Handball-Bundesligist beim Tabellenletzten

MT Melsungen: Kein entspannter Ausflug nach Nordhorn

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Es gibt Redebedarf: MT-Regi sseur Domagoj Pavlovic (Mitte) bespricht sich mit Tobias Reichmann (links) und Kai Häfner. 

Die Reise an die niederländische Grenze hat für die Bundesliga-Handballer der MT Melsungen nicht einmal ansatzweise den Charakter eines entspannten Ausflugs am Wochenende.

Wenn das Team von MT-Trainer Heiko Grimm am Sonntag ab 16 Uhr im Euregium beim punktlosen Tabellenletzten HSG Nordhorn-Lingen antritt, dann werden die Fans den Gästen sogar noch ein bisschen genauer als sonst auf die Finger schauen.

Die entscheidenden Fragen: War der jüngste 31:29-Sieg der MT gegen den SC Magdeburg nur ein Strohfeuer? Und hat die Melsunger Mannschaft die nötigen Lehren aus dem 23:36-Desaster vor zwei Wochen beim Neuling HBW Balingen-Weilstetten gezogen?

„Uns wird ein kampfstarker und hochmotivierter Gegner erwarten“, sagt Grimm, „so etwas hatten wir noch vor gar nicht langer Zeit erst.“ Ohne Frage: Nordhorn ist genauso wie Balingen ein Neuling. Nach fünf Spieltagen steht die HSG aber anders als der Mitaufsteiger noch ohne zählbaren Erfolg da. Wir blicken auf das anstehende Auswärtsspiel der Nordhessen und die verschiedenen Themen.

Die Ausgangslage

Um es noch einmal klarzumachen: Melsungen ist haushoher Favorit. Auch wenn die aktuelle schlechte Tordifferenz des Tabellenneunten (-13) auch ganz gut zur Position des morgigen Gegners passen würde. „Es liegt nur an uns, die Aufgabe angemessen zu lösen“, stellt Grimm klar. Er setzt darauf, dass seine Mannschaft ähnlich entschlossen zu Werke geht wie gegen Magdeburg. „Wir wollen ein klares Statement abgeben“, ergänzt Kreisläufer Felix Danner.

Das Personal

Grimm hat in dieser Serie personell schon einiges probiert – nicht immer mit großem Erfolg. Weswegen besonders spannend zu sehen sein wird, wer diesmal in der Startformation steht. Seinen Platz sicher hat nur Torwart Nebojsa Simic, nachdem er die Magdeburger schier zur Verzweiflung gebracht hatte. Auf der Mitte begann Grimm zuletzt überraschend mit Domagoj Pavlovic – anstelle von Lasse Mikkelsen. Der Däne habe im Vorfeld etwas gestresst gewirkt, erklärte Grimm später. Mit der Maßnahme wollte der Coach etwas Druck vom blonden Schlaks nehmen – und Mikkelsen war in der entscheidenden Phase der erhoffte Stratege.

Die lange Freundschaft

Sie wurden im selben Krankenhaus im niederländischen Deurne geboren. Arjan Haenen, der Co-Trainer der Melsunger, bezeichnet Nordhorns zwei Meter großen Kreisläufer Toon Lenders „als seinen allerbesten Freund“. Von der B-Jugend bis zur ersten Männermannschaft waren sie sogar Vereinskollegen. „Zusammen mit zwei anderen Kumpels haben wir immer noch eine Clique in unserer Heimat“, fügt Haenen hinzu. Der Melsunger war vor einem Jahr Lenders’ Trauzeuge.

Der Gegner

Als die Nordhorner im Juli in die Vorbereitung starteten, trug noch Erfolgs- und Aufstiegscoach Heiner Bültmann bei der HSG die Verantwortung. Aus gesundheitlichen Gründen kündigte dieser aber kurz darauf an, erst eimal zu pausieren. Der entscheidende Tipp für den Nachfolger kam von Neuzugang Robert Weber. „Ich bin mit Geir Sveinsson immer gut ausgekommen“, sagt Weber, der unter dem Isländer schon in Magdeburg gearbeitet hatte.

Zwar warten die Grafschafter noch auf den ersten Punkt, der österreichische Rechtsaußen ist aber guter Dinge: „In unserer Mannschaft steckt Qualität, und wir steigern uns praktisch täglich.“ So blickt Weber der Begegnung am Sonntag frohen Mutes entgegen. „Melsungen ist natürlich besser aufgestellt“, erklärt der Torjäger, „wir wissen aber auch, dass etwas möglich ist.“ Stichwort Balingen.

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