Handball-Bundesliga

MT Melsungen siegt in letzter Sekunde 25:24 und kann für Europa planen

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Sieg! Kreisläufer Felix Danner (links) und Abwehrchef Finn Lemke ballen die Fäuste. Kohring /Eibner-Pressefoto

Die MT Melsungen hat den Sprung in den EHF-Pokal fast sicher. Ein Treffer von Michael Allendorf zwei Sekunden vor Schluss nach Kempa-Anspiel von Lasse Mikkelsen sicherte dem Handball-Bundesligisten einen 25:24-Sieg beim HC Erlangen und vor dem letzten Heimspiel gegen Lemgo zunächst Rang fünf.

Welch ein Ende. Welch ein Kraftakt. Und vor allem: Was für ein letztes Tor ins Melsunger Glück. Zwei Sekunden vor Schluss markierte MT-Linksaußen Michael Allendorf nach Kempa-Pass von Lasse Mikkelsen das Tor zum knappen 25:24 (11:16)-Sieg beim HC Erlangen. Damit ist der nordhessische Handball-Bundesligist zurück auf dem fünften Rang – und kann nun so gut wie sicher für den Europapokal planen. Am frühen Abend hatten die Füchse Berlin in Flensburg verloren.

Zum Mann des Abends avancierte bei den Melsungern aber Torwart Johan Sjöstrand. In der zweiten Hälfte war er hinter einer sich steigernden MT-Deckung kaum noch zu überwinden. Seine Ausbeute: 15 Paraden. Somit machte er einen Spielausgang möglich, der lange nicht zu erwarten war. Denn das 25:24 war die einzige Führung der Gäste.

Die erste Überraschung des Abends gab es schon lange vor dem Anwurf. Johannes Sellin, früherer Melsunger Publikumsliebling, wärmte sich mit der Erlanger Mannschaft auf. Aber: Für einen Einsatz stand der an einem Fuß verletzte Rechtsaußen nicht zur Verfügung. Frisch geduscht und in zivil verfolgte er das Geschehen dann von der Tribüne aus. Und sah, dass seine Kollegen besser ins Spiel fanden als der Tabellensechste aus Nordhessen. Das Melsunger Spiel war in der Anfangsphase in etwa so zähflüssig wie der Verkehr rund um Nürnberg am Abend vor Christi Himmelfahrt.

Trainer Heiko Grimm verzichtete trotz eines schnellen 3:8-Rückstands und viel Passivität in der eigenen Deckung auf eine frühe Auszeit – durchaus diskutabel. Andererseits kämpfte sich sein Team heran. Felix Danner, vom Hallensprecher noch bei der offiziellen Vorstellung vergessen, traf zum 4:8 (10.). Simon Birkefeldt, Tobias Reichmann und Finn Lemke verkürzten auf 8:10 (18.). Zudem machte Torwart Johan Sjöstrand im Kasten nun einen wesentlich besseren Eindruck als zuvor Nebojsa Simic. Nach dem 10:11 von Lasse Mikkelsen war die MT besser im Spiel (21.).

Dass die MT bis zur Pause aber noch kein Duell auf Augenhöhe erzwungen hatte, lag - mal wieder - an fehlender Cleverness. Allerdings wehrte HCE-Torwart Nikolas Katsigiannis auch etliche Bälle gekonnt ab.

Wenn Grimm in der nach 22 Minuten genommenen Auszeit noch nicht die richtigen Worte gefunden hatte, dann wurde es jetzt in der Pausenansprache höchste Zeit. Umso mehr, weil sich Verfolger Bergischer HC parallel in Minden daran machte, nach Punkten und Toren gleichzuziehen. Zu viel Druck für die Melsunger?

Nach dem Wechsel durfte der zuletzt angeschlagen fehlende Roman Sidorowicz ran. Er führte sich mit dem 12:16 gut ein. Nur ein Mini-Schritt auf dem Weg zu einem Teilerfolg, der der MT auch schon sehr helfen würde. Die Hoffnung der Nordhessen wuchs - mit Philipp Müllers 14:17, Reichmanns 15:17 und Michael Allendorfs 16:17 (40.). Nicht zu vergessen: Sjöstrands gute Paraden. Die Gäste strahlten nun insgesamt mehr Aggressivität aus.

Sidorowicz glich zum 18:18 aus (42.). Nun hielten insbesondere Katsigiannis und der treffsichere Nico Büdel die Hausherren im Spiel. Das reichte, um das kleine Melsunger Hoch erst mal zu beenden. Es passte in dieser Phase ins Bild, dass Reichmann die Rote Karte sah, als er Christopher Bissel beim Tempogegenstoß foulte (53.).

Nur weil Sjöstrand einige Male exzellent parierte, das Team großartig kämpfte, gab es noch ein überaus erfreuliches Ende für Grimm und seine Mannen. Nun können sie recht entspannt dem Serienende am 9. Juni in Kassel gegen Lemgo entgegenblicken.

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