1. Startseite
  2. Sport
  3. MT Melsungen

Worte auf Deutsch als Entschuldigung: MT Melsungen scheitert im Pokal an Rhein-Neckar Löwen

Erstellt:

Von: Björn Mahr

Kommentare

Bester Feldtorschütze: Melsungens Elvar Örn Jonsson (Mitte). Links ist Lukas Nilsson, rechts Olle Forsell Schefvert zu sehen, die für die Rhein-Neckar Löwen spielen.
Bester Feldtorschütze: Melsungens Elvar Örn Jonsson (Mitte). Links ist Lukas Nilsson, rechts Olle Forsell Schefvert zu sehen, die für die Rhein-Neckar Löwen spielen. © Andreas Fischer

Der MT Melsungen bleibt nach dem deutlichen Pokal-Aus gegen die Rhein-Neckar Löwen nur noch die Hoffnung auf Rang sechs in der Handball-Bundesliga.

Kassel – Als sich Torwart Mikael Appelgren von den Rhein-Neckar Löwen ein erstes Siegerbier gönnte, war von den Handballern der MT Melsungen weit und breit nichts mehr zu sehen. Nach der heftigen 28:36-Niederlage im Pokal-Achtelfinale gegen den Bundesliga-Konkurrenten aus Mannheim hatte MT-Coach Roberto Garcia Parrondo einiges zu sagen.

„Ich bin enttäuscht, dass wir nicht weitergekommen sind in diesem Wettbewerb. Und sauer, weil die Leistung nicht gepasst hat“, sagte der 42-Jährige. „Das war ein kleiner Schritt zurück, was die Intensität in einem Spiel angeht“, führte er aus. Der MT-Coach hatte vor allem einen Grund für die deutliche Niederlage ausgemacht. Besser gesagt: einen Spieler. „Wir haben keinen Weg gefunden, Jannik Kohlbacher zu stoppen. Wir hatten keine Mittel, seine Treffer zu verhindern.“ Der Kreisläufer der Gäste wurde immer wieder von Mittelmann Juri Knorr freigespielt, stand am Ende bei sechs Toren. Knorr war mit acht Treffern bester Werfer der Gäste, sechsmal war er von der Siebenmeterlinie erfolgreich.

„Wir hatten zu viele Fehler und Fehlwürfe. Sie haben uns das Genick gebrochen“, ärgerte sich Kreisläufer Arnar Freyr Arnarsson. „Auch bei mir lief es sehr schlecht.“ Er erzielte zwar auch zwei Tore, zwei Aufsetzer gegen Appelgren strichen aber über den Querbalken. „Wir sind zu guten Chancen gekommen, haben sie aber nicht genutzt“, kritisierte sein Landsmann Elvar Örn Jonsson.

Das war definitiv so. Doch an diesem Tag lief wenig bis gar nichts so, wie man es sich bei den Melsungern erhofft hatte. Weder Adam Morawski noch Nebojsa Simic, der in der zweitem Hälfte im Tor stand, konnten überzeugen. Die Abwehr zeigte ungewohnte Schwächen, im Angriff lief es gewohnt holprig. „Wenn wir gewinnen wollen, dann müssen wir Tore erzielen. Da müssen wir uns definitiv entwickeln“, stellte auch Parrondo klar. „Die einfachen Tore, die die Rhein-Neckar Löwen erzielt haben, waren der Unterschied.“ Als kleine Entschuldigung für den dürftigen Auftritt seines Teams hatte der Spanier noch ein paar Worte auf Deutsch für die Fans vorbereitet: „Das war kein guter Tag für Melsungen. Aber ich möchte allen Fans für die Unterstützung danken. Und ich wünsche allen frohe Weihnachten.“

Nach dem Ausscheiden im Pokal ist die MT lediglich noch in einem Wettbewerb vertreten. Jetzt gilt es, sich über die Bundesliga für das internationale Geschäft zu qualifizieren. Möglicherweise reicht der sechste Rang für einen Platz in der European League. Aktuell sind die Nordhessen Achter. Am zweiten Weihnachtsfeiertag bestreiten die Melsunger ab 18 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen den TBV Lemgo Lippe ihr letztes Spiel im Jahr 2022. „Wir wollen mit einem guten Gefühl in die WM-Pause gehen“, stellt der Isländer Arnarsson klar. „Wir müssen aus unseren Fehlern lernen und die Partie unbedingt gewinnen. Wir wollen in der Tabelle noch weiter nach oben klettern“, ergänzt Jonsson. Der Rückraummann war mit sechs Treffern bester Feldtorschütze der Gastgeber.

Gelungene Rückkehr: Mikael Appelgren.
Gelungene Rückkehr: Mikael Appelgren. © Andreas Fischer

Für Appelgren war es ein perfekter Tag. Erstmals nach überstandener Handverletzung stand der frühere Melsunger wieder in der Startsieben – und rechtfertigte das in ihn gesetzte Vertrauen mit einer starken Leistung. „Ich habe ja eigentlich keinen richtigen Bezug mehr zum MT-Team. Der Einzige, mit dem ich noch hier zusammengespielt habe, ist Michi Allendorf, und der ist inzwischen Sportdirektor“, sagte Appelgren. „Trotzdem war es für mich sehr speziell. Ich habe vor dem Spiel sogar noch einmal in unserer Stammkneipe in Kassels Vorderem Westen vorbeigeschaut.“ Mit dem Auftritt seines Klubs war er zufrieden und lobte das Tempospiel seiner Mannschaft. Er hatte also gute Gründe, den Abend mit einem Siegerbier ausklingen zu lassen. (Björn Mahr und Maximilian Bülau)

Auch interessant

Kommentare