie hätte ich den Schritt nicht gemacht“, sagt Mikkelsen. Familie stünde an erster Stelle, am wichtigsten sei es, dass sich Carina und die Jungs wohlfühlen. Weil die Söhne in diesem Herbst erst drei Jahre beziehungsweise ein Jahr alt werden, können sich die jungen Eltern über Langeweile nicht beklagen. „Es ist viel zu tun. Schlaf ist gerade Luxus“, sagt der Handballer. Trotzdem gibt ihm die Familie den nötigen Rückhalt. Und dass er in Felix Danner ein bekanntes Gesicht gleich nebenan hat, helfe ihm zudem, sich schnell in Melsungen einzuleben.

Dabei hat sein Umzug nach Nordhessen eine längere Vorgeschichte. Bereits seit dem Viertelfinal-Aus im EHF-Cup gegen den dänischen Klub Skjern Handbold im März 2015 hatten die MT-Verantwortlichen den Blondschopf auf dem Schirm - und beobachteten ihn. Das spätere Angebot habe sich richtig angefühlt, sagt Mikkelsen rückblickend. Zudem sprach er mit Thomas Klitgaard, Teamkollege in Skjern und ehemaliger MT-Spieler, und der habe nur gesagt: „Du musst Ja sagen.“ So war die Angelegenheit für den Spielmacher nach nur drei Tagen Bedenkzeit entschieden.

Und jetzt freut er sich auf die Herausforderung Bundesliga. Mikkelsen dirigiert nicht nur, er kann auch Abwehr spielen. „Ich mag es schnell, ich mag die Dynamik und ich mag es, eine Strategie und einen Plan zu haben“, sagt er über seine Spielweise. Wenn er nur ansatzweise so schnell einschlägt, wie er Deutsch gelernt hat, dann dürfen sich die MT-Fans richtig freuen auf den schlaksigen Dänen.

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