Haenen vertritt Chefcoach

MT Melsungen siegt 30:28 beim TBV Lemgo Lippe – ohne Trainer Gudmundur Gudmundsson

Die Faust geballt: Arjan Haenen (vorn) führte in Abwesenheit von Gudmundur Gudmundsson die MT zum Sieg. Dahinter von links: Felix Danner, Domagoj Pavlovic, Manager Axel Geerken, Yves Kunkel und Kai Häfner.
+
Die Faust geballt: Arjan Haenen (vorn) führte in Abwesenheit von Gudmundur Gudmundsson die MT zum Sieg. Dahinter von links: Felix Danner, Domagoj Pavlovic, Manager Axel Geerken, Yves Kunkel und Kai Häfner.

Die Revanche für die Niederlage im Pokalfinale ist geglückt – und das ohne den Chefcoach. Handball-Bundesligist MT Melsungen setzte sich drei Tage nach der 20:28-Heimpleite gegen die TSV Hannover-Burgdorf mit 30:28 (17:14) beim TBV Lemgo Lippe durch. Dabei stand der MT Trainer Gudmundur Gudmundsson nicht zur Verfügung, der kurzfristig wegen einer familiären Angelegenheit in seine isländische Heima gereist war.

Kassel – Die Revanche für die Niederlage im Pokalfinale ist geglückt – und das ohne den Chefcoach. Handball-Bundesligist MT Melsungen setzte sich drei Tage nach der 20:28-Heimpleite gegen die TSV Hannover-Burgdorf mit 30:28 (17:14) beim TBV Lemgo Lippe durch. Dabei stand der MT Trainer Gudmundur Gudmundsson nicht zur Verfügung, der kurzfristig wegen einer familiären Angelegenheit in seine isländische Heima gereist war.

Für ihn hatten sein Assistent Arjan Haenen, Kreisläufer Felix Danner und Vorstand Axel Geerken das Sagen.

„Ari hat das überragend gemanagt“, lobte Torjäger Julius Kühn danach bei Sky Haenen, für den es auch aus einem anderen Grund etwas ganz Besonderes war. Er spielte einst in Lemgo – und der jetzige TBV-Coach Florian Kehrmann war damals sein Mitspieler. „Ich habe vor dem Spiel noch mit Gudmi telefoniert und habe nichts verändert. Wir wollten einfach Spaß am Handball haben, und das haben die Jungs geschafft“, sagte Haenen.

Starker Torwart: Nebojsa Simic (links, gegen Lemgos Bobby Schagen).

In der Startformation gab es eine Überraschung: Der A-Jugendliche Ole Pregler begann auf der Mitte – allerdings auch, weil Spielmacher Domagoj Pavlovic (Knieprobleme) passen musste. Das 1:0 der MT erzielte direkt wer? Genau, der junge Pregler. Es war der Auftakt in einer gute Melsunger Anfangsphase. Zwar spielten die Nordhessen einige Angriffe nicht gut zu Ende und vergaben durch Tobias Reichmann auch einen Siebenmeter, die schnelle 10:4-Führung war aber verdient (15.).

Die Deckung mit Felix Danner und Finn Lemke im Zentrum ließ kaum etwas zu – speziell der sonst so wurfgewaltige Jonathan Carlsbogard kam kaum zur Entfaltung. „Man hat den Willen bei unseren Spielen gesehen“, stellte Geerken fest. MT-Torwart Nebojsa Simic präsentiert sich als starker Rückhalt. Spektakulär, wie er Würfe aus der Nahdistanz entschärfte. Ein noch deutlicherer Vorsprung wäre möglich gewesen, wenn die Melsunger in der einen oder anderen Situation mit mehr Präzision gespielt hätten.

Dennoch unterstrich eine Zahl die hohe Qualität im MT-Spiel: zehn verschiedene Torschützen in Hälfte eins. Neben Julius Kühn, Kai Häfner, Timo Kastening, Lemke und Danner waren auch Pregler, Michael Allendorf, Lasse Mikkelsen, Marino Maric und Reichmann erfolgreich. Teilweise bildeten Mikkelsen, Pregler und Stefan Salger die Aufbaureihe.

Erst nachdem die Gastgeber mehr Druck entwickelten und mit dem siebten Feldspieler operierten, wurde es etwas enger. Carlsbogard und der Niederländer Dani Baijens (2), ein Landsmann Haenens, verkürzten vor dem Wechsel von 11:17 auf 14:17.

Den Negativtrend konnten die Melsunger nach dem Wechsel nicht sofort stoppen. Bobby Schagen und Gedeon Guardiola brachten den TBV auf 16:17 heran (34.). Dann traf Allendorf zweimal von Linksaußen (19:16, 36.). Auch wenn die Gäste immer wieder gute Aktionen hatten, neigten sie bisweilen dazu, hektisch zu werden. So blieb es ein spannendes Duell.

Umso wichtiger, dass Silvio Heinevetter einen Siebenmeter von Bjarki Mar Elisson abwehrte (49.). Den 24:24-Ausgleich durch Gedeon Guardiola konnte die MT jedoch nicht verhindern. (53.). In dieser Phase, wo der TBV auch von 1000 Fans angetrieben wurde, ließen sich die Nordhessen nicht beirren. Kühn, Maric und Kastening stellten auf 27:24 (55.). Zwar gaben sich die Lemgoer nicht ab, mit dem 29:26 durch Maric war die Partie allerdings praktisch entschieden. (Björn Mahr)

„Ausschließlich privater Natur“

Das Abschlusstraining des Handball-Bundesligisten MT Melsungen am Samstag hatte Gudmundur Gudmundsson noch geleitet. Am Sonntagmorgen wurden dann Kapitän Finn Lemke und das Team darüber informiert, dass der Isländer nicht mit zum Spiel beim TBV Lemgo Lippe reisen wird. Gudmundsson musste wegen einer dringenden familiären Angelegenheit in seine Heimat fliegen.

„Um gar nicht erst Spekulationen aufkommen zu lassen, dass Gudmi etwa aufgrund der derzeitigen sportlichen Situation nicht auf der Bank sitzt: Der Grund für seine kurzfristige Heimreise ist ausschließlich sehr ernster und privater Natur”, erklärte Axel Geerken.

Wann Gudmundsson zurückkehren wird, ist nicht absehbar. Es ist davon auszugehen, dass Co-Trainer Arjan Haenen und Kreisläufer Felix Danner, der bereits im Besitz einer gültigen Trainerlizenz ist, vorerst die Verantwortung für die Mannschaft übernehmen werden – so wie auch schon am Sonntag in Lemgo. „Wir werden uns aber sicher noch einmal zusammensetzen“, sagte Geerken.

Die MT muss in dieser Serie noch zwei Partien bestreiten. Bevor es am Sonntag ab 16 Uhr den Saisonausklang beim TBV Stuttgart geben wird, erwarten die Melsunger am Mittwoch ab 19 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle die Füchse Berlin. Dabei könnten auch wieder Zuschauer zugelassen sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.