Niederlage im EHF-Cup

31:35 - MT gibt Spiel in Silkeborg aus der Hand

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MT in Silkeborg: Julius Kühn

Die MT Melsungen gibt das Spiel in Silkeborg aus der Hand und verliert gegen die dänische Mannschaft. Für die Nordhessen war es die dritte Pflichtspielniederlage in Folge.

Das Viertelfinale im EHF-Cup ist für die Handballer der MT Melsungen in weite Ferne gerückt. Beim dänischen Vertreter Bjerringbro-Silkeborg verlor der Bundesligist trotz überzeugender erster Halbzeit und eines starken Julius Kühn noch klar mit 31:35 (19:16). Für die Nordhessen war es die dritte Pflichtspielniederlage in Folge.

Unter den Augen seines ehemaligen Melsunger Torwartkollegen René Villadsen, der in Aarhus lebt und spielt, erhielt Johan Sjöstrand den Vorzug vor Nebojsa Simic. Für den Schweden konnte es keine Partie wie jeder andere sein – er wechselt im Sommer nach Silkeborg. Bei der Teamvorstellung bekam er fast genauso viel Beifall wie Melsungens dänischer Spielmacher Lasse Mikkelsen, der allerdings auch in seiner Heimat von vielen Freunden und seiner Familie in der Jysk-Arena angefeuert wurde.

Die Gäste präsentierten sich vom Anwurf weg erstaunlich abgezockt. Ein gewaltiger Unterschied zur Leistung zuletzt in Lissabon, wo in den ersten 50 Minuten wenig gepasst hatte – von der Heimpleite zuvor in der Bundesliga gegen Stuttgart ganz zu schweigen. Es gelang den Nordhessen, die offensive Abwehr der Hausherren in schöner Regelmäßigkeit auseinander zu reißen. Den Platz nutzten Yves Kunkel und Dimitri Ignatow auf den Außen sowie Marino Maric am Kreis. Zudem warteten Mikkelsen, Kai Häfner und Julius Kühn geduldig auf ihre Möglichkeiten.

Da auch Sjöstrand einige Bälle spektakulär parierte, setzte sich das Team des Melsunger Trainers Heiko Grimm immer weiter ab. Häfner (2) und Ignatow stellten auf 15:11 (21.), Kühn und der eingewechselte Timm Schneider erhöhten auf 17:12. Um es mal ganz deutlich zusagen: Die Hintermannschaft des Gastgebers bekam den Angriff der MT in der ersten Hälfte nicht unter Kontrolle. Silkeborgs Fans, die gerade erst zwei Heimniederlagen ihrer Mannschaft erleben mussten, hatten bis dahin wenig Freude an der Vorstellung des Teams.

Die Hoffnungen der Dänen ruhten nach 30 Minuten auf Nikolaj Markussen, den 2,11-m-Hünen. Anfangs hatte er noch nicht so viel Zutrauen in die eigenen Qualitäten, gegen Ende des ersten Durchgangs traf er mehrfach aus dem Rückraum.

Deshalb galt es aus MT-Sicht, im zweiten Abschnitt noch etwas mehr Aggressivität in die eigenen Defensivaktionen zu legen – und im Angriff nicht hektisch zu werden. Doch der Start in die zweite Hälfte war enttäuschend. Ehe sich die Gastgeber versahen, lagen sie 20:21 zurück (40.) – der erste Rückstand der Melsunger an diesem Abend. Kurz darauf stand es sogar 20:23 (41.). Jetzt war das Publikum da.

Dabei hatte die MT den Kontrahenten selbst ins Spiel zurückgeholt – mit einer fahrigen Spielweise und zu vielen Löchern in der Deckung. „Wir haben keinen Zugriff in der Abwehr bekommen“, bedauerte Kühn, der für die fehlenden Felix Danner und Finn Lemke im Mittelblock aushalf. Grimm versuchte, mit zwei Auszeiten entgegenzusteuern. Aber seine Mannschaft leistete sich zu viele Ballverluste – die Folge: Sie geriet mit 24:29 ins Hintertreffen. Es roch stark nach Vorentscheidung.

Zumindest hielt die MT, bei der nun Kühn wichtige Akzente setzte, den Abstand einigermaßen in Grenzen. Und die Tordifferenz könnte noch wichtig werden. Dazu dürfen sich die Nordhessen aber nun keine weiteren Niederlagen mehr erlauben.

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