Handball-Team zwischen Europacup und Bundesliga

MT Melsungen siegt in Minden - ein Lebenszeichen zur rechten Zeit

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Endlich wieder gejubelt: MT-Rechtsaußen Tobias Reichmann freut sich über den Sieg in Minden.

Am Donnerstag noch in der Bundesliga in Minden, heute schon im Europapokal gegen Piräus - die Handballer der MT Melsungen haben mit dem Erfolg gegen GWD ein Lebenszeichen gesendet. 

Da kennt er nichts, der Tobias Reichmann. Obwohl schon einen verworfen, schnappt sich der Rechtsaußen der MT Melsungen knapp eine Minute vor Schluss den Ball und trifft vom Siebenmeterpunkt zur 28:27-Führung für den Handball-Bundesligisten. Und weil GWD Minden danach in der MT-Abwehr hängen bleibt und im Gegenzug Domagoj Pavlovic erfolgreich ist, gelingt den Nordhessen der so wichtige 29:27 (15:13)-Auswärtssieg in der Kampa-Halle.

Nach zwei Niederlagen in Folge mit wenig erbaulichen Leistungen kommt dieser Erfolg zur rechten Zeit. Reichmann bezeichnete den Kraftakt am Donnerstagabend als Lebenszeichen. „Der Sieg tut unheimlich gut. Vor allem für den Kopf.“ Der 31-Jährige dachte da an die kommenden Aufgaben. Denn für die MT geht es nun Schlag auf Schlag. Bereits heute ist Olympiakos Piräus zum Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde im EHF-Cup zu Gast. Anwurf in der Rothenbach-Halle ist um 19 Uhr.

Reichmann sagte nach der Partie in Ostwestfalen aber auch, dass der Europapokal in den Köpfen keine Rolle gespielt habe. „In unserer Situation wäre es fahrlässig gewesen, sich nicht voll und ganz auf Minden zu konzentrieren.“ Auf jeden Fall haben die Nordhessen dank des Pflichtsieges, wie ihn Reichmann bezeichnete, Selbstvertrauen getankt. Obwohl sie sich das Leben gegen den Altmeister selbst schwergemacht haben.

Nach einem furiosen Auftakt und einer 6:1-Führung sah es nach zehn Minuten zunächst nach einer klaren Angelegenheit aus. Vor allem die zuletzt kritisierte Abwehr präsentierte sich endlich wieder stabil. Daran hätten sie gearbeitet, erklärte Heiko Grimm: „Was Felix Danner und Finn Lemke im Mittelblock gemacht haben, war sehr, sehr gut“, lobte der MT-Trainer. Allerdings stellte er auch fest, dass im Angriff die Leichtigkeit gefehlt habe.

Nicht zu bremsen: Kai Häfner.

Das führte zu zum Teil haarsträubenden Fehlern. „Da haben wir den Faden verloren“, sagte Reichmann – und die Grün-Weißen holten auf. Aber im Gegensatz zu den vorherigen Spielen bewahrte die MT in Minden die Ruhe und setzte permanent „Nadelstiche“, wie GWD-Trainer Frank Carstens feststellte.

Nicht nur die erstarkte Deckung und die wiedergefundene Geduld sollten den Melsungern Auftrieb geben. Trainer Grimm dürfte zufrieden festgestellt haben, dass Pavlovic den erkrankten Lasse Mikkelsen nicht nur gut als Spielgestalter vertrat, sondern dass der Kroate zusehends an Sicherheit gewinnt. Und nicht zuletzt war einmal mehr auf Kai Häfner Verlass. „Ich habe schon schlechtere Halbrechte gesehen“, sagte Grimm augenzwinkernd.

Tatsächlich war der Linkshänder mit neun Toren erneut bester MT-Werfer. „Ich bin froh, dass ich der Mannschaft geholfen habe. Ich fühle mich wohl und kann mich nicht beklagen“, sagte Häfner. Aus dessen Sicht habe die MT verdient gewonnen. Sie seien die bessere Mannschaft gewesen, hätten es aber verpasst, den Sack früher zuzumachen. „Wenn’s doof läuft, enden solche Spiele unentschieden.“

Tat es aber nicht. Und so gehen die Nordhessen besser gelaunt als zuletzt in die Englischen Wochen. Wobei Häfner zugibt, dass nur ein Tag Pause zwischen zwei Spielen schon ziemlich heftig sei. Am Freitag stand für die MT-Profis daher nur Videoschulung und Regeneration auf dem Programm. „Grundsätzlich finde ich so einen Rhythmus gut. Ich spiele lieber, anstatt zu trainieren“, sagt Häfner. Heute gegen Piräus wollen er und seine Kollegen die Grundlage fürs Weiterkommen legen – und ein weiteres Lebenszeichen abgeben.

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