SC DHfK Leipzig hat eine große Handball-Tradition – Begeisterung bei Neuling wächst

MT reist zu Kretzsches Klub

Ein Gesicht des Leipziger Handballs: Stefan Kretzschmar, Ex-Profi und mittlerweile Aufsichtsratsmitglied des SC DHfK. Foto: dpa

Leipzig. Aufsteiger in die Eliteliga mit einem ungewöhnlichen Vereinsnamen, Handball-Ikone Stefan Kretzschmar im Aufsichtsrat und 31:27-Überraschungssieger zum Start gegen den HSV:

Viel mehr dürfte dem geneigten Sportfan aus der Region fast nicht über den Klub bekannt sein, bei der die MT Melsungen am Samstag ab 19 Uhr gastiert. Fünf Fakten zum zweiten MT-Gegner in dieser Bundesliga-Saison:

1. Der Verein:  „Erfolgreichster Klub der Welt“ – mit diesem Superlativ schmückt sich der 1954 gegründete SC DHfK Leipzig. 384 Medaillen errangen Sportler wie Kugelstoß-Weltmeister David Storl bisher bei WM und Olympia. DHfK steht für Deutsche Hochschule für Körperkultur. Deren 1925 gegründetes Vorgänger-Institut war die erste Einrichtung dieser Art in Deutschland. Diese Tradition setzt die Sportwissenschaftliche Fakultät an der Uni Leipzig fort. Der SC DHfK war der DHfK angeschlossen.

2. Der Leipziger Handball:  1966 gewann der SC DHfK den Europapokal der Landesmeister. Mit der Eingliederung in den SC Leipzig verschwand er aber 1975 vorerst als einer der erfolgreichsten deutschen Handball-Vereine. Die Politik hatte bestimmt, dass beim SC DHfK Individualsportarten und beim SC olympische Mannschaftssportarten gefördert werden sollten. So waren zum Beispiel auch Stefan Kretzschmars Eltern Waltraud und Peter jahrzehntelang für die SC-Handballer aktiv. Stefan wurde 1973 in Leipzig geboren. 1991/92 gab der SC noch ein kurzes Gastspiel in der Bundesliga, wurde dann aber 1993 aufgelöst.

3. Der Neustart: Auf die Neugründung der Handball-Abteilung im SC DHfK 1993 und deren Auflösung 1995 kam der Neustart 2007. Vier Aufstiege folgten. „Wer das erste Spiel gegen den HSV verfolgt hat, hat gesehen, was für eine Euphorie im Männer-Handball in Leipzig ausgebrochen ist“, sagt Geschäftsführer Karsten Günther. „Der Männer-Handball in Leipzig war ja zwischenzeitlich quasi tot.“

Erfolge hatte es lange Zeit nur im Frauen-Handball gegeben. So feierte der HCL 2010 den sechsten Meistertitel innerhalb von 13 Jahren.

4. Der Stellenwert: Handball ist in der Stadt des ersten deutschen Fußballmeisters – 1903 der VfB Leipzig (heute Lok) – nach Fußball die Nummer zwei. Kamen zum Zweitliga-Heimspiel von RB Leipzig am Sonntag 42 000 Zuschauer in das WM-Stadion, feierten 4000 Fans zwei Stunden später 300 Metern entfernt in der Arena Leipzig (4500 Plätze) den Auftaktsieg gegen den HSV. Mit 1500 Dauerkarten (RBL: 9700) hat der SC DHfK 500 mehr als in der vergangenen Saison abgesetzt.

5. Die Kooperation: „Wir sind Erstligist, aber die klare Nummer eins sind die Fußballer von RB Leipzig“, sagt Günther, dessen Klub nach eigenen Angaben harmonisch mit den Zweitliga-Kickern zusammenarbeitet – zum Beispiel bei der Terminierung von Presseterminen oder auch bei einem Projekt zur dualen Karriere. Die Handballer versuchen zu vermeiden, zur gleichen Zeit wie die Roten Bullen zu spielen. Günther: „In der Zukunft können wir sicher noch viel mehr zusammenarbeiten und Synergien nutzen.“

Von Sebastian A. Reichert

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