Handball-Bundesligist gibt bei Duo leichte Entwarnung

MT Melsungen nach Sieg in Leipzig: Zauberwort Aufopferung

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Glücklich nach dem Viertelfinaleinzug: Die Melsunger Yves Kunkel (von links), Marino Maric, Julius Kühn und Timm Schneider. 

Handball-Bundesligist MT Melsungen wurde im Pokal für seinen aufopferungsvollen Kampf belohnt. Eine Analyse

Bei den angeschlagenen Kai Häfner und Felix Danner gab Trainer Heiko Grimm leichte Entwarnung. Finn Lemke neigt auch nach besonderen Spielen nicht zu Gefühlsausbrüchen. Nach dem 30:27-Sieg im Pokal-Achtelfinale beim SC DHfK Leipzig ließ es sich der Kapitän des Handball-Bundesligisten Melsungen aber nicht nehmen, noch die paar Stufen hinauf zum MT-Fanblock zu steigen und sich bei allen mitgereisten Anhängern für die lautstarke Unterstützung zu bedanken.

„Ich bin froh, dass wir gewonnen haben“, sagte der 27-Jährige im Kabinentrakt. Kein Wunder, denn der Erfolg war seiner Mannschaft nicht gerade in den Schoß gefallen. Erst verletzte sich Felix Danner an der Schulter, dann ging es auch für Kai Häfner nicht mehr weiter – der Rückraumschütze wurde bei einem harten Einsteigen des Ex-Melsungers Philipp Müller am Kopf getroffen. Und als ob die Gäste nicht schon genug gebeutelt waren, kassierte auch noch Stefan Salger anfangs des zweiten Durchgangs wegen der dritten Zeitstrafe einen Platzverweis.

MT Melsungen: "Bei uns stimmt es im Team"

Um es deutlich zu machen: Bei der MT fielen zum einen mit Danner und Salger zwei Mittelblocker aus, zum anderen stand innerhalb von wenigen Minuten kein etatmäßiger Halbrechter mehr zur Verfügung. Dass sich die Nordhessen trotzdem im Leipziger Hexenkessel behauptet hatten, begründete Lemke mit einem Wort: Aufopferung. „Bei uns stimmt es im Team“, analysierte der Hüne nüchtern, „das war wieder ein Schritt nach vorn.“

Vor der Abfahrt aus der sächsischen Großstadt war die Stimmung auch deshalb etwas getrübt, weil niemand im MT-Lager so recht wusste, wie schwer es Danner und Häfner erwischt hat. Erst am Mittwochmittag gab Trainer Heiko Grimm nach eingehenden Untersuchungen leichte Entwarnung: „Schwerer verletzt sind sie nicht. Ob sie am Sonntag dabei sein können, wird sich aber erst in den nächsten Tagen entscheiden.“ 

Am Sonntag steigt schon das nächste Topspiel, wenn Tabellenführer TSV Hannover-Burgdorf ab 16 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle gastiert. Heute schauen die Melsunger auf die Auslosung des Viertelfinals, die im Anschluss an die Partie zwischen Flensburg und Hannover (17 Uhr, live bei Sky Sport News HD) stattfinden wird.

MT Melsungen kann Positives mitnehmen

Aus dem Spiel in Leipzig kann die MT einiges Positives mitnehmen. Zwar gelang es nicht, zum vierten Mal in Folge exakt 31 Treffer zu erzielen, dafür war aber auffällig, wie abgezockt das Team in einigen Phasen agierte. „Wir sind cool geblieben“, lobte Grimm. Rechtshänder Timm Schneider half auf der ungewohnten Position im rechten Rückraum aus. Kreisläufer Marino Maric sagte: „Wir sind nach den Ausfällen noch enger zusammengerückt.“

Insbesondere Maric verdiente sich ein Sonderlob: sieben Treffer selbst erzielt, vier eingeleitet. „Maric hatte zu viele Toraktionen“, stellte Leipzigs Coach André Haber enttäuscht fest. Für die MT wurde der Kroate aber nicht nur im Angriff, sondern auch in der Abwehr zu einem wichtigen Faktor: Maric sprang für Danner und Salger in die Bresche. „Der Job mit Finn im Innenblock hat mir viel Spaß gemacht“, stellte der 29-Jährige fest.

Wenn es am Auftritt der MT etwas zu kritisieren gab, dann war es die Chancenverwertung. Die Gäste hätten viel früher eine Vorentscheidung herbeiführen müssen. „Wir haben strukturiert nach vorn gespielt, Leipzig aber immer wieder zurückkommen lassen“, resümierte Linksaußen Yves Kunkel. Der vierfache Torschütze freute sich über den Erfolg an alter Wirkungsstätte. Zu einem wirklichen Gefühlsausbruch taugte Kunkels Reaktion aber auch nicht.

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