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MT Melsungen spielt 34:34 beim HC Erlangen: Sekunden, die für Gesprächsstoff sorgen

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Von: Björn Mahr

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Enttäuscht: Agustin Casado sah die Rote Karte. Links: David Mandic.
Enttäuscht: Agustin Casado sah die Rote Karte. Links: David Mandic. © IMAGO/ZINK

Die Handballer des Bundesligisten MT Melsungen haben nach strittigen Szenen den Sieg beim HC Erlangen verpasst.

Kassel – Es waren nur ein paar Sekunden – aber die letzte halbe Minute des Auswärtsspiels der MT Melsungen in der Handball-Bundesliga beim HC Erlangen sorgte für mehr Gesprächsstoff als die 59 Minuten zuvor. Und die Gäste aus Nordhessen behalten die letzten Szenen der Partie in keiner guten Erinnerung. Nicht nur, weil sie kurz vor Ende noch durch Christoph Steinert das Gegentor zum 34:34-Endstand kassierten. Sondern auch, weil es in der Arena in Nürnberg hitzig wurde.

Das große Thema war neun Sekunden vor Schluss die Disqualifikation von Melsungens Agustin Casado, der sich in den Freiwurf des Gastgebers stürzte. Nach Einschätzung der beiden Schiedsrichterinnen bewegte sich der Spanier zu früh nach vorn. „Ich muss es mir auf dem Video noch einmal anschauen. Wenn sie etwas erkennen, dann müssen sie es auch ahnden“, sagt MT-Coach Roberto Garcia Parrondo. „Aber wenn sie es pfeifen, dann müssen es die Unparteiischen auch in jedem anderen Spiel pfeifen.“

Die Melsunger bezweifeln, dass dieses Vergehen im Handball konsequent bestraft wird. „Jede Abwehr geht in einer solchen Freiwurf-Situation schnell raus“, erklärt Defensivstratege Gleb Kalarash. Im Fall der MT bedeutete es nun eine Rote Karte gegen Casado und einen Siebenmeter für die Franken.

Eine Frage, die die Beteiligten ebenfalls beschäftigte: Hätte es überhaupt einen Freiwurf geben dürfen? Zwölf Sekunden vor Ende erkannten Tanja Kuttler und Meike Merz nämlich einen Wechselfehler beim HCE – Nico Büdel wurde vom Feld gestellt. Die Erlanger durften aber in Ballbesitz bleiben.

Schon lange vor Ablauf der Spielzeit gab es einen weiteren Aufreger. In der 37. Minute scheitert Erlangens Hampus Olsson von der Siebenmeterlinie an Nebojsa Simic. Doch weil Kalarash zu früh einen Schritt nach vorn gemacht hatte, ließen die Unparteiischen den Strafwurf wiederholen. Diesmal traf Steinert zum 19:21.

Es hätte gar nicht soweit kommen müssen, dass es ein bitteres Ende für die MT nimmt. Denn die Nordhessen waren über weite Strecken das bessere Team. „Wir haben von Anfang an den Willen und die Entschlossenheit zum Sieg gezeigt“, stellte Melsungens litauischer Mittelmann Aidenas Malasinskas fest. „Wir haben uns gegenseitig unterstützt, das war auf dem Feld genauso wie auf der Bank spürbar.“ Ähnlich sah es der Russe Kalarash: „Es war ein Spiel mit Emotionen, guter Abwehr und vielen Toren.“

Allein im ersten Durchgang gelangen den Gästen 18 Treffer. So viele hätten es durchaus auch in Durchgang zwei sein können. Nach 50 Minuten scheiterte Dimitri Ignatow aus guter Position an Tormann Klemen Ferlin. Kurz darauf spielte Casado den Brasilianer Rogerio Moraes am Kreis frei – doch dem Südamerikaner, kurz zuvor noch sehenswert mit der Rückhand erfolgreich, unterlief ein technischer Fehler.

„Es haben Kleinigkeiten gefehlt“, resümierte Kalarash. Parrondo war zwar enttäuscht darüber, dass sein Team nur einen Punkt mit nach Hause nahm, betonte aber auch: „Ich bin sehr glücklich darüber, wie die Mannschaft gespielt und gekämpft hat.“

Nun gilt es, am Sonntag ab 14 Uhr (Rothenbach-Halle) gegen Meisterschaftsanwärter Füchse Berlin daran anzuknüpfen. „Wir müssen mit der gleichen Intensität ans Werk gehen“, hofft Parrondo. Vielleicht haben die Nordhessen dann auch in der entscheidenden Phase das nötige Quäntchen Glück. (Björn Mahr)

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