Handball-Bundesligist erwartet hessischen Rivalen

MT Melsungen gegen HSG Wetzlar - ein Derby und drei Spielmacher

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Schweizer Rückraumakteur in Melsunger Diensten: Roman Sidorowicz. 

Kassel. Derbyzeit in der Handball-Bundesliga: Die MT Melsungen empfängt heute ab 20.45 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle den hessischen Rivalen HSG Wetzlar. Dabei rücken die MT-Spielmacher in den Fokus. 

Als der Schweizer Roman Sidorowicz das letzte Mal als Spielmacher agierte, trug der Handballer noch das Trikot von Amicitia Zürich – das war zu Beginn seiner Profi-Karriere vor fast einem Jahrzehnt. Bei der 23:30-Niederlage des Bundesligisten Melsungen in Flensburg stellte ihn der neue MT-Trainer Gudmundur Gudmundsson auf die Mitte-Position – und nicht in den linken Rückraum, wo Sidorowicz normalerweise eingesetzt wird.

Domagoj Pavlovic

„Sido kann beide Aufgaben übernehmen. Er ist stark in 1:1-Situationen und hat auch einen guten Wurf“, lobt Gudmundsson den Schweizer. Der Eidgenosse freut sich über die ungewohnte Rolle. „Auch auf der Mitte ist meine Schnelligkeit gefragt“, weiß der 28.Jährige, „der einzige Unterschied ist nur, dass ich auch Spielzüge ansagen muss.“ Ob Sidorowicz auch im Hessenderby heute ab 20.45 Uhr in der ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle gegen die HSG Wetzlar als Regisseur aufgeboten wird, hängt vom Einsatz Lasse Mikkelsens ab. Der Däne leidet seit dem 35:33 im Europacup gegen Silkeborg an einer Kapselverletzung, die er sich bei einer Abwehraktion zuzog. „Das Knie ist noch nicht hundertprozentig in Ordnung. Zur Not kann ich aber gegen Wetzlar ein bisschen spielen“, erklärt Mikkelsen hoffnungsvoll.

Er hat aber auch großes Vertrauen in die Kollegen. Damit meint er neben Sidorowicz vor allem den kroatischen Nationalspieler Domagoj Pavlovic. „Beide“, sagt der blonde Schlaks aus Dänemark, „wissen ganz genau, was sie machen müssen. Sie brauchen keine extra Hilfe von mir.“

In Flensburg brauchten Pavlovic und Sidorowicz ein paar Minuten Anlaufzeit, um den Rhythmus aufzunehmen und Akzente setzen zu können. „Ich habe in den letzten ein, zwei Monaten nicht viel gespielt. Und Selbstvertrauen bekommst du nicht, auch wenn du sechs Stunden pro Tag in der Halle trainierst“, betont der Kroate. Ihm gelangen am Mittwoch zwei Tore – genau wie Sidorowicz. „Wir haben schon vor dem Spiel viel miteinander gesprochen und uns gegenseitig Tipps gegeben“, erklären die Rückraumstrategen unisono.

Heute wollen sich die Melsunger für ihren enormen Aufwand auch mit zwei Punkten belohnen. „Ein schweres Spiel“, warnt allerdings Sidorowicz. In der Hinrunde lag die MT in Wetzlar zur Pause 11:17 zurück, schaffte es aber noch, die Partie zu drehen und 31:26 zu gewinnen.

Lasse Mikkelsen

Ein weiterer Erfolg gegen den hessischen Rivalen wäre in doppelter Hinsicht wichtig. Zum einen können die Melsunger den Rückstand auf die Europacup-Ränge verkürzen und den Abstand auf den Tabellennachbar Wetzlar vergrößern. Zum anderen möchten sie sich mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause verabschieden. Nach dem heutigen Auftritt hat die MT bis zum Donnerstag, 19. März, keinen Pflichtspiel-Einsatz mehr – erst dann gastiert das Team in Göppingen.

Die wettkampffreie Zeit wollen die Melsunger nutzen, um Gudmundssons Spielphilosophie noch mehr zu verinnerlichen. Das heißt: aus einer beweglichen Abwehr mit Tempo nach vorn. „Ich verfolge seinen Weg schon länger. Gudmi ist eine echte Kapazität“, stellt Mikkelsen klar, „ich hoffe, dass wir seine Ideen rasch gut umsetzen können.“ Dabei hängt viel von den MT-Spielmachern ab.

Hintergrund

Melsungens Trainer Gudmundur Gudmundsson trifft im Hessenderby auf einen alten Bekannten. Denn Kai Wandschneider, Wetzlars Chefcoach, war vor knapp 20 Jahren kurzzeitig bei Bayer Dormagen der Assistent des Isländers. „Er macht einen sehr guten Job“, sagt Gudmundsson über seinen Gegenüber. Der Isländer hat auch großen Respekt vor Wetzlar: „Wir müssen sehr geduldig verteidigen und immer hellwach sein.“ 

Die MT muss im 30. Bundesliga-Duell dieser beiden Klubs auf Felix Danner verzichten. Bei den Gästen fehlt Stefan Kneer. Der Abwehrstratege, der im Sommer nach Hüttenberg wechselt, muss wegen Rückenproblemen am Montag operiert werden. 

Hinweis der MT Melsungen:  Die MT Melsungen hat angesichts der Corona-Thematik am Donnerstag Verhaltensempfehlungen herausgegeben, mit der Bitte, folgendes zu beachten: Wer Symptome von Infekten, insbesondere der Atemwege aufweist, oder sich in irgendeiner Form geschwächt oder krank fühlt, sollte im eigene Interesse aber auch aus Respekt vor der Gesundheit seiner Mitmenschen größere Menschenansammlungen meiden und der Veranstaltung fernbleiben. Direkter körperlicher Kontakt wie etwa Händeschütteln sollte vermieden werden. Husten oder niesen Sie in die Armbeuge. Verwenden Sie Einmaltaschentücher und entsorgen diese nach jedem Gebrauch. Waschen Sie gründlich und regelmäßig die Hände. Berühren Sie mit den Händen nicht die Nasen-, Mund- und Augenschleimhaut (zum Beispiel nach Kontakt mit Türgriffen). Über die Hygieneempfehlungen informieren auch entsprechende Aushänge in der Rothenbach-Halle. Der Bundesligist bittet zudem Fans und Zuschauer um Verständnis, dass die Spieler derzeit keine Wünsche nach Autogrammen oder gemeinsamen Fotos erfüllen können.

Auch die Europacup-Spiele des Handball Bundesligisten MT Melsungen sind wegen des Coronavirus abgesagt. Bis Ende März findet kein Training statt.

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