Handball-Bundesligist geht mit gutem Gefühl in die Pause

MT Melsungen nach Sieg gegen Erlangen: Ein Schritt in die richtige Richtung

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Flugshow: Melsungens Tobias Reichmann. 

Die Bundesliga-Handballer der MT Melsungen gehen mit einem guten Gefühl in die EM-Pause. Nach Einschätzung von Kreisläufer Felix Danner war der Sieg beim HC Erlangen "ein Schritt in die richtige Richtung". 

Einmal pro Bundesliga-Saison darf ein Handball-Profi der MT Melsungen einen Joker ziehen. Joker – das heißt: Er braucht nach einem Auswärtsspiel nicht mit den Mannschaftskollegen im Bus zurückzufahren, sondern kann die Zeit anderweitig nutzen. Nach dem 30:25-Sieg in Nürnberg beim HC Erlangen machten gleich mehrere MT-Spieler von diesem Angebot Gebrauch.

Felix Danner verabschiedete sich noch in der Arena von seinen Teamkameraden. Zusammen mit seiner Frau Anja und den Kindern ging es direkt zum Winterurlaub in den Bayerischen Wald. Dass Danner bester Laune war, hatte allerdings längst nicht nur mit der Aussicht auf ein paar erholsame Tage im Kreise der Familie zu tun. Auch die jüngste Entwicklung bei der MT bescherte ihm ein Hochgefühl. „Das war ein Schritt in die richtige Richtung“, befand der Abwehrstratege nach dem letzten Auftritt im Kalenderjahr. „Ein bisschen Wehmut ist aber auch dabei.“

Felix Danner, Melsunger Abwehrstratege

Klar, Danner und seine Mitstreiter haben im ersten von zwei Abschnitten einiges liegen lassen. Zwei, drei Siege mehr – und die Melsunger wären dick im Titelrennen. So laufen sie der Musik noch hinterher. „Das Spiel gegen Erlangen hat noch einmal gezeigt, was alles möglich ist“, erklärte Heiko Grimm. Der MT-Coach wirkte spürbar gelöst. In den vergangenen Monaten hatte er viel Kritik einstecken müssen. Für nicht wenige Außenstehende schien seine Ablösung sogar nur noch eine Frage der Zeit. „Es ist normal, dass man als Trainer hinterfragt wird, wenn es nicht läuft“, sagt der 42-Jährige rückblickend. Die jüngsten überzeugenden Auftritte des Teams haben ihm bei den Fans verloren gegangenen Kredit zurückgebracht.

Dabei fiel zuletzt die strukturierte Herangehensweise der Melsunger auf. Danner hielt für den krankheitsbedingt fehlenden Finn Lemke die Deckung zusammen, und Lasse Mikkelsen war der erhoffte Chef im Angriff. „Wir brauchen eine klare Hierarchie“, stellte Grimm fest.

Nach der vollkommen unnötigen Niederlage Mitte Dezember in Stuttgart wurde bei der MT viel gesprochen – wieder einmal. Wenn sich die Mannschaft allerdings immer so präsentiert hätte wie kurz vor und nach Weihnachten, wären einige teaminterne Gespräche nicht nötig gewesen. „Alle sind mehr dabei – wir haben mehr Einsatz, mehr Leidenschaft“, lobte Manager Axel Geerken. Was er auch meint – alle Akteure ziehen jetzt an einem Strang. „Wir wissen, wie gut wir in der Breite aufgestellt sind. Es wird jeder Spieler gebraucht“, sagte Tobias Reichmann.

Der Rechtsaußen kann zwar den Jahreswechsel noch mit der Familie feiern, am Donnerstag werden er und seine MT-Kollegen Julius Kühn und Kai Häfner aber bereits in Frankfurt erwartet – Einstimmung auf die EM in Norwegen, Österreich und Schweden. In der Hauptrunde trifft das Trio möglicherweise in Wien auf den Kroaten Marino Maric sowie Torwart Nebojsa Simic, der für Montenegro spielt. Als sechster MT-Profi wird der Schweizer Roman Sidorowicz beim ersten Großereignis des Jahres dabei sein.

Der Rest des Bundesligateams nimmt am 10. Januar den Trainingsbetrieb auf. Einen Tag später reist die MT ins Trainingslager nach Fuerteventura. Ende des Monats steht noch ein Test in der Schweiz bei Pfadi Winterthur auf dem Plan. Das erste Punktspiel im Jahr 2020 findet am 6. Februar bei den Rhein-Neckar Löwen statt. Dass dann ein Spieler seinen Joker zieht, ist eher unwahrscheinlich. Schon am 9. Februar muss Melsungen im EHF-Cup gegen den polnischen Vertreter Oppeln ran.

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