Handball-Bundesligist muss zum Meister

MT Melsungen in Flensburg: Tüfteln für das Topspiel

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Wiedersehen am Mittwochabend: Melsungens Torwart Johan Sjöstrand (rechts) mit Flensburgs Torjäger Göran Johannessen.

Die Handballer der MT Melsungen müssen in der Bundesliga am Mittwoch ab 19 Uhr bei der SG Flensburg-Handewitt antreten. 

Sein erstes Bundesliga-Spiel vergisst ein Handball-Profi nicht. Erst recht nicht, wenn ihm in dieser Partie auch noch sein erstes Tor gelingt. Doch Julius Kühn mag sich an sein Debüt im Oberhaus nicht so gern erinnern. Denn am 25. August 2012 verlor der Rückraumschütze nicht nur mit Tusem Essen 20:40 bei der SG Flensburg-Handewitt. Auch für ihn persönlich lief es alles andere als rund. „Ich habe einmal getroffen, alle weiteren Würfe hat Mattias Andersson aber gehalten“, sagt Kühn.

Wenn der 26-Jährige am morgigen Mittwoch ab 19 Uhr (Sky) mit der MT Melsungen in der Flens-Arena zu Gast ist, braucht er zwar nicht mehr die grandiosen Reflexe des mittlerweile vom Profi-Handball zurückgetretenen Schweden zu fürchten. Die Aufgabe beim Meister und aktuellen Tabellenzweiten hat es aber dennoch in sich. Umso mehr, weil die Nordhessen voraussichtlich ohne ihren Spielmacher Lasse Mikkelsen (Knieprobleme) in Flensburg auskommen müssen.

Erwartet ein hartes Stück Arbeit in Flensburg: MT-Trainer Gudmundur Gudmundsson. 

Ein Grund mehr, dass der neue Trainer Gudmundur Gudmundsson nicht gerade um seinen Einstieg zu beneiden ist. Seitdem er am Donnerstag seine isländische Heimat verlassen hat und in Melsungen angekommen ist, hat er schon Szenen aus mehr als einem halben Dutzend MT-Videos seziert. Als seine Spieler sich am Sonntag vom 35:33-Sieg im Europacup gegen Bjerringbro-Silkeborg erholten, trieb Tüftler Gudmundsson in seinem Hotelzimmer in Melsungen seine Spielanalysen weiter voran.

Er weiß, dass die Abwehr zurzeit die größte Baustelle seiner Mannschaft ist. Der 59-Jährige sagt aber auch: „Wir hätten mit etwas Glück 40 Tore werfen können.“ Keine Frage: Das Spieltempo hat gepasst. Insbesondere das Umschalten von Abwehr auf Angriff funktionierte besser als zuletzt. 14 Kontertore sind ein eindeutiger Beleg. „Es hat mir Spaß gemacht, die zweite Welle zu führen“, betont Kühn, der nun einen deutlich positiveren Eindruck von der Mannschaft hat: „Es weht ein frischer Wind.“

Dass der auch der Flensburger Förde zu spüren sein wird – darauf hoffen die Melsunger. „Uns steht ein hartes Stück Arbeit bevor. Aber es ist alles möglich“, sagt Gudmundsson. Die unerwartete 26:28-Pleite des Meisters am Sonntag in Göppingen löste jedoch gemischte Gefühle bei den Nordhessen aus. Einerseits müssen sie damit rechnen, dass das Team um den früheren MT-Kreisläufer Johannes Golla das Negativerlebnis schnell vergessen machen möchte. „Die Niederlage macht es einen Tick schwerer“, mutmaßt Kai Häfner.

Andererseits wissen die Melsunger aber dadurch auch, dass die Nordlichter in diesen Tagen durchaus schlagbar sind. „Es bringt in unserer Situation aber nichts, sich zu sehr mit dem Gegner zu beschäftigen. Wir müssen erst mal nur auf uns schauen“, weiß Rechtsaußen Tobias Reichmann.

Noch dazu, wenn Mittelmann Mikkelsen für das Topspiel ausfällt. Als Ersatz kommen dafür Domagoj Pavlovic und Roman Sidorowicz in Betracht. Der zuletzt krankheitsbedingt fehlende Torwart Johan Sjöstrand steht der MT wieder zur Verfügung und kann die Reise heute im Mannschaftsbus antreten.

Der Schwede verbindet mit Flensburg durchaus Positives. Denn die SG war seine erste Bundesliga-Station. Und kurz nach seinem Wechsel 2015 aus Kiel zur MT trug Sjöstrand maßgeblich zum bislang einzigen Melsunger Sieg (33:32) in der Flens-Arena bei.

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