Interview mit Sportchef Roggisch

Vor MT-Spiel: Warum die Löwen keine alten Videos herauskramen

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Das war im Mai dieses Jahres: Melsungens Nebojsa Simic (rechts) jubelt, Löwen-Angreifer Mads Mensah Larsen ist am Boden.

Kassel/Mannheim. Am Mittwoch steigt ab 19 Uhr der Handball-Schlager zwischen den Rhein-Neckar Löwen und der MT Melsungen. Wir haben im Vorfeld mit Löwen-Sportchef Oliver Roggisch gesprochen. 

104 Tage ist es her, dass die Handballer der MT Melsungen einen außergewöhnlichen Erfolg in der Handball-Bundesliga feierten. Am 24. Mai stürzten die Nordhessen den Deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen vom Thron. Die Mannheimer verpassten nach der 23:24-Heimpleite den Titel-Hattrick und mussten sich hinter der SG Flensburg-Handewitt mit Platz zwei begnügen. Die MT wurde plötzlich zum Meistermacher.

Bereits am dritten Spieltag dieser Serie stehen sich die beiden Klubs wieder gegenüber. Anwurf in der Mannheimer SAP-Arena ist am morgigen Mittwoch um 19 Uhr (Sky). Im Vorfeld des Duells haben wir mit dem Sportlichen Leiter der Löwen, Oliver Roggisch, gesprochen.

Roggisch über...

... die Niederlage im Mai: „Wir haben die Meisterschaft nicht gegen die MT verloren. Ärgerlich war eher so ein spätes Unentschieden wie kurz zuvor beim HC Erlangen. Wir leben in der Gegenwart. Es werden keine Videos aus der letzten Saison herausgekramt. Melsungen ist ein richtig starker Gegner. Wir werden alles reinlegen müssen, um zu gewinnen.“

Oliver Roggisch

... die Integration der Neuzugänge: „Wir haben mit Ilija Abutovic einen richtig guten Abwehrspieler dazubekommen. Zwar hatten wir mit dem nach Kiel gewechselten Hendrik Pekeler noch mehr Variationsmöglichkeiten, dafür haben wir aber mit Abutovic, Gedeon Guardiola und Jesper Nielsen drei groß gewachsene Verteidiger. Mit der Deckung bin ich schon sehr zufrieden, zumal man auch bedenken muss, dass Guardiola lange verletzt war. Im Angriff können wir mit Jannik Kohlbacher nun einen der besten Kreisläufer der Liga aufbieten. Auch Steffen Fäth im Rückraum macht uns schon viel Spaß. Vladan Lipovina wird noch seine Zeit brauchen. Wir werden ihn behutsam hinter Alex Petersson aufbauen.“

... die Ziele für die kommende Saison: „Wir haben den Anspruch, in der Champions League zu spielen. Deshalb wollen wir einen der ersten beiden Plätze erreichen. Wir wissen allerdings, wie hart die Konkurrenz ist. Magdeburg hat einen guten Kader, Melsungen auch – und Flensburg und Kiel sind ohnehin ganz vorn zu erwarten. Die Spitze in der Liga ist dichter beisammen.“

... die Erwartungen an das Duell mit der MT: „Es wird wie immer sehr eng zugehen. Ich rechne mit einem emotionsgeladenen Spiel, das von den Abwehrreihen und den Torhütern lebt. Wenn wir unser Spiel durchbringen, haben wir gute Chancen, die Punkte diesmal hier zu behalten.“

Oliver Roggisch: Zur Person 

Oliver Roggisch, am 25. August 40 Jahre alt geworden, spielte während seiner aktiven Zeit für Schutterwald, Göppingen, Essen, Magdeburg und die Rhein-Neckar Löwen. Mit der deutschen Nationalmannschaft gewann der Abwehrchef und Kreisläufer unter anderem 2007 in Köln den WM-Titel. Nach Ende seiner Karriere wurde der aus Villingen-Schwenningen stammende Roggisch zunächst Co-Trainer von Chefcoach Nikolaj Jacobsen. Seit März 2016 fungiert er zusätzlich als Sportlicher Leiter bei den Mannheimern. Außerdem ist Roggisch Teammanager der DHB-Auswahl. Der 2,02 m große Ex-Handball-Profi ist verheiratet und hat einen Sohn.

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