Fünf Fakten zum Spiel bei GWD Minden

MT Melsungen spielt 30:30 bei den Remis-Experten

Ein packendes Spiel: Melsungens Kai Häfner (linkes Bild, hier im Angriff gegen Mindens Joshua Thiele) traf siebenmal.
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Ein packendes Spiel: Melsungens Kai Häfner (linkes Bild, hier im Angriff gegen Mindens Joshua Thiele) traf siebenmal.

Das Auswärtsspiel der MT Melsungen bei GWD Minden kam einer Achterbahnfahrt der Gefühle gleich. Und so wussten die nordhessischen Bundesliga-Handballer nach Abpfiff nicht so richtig, ob sie beim 30:30 (12:15) einen Punkt gewonnen oder einen verloren hatten.

Kassel - Schließlich hatten sie in der ersten Halbzeit mit fünf Toren geführt und lagen auch bis in die Schlussphase immer vorn.

Am Ende mussten die Gäste aber froh sein, dass sie noch ein Unentschieden erreichten. Dafür sorgte Kai Häfner mit seinem Treffer sieben Sekunden vor Schluss. „Deswegen haben wir gemischte Gefühle“, sagt MT-Trainer Gudmundur Gudmundsson. Fünf Fakten zum Remis in Ostwestfalen.

1. Heinevetters Paraden

„Die Torhüterleistung war sehr gut“, lobte Gudmundsson. Das lag vor allem an Silvio Heinevetter. 15 Paraden zeigte er – davon sogar zehn in der ersten Halbzeit. Darunter waren zwei Siebenmeter. Hinzu kamen noch zwei Paraden von Nebojsa Simic, der in der Schlussphase im Tor stand. Und selbst von Schiedsrichter Nils Blümel ließ sich Heinevetter nicht aufhalten: In der 36. Minute hatte die MT in Unterzahl einen sechsten Feldspieler im Angriff für Heinevetter gebracht. Als GWD-Keeper Malte Semisch einen Ball hielt, warf er ihn auf das leere MT-Tor. Heinevetter spurtete zurück, hielt den Ball, prallte aber mit Blümel zusammen, der einen ungewöhnlichen Weg gewählt hatte.

2. Beeindruckender 8:0-Lauf

Es waren beeindruckende zehn Minuten. Mit einem 8:0-Lauf drehte die MT zwischen der 19. und 29. Minute einen 7:10-Rückstand in eine 15:10-Führung um. „Diese Phase war überragend“, sagte Gudmundsson. Bei der MT passte alles – von der Torhüterleistung über Abwehr bis zum Angriff. Drei Tore warf in dieser Phase Kreisläufer Marino Maric, der mit insgesamt sechs Treffern zweitbester MT-Torjäger hinter Kai Häfner (7) war. Maric ersetzte im Angriff den zuletzt starken Felix Danner, der ausfiel, weil er sich gegen Göppingen einen Nasenbeinbruch zugezogen hatte. In der Defensive übernahm Arnar Freyr Arnarsson die Position von Danner im Mittelblock und machte seine Sache ebenfalls gut.

3. Die Melsunger Schwächen

Der 8:0-Lauf verpuffte, weil die MT in der ersten und zweiten Halbzeit jeweils Startschwierigkeiten hatte. So geriet sie 2:5 und 7:10 in Rückstand. Im zweiten Durchgang glich Minden dann wieder zum 18:18 aus (39.) und blieb fortan dran. Es waren Phasen, in denen sich Melsungen viele technische Fehler leistete. Insgesamt waren es zehn. „In engen Spielen sind das zu viele Fehler“, sagte der Isländer. Zum Vergleich: Beim 31:23-Sieg gegen Göppingen waren es fünf.

Schwächen offenbarten die Gäste mal wieder im Rückzugsverhalten. „Wir haben zu viele Gegentore nach erster und zweiter Welle sowie Schneller Mitte bekommen“, sagte der Trainer. Mit der Abwehr im Positionsspiel war er zufrieden, mit der Torhüterleistung sowieso. Und im Angriff? „Wenn du 30 Tore wirfst, sollte das eigentlich für einen Sieg reichen.“ Aufgrund der Schwächen tat es das aber nicht. Nach den starken Leistungen in Leipzig und gegen Göppingen war das Remis bei abstiegsgefährdeten Mindenern ein Dämpfer.

4. Spannende Schlussphase

Es entwickelte sich ein Krimi. In der 57. Minute gingen die Mindener erstmals wieder durch Doruk Pehlivan in Führung – 29:28. Eine Minute vor Schluss hatte GWD den Ball und die Chance, mit dem 31:29 für die Entscheidung zu sorgen. Aber Simic zeigte gegen Juri Knorr eine wichtige Parade. Und auf der anderen Seite traf Häfner sieben Sekunden vor Ende per Hüftwurf zum 30:30.

5. Die Remis-Experten

Das sind ohne Frage die Mindener. Das Hinspiel bei der MT endete 24:24. Gegen keinen Gegner in der Bundesliga spielten die Nordhessen so häufig remis wie gegen GWD – nun sechsmal. Und die Mindener haben in dieser Saison schon siebenmal die Punkte geteilt, so viel wie kein anderes Team der Liga. Die Melsunger haben bis Mittwoch Pause, aber dann warten in fünf Tagen die schweren Spiele beim Bergischen HC, in Kiel und in Flensburg. (Manuel Kopp)

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