Heimsieg gegen Erlangen

Karamba, Karacho und ein Whisky: MT Melsungen präsentiert sich weiter verbessert

Die MT-Melsungen-Innenblocker Felix Danner und Finn Lemke (von links, gegen Nico Büdel und Sebastian Firnhaber).
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Gefeiert: die MT-Innenblocker Felix Danner und Finn Lemke (hinten von links, gegen Nico Büdel und Sebastian Firnhaber).

Handball-Bundesligist MT Melsungen hat sich nach wechselhaften Leistungen stabilisiert. Wir blicken auf den Sieg gegen den HC Erlangen zurück.

Kassel – Der Ball war nicht ohne Risiko gespielt. Aber Nebojsa Simic hatte bis zur 36. Minute schon so viele gute Aktionen, dass er sich auch einen Pass über das gesamte Feld zutraute. Und der Torwart des Handball-Bundesligisten MT Melsungen wurde im Heimspiel gegen den HC Erlangen für seinen Mut belohnt: Rechtsaußen Timo Kastening verwertete das punktgenaue Zuspiel mit einem herrlichen Trickwurf zum 21:18.

Es war eine dieser Szenen, in der die Nordhessen mal wieder ihr großes Potenzial unter Beweis stellten. Im Fall der MT passt ein Vergleich zum Automobilrennsport: Die Melsunger brachten die PS diesmal auf die Straße. Das galt beim 31:29-Heimerfolg gege den HCE für Abwehr und Angriff gleichermaßen.

Das Lob: „Ich muss die ganze Mannschaft loben“, sagte Trainer Gudmundur Gudmundsson, „es war eine wirklich gute Teamleistung.“ Dem Isländer blieb allerdings nichts anderes übrig, den einen oder anderen Spieler hervorzuheben.

Kastening bescheingte er mit elf Treffern bei 13 Versuchen einen „Sahne-Tag“. Simics Leistung bezeichnete er als „sehr gut“. Und auch die Innenblocker hob er hervor: „Mir hat der Kampfgeist gefallen. Wir haben hervorragend in der Abwehr gestanden.“ Dazu zählte er neben Finn Lemke und Felix Danner auch die jeweiligen Halben. „Ich bin glücklich. Ich hatte eine starke Abwehr vor mir“, freute sich Simic über die überzeugende Zusammenarbeit mit seinen Vorderleuten.

Glückwünsche vom Trainer: Gudmundur Gudmundsson gratuliert MT-Torwart Nebojsa Simic (links).

Der Ausfall: Danner war früh gefordert, nachdem sich Arnar Freyr Arnarsson bei einem Konter am rechten Knöchel verletzte. Nach einer eingehenden Untersuchung am Freitag stand fest, dass er sich einen Bänderriss zuzog – drei bis fünf Wochen Pause. Damit kann er Gudmundsson und das isländische Nationalteam nicht in der kommenden Woche in der EM-Qualifikation gegen Israel unterstützen.

Somit fehlen nun lediglich Julius Kühn, Kai Häfner, Timo Kastening, Silvio Heinevetter, Domagoj Pavlovic, Marino Maric (alle Olympia-Ausscheidung) sowie Simic (EM-Quali) im Melsunger Training, für das Gudmundssons Assistenten Arjan Haenen und Florian Sölter verantwortlich sein werden.

Das 1000. Tor: Es war nur eine Frage der Zeit, bis Julius Kühn seinen 1000. Treffer in der Bundesliga erzielen würde. Und deshalb hatte sein Vater Frank schon vorgesorgt und seinem Sohn ein paar Tage zuvor eine Flasche eines guten Whiskys zugeschickt. Ein Geschenk für die Zeit, wenn der Spielbetrieb mal ruht. Sein eigenes besonderes Erfolgserlebnis spielte für Kühn nur eine untergeordnete Rolle. Der Melsunger Angreifer sagte: „Ich habe mich in erster Linie über unseren Sieg gefreut.“ Zu seiner Situation hätte der legendäre Titel eines Heino-Lieds gepasst: Karamba, Karacho, ein Whisky.

Das Zwischenfazit: Erst zum zweiten Mal in dieser Serie absolvierte die MT nun sechs Spiele ohne Zwangspause. Zu Beginn dieser Saison gab es vier Siege, ein Unentschieden sowie eine Niederlage. Die Ausbeute nun in den ersten Spielen dieses Kalenderjahrs war nicht wirklich zufriedenstellend: dreimal gewonnen, dreimal verloren. „Unsere Leistungen waren wechselhaft“, erklärte Gudmundsson selbstkritisch. Zumal darunter zwei Heimniederlagen waren.

„Es war viel mehr für uns drin. Und wir wissen, dass wir mehr bringen müssen“, betont Kühn. Zumindest präsentierte sich die Mannschaft bei der 24:27-Niederlage gegen Magdeburg und beim Erfolg gegen Erlangen stabil.

Im März bestreiten die Nordhessen noch vier Spiele. Auf den Auftritt in Nordhorn am 17. März folgen zwei Heimspiele gegen Flensburg-Handewitt (20.3.) und Balingen-Weilstetten (25.3.), ehe es am 28. März noch nach Ludwigshafen geht. (Björn Mahr)

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