Anwurf am Donnerstag um 19.05 Uhr

Wiedersehen einmal so, einmal so: MT-Melsungen-Profis Elvar Örn Jonsson und Finn Lemke vor Magdeburg-Spiel

Privat gut befreundet, auf dem Handball-Feld Kontrahenten: Elvar Örn Jonsson (rechts) trifft wie hier 2020 nun mal wieder auf Omar Ingi Magnusson, diesmal nicht in Dänemark, sondern in Deutschland.
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Privat gut befreundet, auf dem Handball-Feld Kontrahenten: Elvar Örn Jonsson (rechts) trifft wie hier 2020 nun mal wieder auf Omar Ingi Magnusson, diesmal nicht in Dänemark, sondern in Deutschland.

Das Spiel der Handball-Bundesliga zwischen dem MT Melsungen und dem SC Magdeburg steht vor allem im Zeichen des Debüts vom neuen Trainer Roberto Garcia Parrondo - aber nicht nur.

Kassel – Zwar wird das Heimspiel des Handball-Bundesligisten MT Melsungen am Donnerstag ab 19.05 Uhr gegen den SC Magdeburg ganz im Zeichen des Debüts von Trainer Roberto Garcia Parrondo stehen. Das Duell in der Kasseler Rothenbach-Halle ist aber für zwei MT-Profis auch aus anderen Gründen etwas Besonderes.

Es geht um Spielmacher Elvar Örn Jonsson und den verletzten Abwehrstrategen Finn Lemke – oder: Wiedersehen einmal so, einmal so.

Dicke Freunde

Im kleinen Ort Selfoss im Süden von Island leben etwa 8000 Menschen. Aus der Kleinstadt 50 Kilometer von der Metropole Reykjavik entfernt stammen aber zwei Handballer, die in der Bundesliga für Furore sorgen: Melsungens Elvar Örn Jonsson und Magdeburgs Torjäger Omar Ingi Magnusson. Nachdem Jonsson im Sommer aus dem dänischen Skjern nach Nordhessen gewechselt war, bekommt es der 24-Jährige nun in der Bundesliga mit dem gleichaltrigen Magnusson zu tun – mit dem ihn mehr verbindet als nur derselbe Heimatort.

„Wir sind dicke Freunde. Wir waren in derselben Schule, sogar derselben Klasse. Es ist eine große Freude für mich, in Kassel gegen Omar spielen zu können“, betont Jonsson. Dabei ist es nicht so lange her, seitdem sich ihre Wege das letzte Mal kreuzten. Bevor Magnusson vor einem Jahr aus Aalborg in die Bundesliga ging, trafen sie einmal in Dänemarks höchster Klasse aufeinander. Jonsson spielte damals für Skjern. Ein weiteres Duell der Kumpels war an einer Verletzung Magnussons gescheitert.

In seinem ersten Jahr in Deutschland gelang es dem Magdeburger Halbrechten, Woche für Woche zu begeistern. Mit 274 Treffern (davon 134 Siebenmeter) wurde er direkt Torschützenkönig.

Jonsson hofft, dass er es ähnlich gut hinbekommt wie sein Nationalmannschaftskollege. „Mir ist es auch sehr wichtig, Verantwortung zu übernehmen“, stellt der Rechtshänder klar. Trotz deutlicher Niederlagen gegen den THW Kiel und die Füchse Berlin deutete Jonsson seine Qualitäten an den ersten Spieltagen mehrfach an. Gegen Magdeburg braucht er keine Extra-Motivation: „Das Team spielt bislang eine sehr gute Rolle.“ Und auf einen Mann beim Gegner freut er sich ganz besonders.

Dicker Knöchel

Während seine Kollegen am Sonntag noch den 23:22-Heimsieg gegen den TuS N-Lübbecke erkämpften, saß Finn Lemke am Spielfeldrand, das rechte Bein hatte er dabei auf einem Stuhl abgelegt. Einen Tag später bekam er die Diagnose: Teilriss des Außenbandes am oberen Sprunggelenk. Nun fällt er voraussichtlich vier Wochen aus – und damit natürlich auch für die Partie gegen den SCM. Zum Kader der Gäste gehören mit Torwart Jannick Green, den Rückraumakteuren Christian O’Sullivan und Marko Bezjak sowie den Außen Matthias Musche und Daniel Pettersson ehemalige Weggefährten. „Verletzungen gehören zu unserem Geschäft dazu“, erklärt der 2,10 m große Nationalspieler, „aber es ist einfach sehr ärgerlich.“

Zumal er nun dem neuen Coach Parrondo nach dessen Amtsantritt nicht sofort als Stratege zur Verfügung stehen wird. „Ich werde trotzdem so oft wie möglich beim Training vorbeischauen und alles aufsaugen“, sagt Lemke.

Morgen wird er seiner Mannschaft am Spielfeldrand kräftig die Daumen drücken. „Ich erwarte von unserem Team, dass wir kämpferisch alles geben. Auf dem Papier ist Magdeburg nach seinen bisherigen Leistungen der Favorit“, stellt der Defensivmann fest, der mit dem SCM 2016 den DHB-Pokal gewann. Nach fünf Spieltagen führt der Traditionsverein aus Sachsen-Anhalt verlustpunktfrei die Tabelle an – mit deutlichem Abstand zur MT, die mit drei Pluspunkten auf dem Konto auf Rang elf steht. (Björn Mahr)

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