Donnerstag gegen die Löwen

MT Melsungen sendet beim Sieg in Ludwigshafen die richtigen Signale

MT-Melsungen-Profi Yves Kunkel erzielt hier gegen Gunnar Dietrich eines seiner drei Tore.
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Freie Bahn: MT-Profi Yves Kunkel erzielt eines seiner drei Tore. Rechts: Ludwigshafens Gunnar Dietrich.

Fokussierung ist ein großes Thema bei der Handball-Bundesligist MT Melsungen. Das wurde auch beim Spiel in Ludwigshafen deutlich.

Kassel – 45 Sekunden vor Ende des Bundesliga-Spiels bei den Eulen Ludwigshafen nahm MT-Trainer Gudmundur Gudmundsson noch eine Auszeit. Wahrscheinlich hätten die Melsunger Handballer auch ohne Time-Out die Partie gewonnen. Aber dem Isländer ging es darum, dass sein Team weiter den Fokus behält.

Die Melsunger sendeten die richtigen Signale. Zum Ende der Auszeit rief Torjäger Julius Kühn den Kollegen zu: „Wir nehmen uns die Zeit.“ Und die Gäste spielten es kurz darauf so geschickt, dass Lasse Mikkelsen den Treffer zum 28:25-Endstand warf. Das gefiel auch Coach Gudmundur Gudmundsson.

Drei Tage zuvor waren seine Melsunger Spieler nicht über 60 Minuten fokussiert gewesen und hatten die Partie gegen Balingen relativ leicht aus der Hand gegeben. „Unsere klare Devise für das Ludwigshafen-Spiel lautete: Wir wollen zeigen, dass wir dazu gelernt haben“, erklärte Kühn. Das gelang. Am Donnerstag ab 19 Uhr kommt aber mit den Rhein-Neckar Löwen ein Gegner ganz anderen Kalibers in die Kasseler Rothenbach-Halle.

„Wir haben noch in der Kabine darüber gesprochen, dass das kämpferisch schon sehr gut war, spielerisch aber gegen die Löwen nicht reichen wird“, fügte Kühn hinzu. „Wir müssen demütig bleiben.“ Der starke Melsunger Torwart Silvio Heinevetter hatte schon kurz nach der Schlusssirene bei Sky deutliche Worte gefunden: „Wir hatten auch Phasen, in denen gar nichts lief. Wir brechen auf einmal aus unserem System, jeder meint, die Welt allein retten zu müssen.“

Ohne Frage, das MT-Team steckt in einem Lernprozess. Und dass die Mannschaft über 60 Minuten voll fokussiert ist, darauf verwendet Trainer Gudmundsson viel Zeit. Das Zauberwort heißt Trainingskultur. Dahinter verbirgt sich die Kunst, das Niveau in den Übungseinheiten immer weiter zu steigern – eine intensive Videoschulung inbegriffen. „Handball ist ein Sport, da kann sich die Lage in kürzester Zeit ändern. Da kann eine Vier-Tore-Führung schnell weg sein“, erläutert Gudmundsson.

In Ludwigshafen ließen Domagoj Pavlovic und Co. den Kontrahenten nach dem Wechsel noch ein-, zweimal auf einen Treffer herankommen, hatten aber trotzdem weiter das Kommando auf dem Feld. Und das, obwohl mit Finn Lemke, Kai Häfner und Arnar Freyr Arnarsson drei Stammspieler fehlten.

Melsungen war erst die zweite Gast-Mannschaft in dieser Spielzeit, die in der Friedrich-Ebert-Halle 30 Tore erzielte. Nur die Füchse Berlin (34:23) hatten ebenfalls die Marke geknackt. „Wir wissen jetzt, dass wir immer noch ein gutes Angriffsspiel hinbekommen“, erklärte Kühn. Was sich auch daran ablesen ließ, dass die Nordhessen von allen Positionen Gefahr entwickelten. So hatten Timo Kastening und Yves Kunkel auf den Außen etliche gute Aktionen. Und Felix Danner sowie Marino Maric waren vom Kreis erfolgreich, wenn Kühn, Pavlovic und Stefan Salger mal nicht aus dem Rückraum zum Zug kamen. Sie hatten eben auch den nötigen Fokus. (Björn Mahr)

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