Stromausfall sorgt für lange Halbzeitpause

MT Melsungen startet mit einem 26:26 in Lemgo in die Saison

Umkämpft: Melsungens Kai Häfner (rechts) wird von Lemgos Andrej Kogut bedrängt.
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Umkämpft: Melsungens Kai Häfner (rechts) wird von Lemgos Andrej Kogut bedrängt.

Der Auftakt in eine neue Bundesliga-Saison ist immer etwas Besonderes. Es gibt neue Spieler zu bestaunen – das war auch beim Auftritt der MT Melsungen beim TBV Lemgo Lippe so. Der Handball-Abend in der Phoenix-Contact-Arena in Lemgo war aber aus mehreren Gründen außergewöhnlich – der 26:26 (12:11)-Endstand passte dazu.

Lemgo - Fangen wir aber damit an, dass nun wieder viele Zuschauer in der Halle waren – in der vergangenen Saison pandemiebedingt nicht möglich. Insgesamt 1809 Fans, darunter auch einige Anhänger von der MT, bildeten eine stimmungsvolle Kulisse. Und erstmals begann ein Spiel um 19.05 Uhr. Daran müssen sich auch die Spieler erst noch gewöhnen. Schon um 19 Uhr hatten sie ihre Positionen eingenommen – und mussten sich dann entsprechend gedulden.

Da wussten die Profis auf beiden Seiten aber noch nicht, dass sie noch einmal viel länger warten sollten. Unmittelbar nach der Pausensirene ging in der Arena das Licht aus – wegen eines Stromausfalls in Lemgo. Mehr als eine halbe Stunde ging nichts. Gerade als der Hallensprecher noch um etwas Geduld bitten wollte, gingen die Lampen wieder an. Die Partie konnte zu Ende gespielt werden.

Aber erst mal zurück zum Spielanfang. Da zeigten sich die Melsunger voll fokussiert. In der siebten Minute lagen die Gäste 3:1 vorn: Julius Kühn, Timo Kastening und Elvar Örn Jonsson, einer der angesprochenen Neuen, waren erfolgreich. Es war sehr ordentlich, was die MT über weite Strecken der ersten Hälfte hinlegte. Trainer Gudmundur Gudmundsson setzte zunächst wie erwartet auf Kühn, Kapitän Kai Häfner, Jonsson, die Außen Kastening und Yves Kunkel sowie Kreisläufer Arnar Freyr Arnarsson. Das Tor hütete Silvio Heinevetter, der sich auch einige Male auszeichnete. Wie in der 15. Minute, als er einen Schlagwurf von Andrej Kogut aus dem Winkel holte.

Ein Doppelschlag von Häfner bescherte den Nordhessen eine 10:6-Führung (23.). Doch wie auch schon oft in der vergangenen Saison mussten die Melsunger bis zum Seitenwechsel den Gegner wieder herankommen lassen. Also bis zur Pause mit Überlänge.

Nichts geht mehr: In der Halbzeitpause fiel in Lemgo der Strom aus.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts brauchte Melsungen einige Zeit, um wieder Rhythmus aufzunehmen. Es schien, als hätte man der Mannschaft auch mal kurz den Stecker gezogen. Die eindeutig bessere Torwartleistung in dieser Phase hatte der TBV, bei dem Peter Johannesson groß aufdrehte.

Gudmundsson tauschte. Brachte Nebojsa Simic für Heinevetter – und der Montenegriner kämpfte sich in die Partie. Die MT musste zwar wiederholt den Ausgleich einstecken, in Rückstand geriet sie aber nicht. Wichtig, dass Tobias Reichmann nicht nur vom Siebenmeterpunkt eiskalt war. Und auch Marino Maric setzte Akzente.

Es entwickelte sich ein packendes Duell. Es war viel mehr Spannung als noch Anfang Juni, als die Lemgoer im Pokalfinale in Hamburg der MT keine Chance gelassen hatten. Es war eine echte Prüfung für das Nervenkostüm der Melsunger. In den entscheidenden Minuten ging bei der MT insbesondere Jonsson voran. Er markierte auch das 26:25. Doch die Hausherren bekamen noch eine Chance: Ihr Neuzugang Lukas Hutecek erzielte den Ausgleich. Ein letzter Fernwurf Jonssons brachte keine Gefahr mehr für den Kasten der Lipperländer.

Schon am Samstag ab 20.30 Uhr hat die MT ihr erstes Heimspiel zu bestreiten. Der THW Kiel kommt in die Kasseler Rothenbach-Halle. Auf eine ausgedehnte Halbzeitpause können die Melsunger dann gut verzichten. (Björn Mahr)

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