Handball-Bundesligist erwartet am Samstag Wetzlar

MT-Niederlage in Flensburg: Anschauungsunterricht vom Meister

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Freie Bahn: Melsungens Michael Allendorf (vorn) kommt vor den Flensburgern Jim Gottfridsson (links) und Holger Glandorf zum Abschluss. 

Kassel. Wegen zu vieler technischer Fehler in der zweiten Halbzeit musste Handball-Bundesligist MT Melsungen eine klare Niederlage in Flensburg hinnehmen. Bereits am Samstag steht für das Team von Trainer Gudmundur Gudmundsson das Hessenderby gegen die HSG Wetzlar auf dem Plan. 

Die Heimreise der Melsunger Bundesliga-Handballer am Mittwochabend passte zum vorangegangenen Punktspiel bei der SG Flensburg-Handewitt: Über weite Strecken lief alles nach Plan, doch kurzzeitig ging es für die MT nicht wie gewünscht weiter. Für den Stau vor dem Hamburger Elbtunnel, der die Nordhessen zu einem Umweg zwang, konnten sie wenig, für ihre Schwächephase zuvor in der zweiten Halbzeit waren sie allerdings selbst verantwortlich.

„Wir hatten in den letzten 20 Minuten zu viele technische Fehler“, bedauerte der neue Melsunger Trainer Gudmundur Gudmundsson nach der 23:30-Niederlage in der Flens-Arena. Es war das erste von zwei Punktspielen in dieser Woche – am Samstag steht ab 20.45 Uhr in der ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle das Hessenderby gegen die HSG Wetzlar auf dem Programm.

Bis in die zweite Hälfte war Gudmundssons Mannschaft noch in Schlagdistanz, geriet aber dann mit 18:25 vorentscheidend ins Hintertreffen – und erlebte schließlich das, was mittlerweile in dieser Spielstätte fast schon normal ist: Der Gast verliert. Es war bereits der 37. Bundesliga-Sieg (!) der SG in Folge.

Flensburg dient durchaus als gutes Vorbild für die MT. Dabei geht es vordergründig nicht um beeindruckende Siegesserien, sondern um die Spielanlage. „Die Flensburger haben gezeigt, wie man zusammen in der Deckung rackern muss“, erklärt Melsungens Torjäger Julius Kühn. „Nur so kommst du in die erste und zweite Welle.“ Da will die MT auch hin.

Gudmundsson richtete seine 6:0-Abwehr zunächst offensiv aus. Damit hatte der Deutsche Meister einige Schwierigkeiten. „Man sieht schon erste Veränderungen, die Gudmi eingeleitet hat“, kommentierte Manager Axel Geerken. Dass beim MT-Team noch nicht alles gelang, ist logisch – Gudmundsson hat noch nicht einmal eine komplette Woche mit der Mannschaft gearbeitet. Geerken sagte: „Wir müssen Schritt für Schritt machen.“

Nach der Pause klafften wiederholt Löcher in der MT-Hintermannschaft. Der starke SG-Oldie Holger Glandorf sowie der schwedische Spielmacher Jim Gottfridsson bestraften die Lücken konsequent. „Wir hatten einige Abstimmungsprobleme. Dadurch fehlte uns das Spiel nach vorn“, sagte der vierfacher Torschütze Michael Allendorf. Gudmundsson ergänzte: „Wir haben zu oft die 1:1-Situationen verloren.“

In Anbetracht der vielen Englischen Wochen sehnen die Nordhessen die Rückkehr von Felix Danner herbei, der nach einem Meniskusriss demnächst wieder ins Mannschaftstraining einsteigen soll. Danner könnte Kapitän Finn Lemke und Marino Maric im Deckungszentrum die nötige Entlastung verschaffen. Gudmundsson achtet jedoch auch darauf, dass die Last auf viele Schultern verteilt wird.

Trotz erst kurzer Zusammenarbeit haben die Melsunger bereits einen ansprechenden Eindruck vom Isländer erhalten. „Unser Spiel hat sich schon ganz gut angefühlt“, resümierte Kühn. Und Allendorf befand: „Wir werden auf jedes Detail eingestellt.“

Auf jede Kleinigkeit dürfte es auch am Samstag gegen den hessischen Rivalen Wetzlar ankommen. „Das ist das geilste Spiel der Saison“, stellt Linksaußen Allendorf klar. Zumindest das schwerste haben er und seine Kollegen seit Mittwochabend hinter sich.

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