Manuel Hörr trifft beim Debüt

MT Melsungen: Premierentor krönt Pokalabend gegen den Bergischen HC

Jubel über den Premierentreffer: Der Melsunger Manuel Hörr (links) klatscht mit Ben Beekmann bei seinem Profi-Debüt gegen den Bergischen HC ab.
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Jubel über den Premierentreffer: Der Melsunger Manuel Hörr (links) klatscht mit Ben Beekmann bei seinem Profi-Debüt gegen den Bergischen HC ab.

Direkt nach dem Abpfiff ging Melsungens Alexander Petersson zu Manuel Hörr. Der älteste MT-Spieler lächelte, klatschte sich mit dem 17-Jährigen ab und nahm ihn in den Arm. Auch seine Teamkollegen freuten sich mit Hörr, dem bei seinem ersten Auftritt bei den Profis gleich ein Tor gelang.

Es war die Krönung des souveränen Melsunger 28:22 (16:12)-Achtelfinalsieges im DHB-Pokal gegen den Bergischen HC. Nun fehlt noch ein Sieg bis zum Final Four in Hamburg. Bereits am Sonntag geht es für die Nordhessen aber erst einmal mit dem nächsten Heimspiel in der Handball-Bundesliga weiter, ab 16 Uhr ist dann der HC Erlangen zu Gast in der Rothenbach-Halle.

Das Premierentor

In der 58. Minute des Achtelfinals war es soweit: MT-Trainer Roberto Garcia Parrondo wechselte mit Hörr und Ben Beekmann zwei junge Spieler ein. Der 17-Jährige stand zum ersten Mal überhaupt im Profikader – und durfte die letzten zweieinhalb Minuten im linken Rückraum ran. „Ich hatte mir vorher keine großen Hoffnungen gemacht, zu spielen. Als der Trainer aber sagte, er wechselt mich gleich ein, ging der Puls nach oben“, sagt Hörr. In der 59. Minute hatte er seinen großen Auftritt: Nach einem Pass von Kai Häfner machte er zwei schnelle Schritte und zog dann ansatzlos aus neun Metern Torentfernung ab. Der Ball schlug im rechten Eck zum 28:22 ein. BHC-Torhüter Tomas Mrkva war überrascht und chancenlos. „Da konnte ich nur noch grinsen. Es ist traumhaft gelaufen“, sagt Hörr.

„Wir haben vorher auf der Bank zu ihm gesagt, dass er ruhig werfen soll. Das hat er supergemacht. Es war ein sehr schönes Tor“, lobte Kapitän Häfner. MT-Trainer Parrondo sagte: „Er kam kurzfristig zu uns ins Training dazu, da wir derzeit ein paar Ausfälle haben. Die Partie war gut dafür, junge Spieler zu bringen. Wenn sie spielen, sollen sie selbstbewusst auftreten. Das macht mich glücklich. Und auch die Leute mögen das.“ Womit der Coach recht hatte, nach Hörrs Tor wurde es in der Rothenbach-Halle richtig laut.

Der souveräne Auftritt

Dass Parrondo die Möglichkeit dazu hatte, die beiden Youngster einzuwechseln, lag am Spielverlauf. Spätestens bei der 27:21-Führung in der 57. Minute war die Partie entschieden. „Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben früh deutlich geführt“, sagte Linksaußen Yves Kunkel. „Wir haben sehr gut in der Abwehr gestanden und Silvio hat gut gehalten“, meinte Julius Kühn und fügte hinzu: „Wir wollten uns hinten gut bewegen und Fehler des BHC erzwingen. Das haben wir auch geschafft.“ Parrondo sah das ähnlich: „Wir haben von der ersten Minute eine hohe Intensität gezeigt und gekämpft.“ In der stärksten Phase von Torhüter Silvio Heinevetter blieben die Bergischen Löwen neun Minuten lang ohne Tor, die MT zog auf 11:5 (18.) davon.

In der 43. Minute waren die Gäste zwar auf einmal auf 17:19 dran, aber die MT ließ sich nicht beirren. „Wir sind konzentriert geblieben“, sagt Kunkel. Der starke Rückraum um Kühn, Häfner und Elvar Örn Jonsson sorgte schnell wieder für den beruhigenden Vorsprung.

Der Doppelschlag

In der 26. Minute stand Kunkel im Fokus. Erst sorgte er von Linksaußen mit einem sehenswerten Heber für das 14:10. Sekunden später wurde es kurios: Beim Wurf des Löwen David Schmidt knallte der Ball an die Latte und flog dann Richtung Mittellinie. Schmidt und Csaba Szücs hatten den Abpraller eigentlich sicher. Aber Kunkel spurtete dazwischen und traf im Gegenstoß. „Da war ich zur richtigen Zeit, am richtigen Ort“, sagte Kunkel schmunzelnd.

Der Ausblick

Heute schauen die MT-Fans nach Köln, dort findet ab 11 Uhr die Viertelfinal-Auslosung statt. Am Sonntag sind dann die Erlanger zu Gast, die mit dem 31:19-Sieg gegen Wetzlar ebenfalls ein Ausrufezeichen im Pokal gesetzt haben. „Da kommt ein harter Brocken auf uns zu“, sagt Kunkel. (Manuel Kopp und Björn Mahr)

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