Bundesligist steckt nun in einem Vierkampf

MT Melsungen nach Niederlage beim Bergischen HC: Stresstest nicht bestanden

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Frust pur: Melsungens Kapitän Finn Lemke beißt nach dem Spiel in sein Trikot. 

Nach der Niederlage der MT Melsungen beim Bergischen HC und beim Blick auf die Tabelle ist klar: Die Konkurrenz sitzt den Nordhessen im Nacken. Ein Situationsbericht.

Der Satz des Abends kam von Marino Maric. „Jetzt haben wir keine Luft mehr“, erklärte der kroatische Kreisläufer des Handball-Bundesligisten MT Melsungen nach der bitteren 24:25 (14:14)-Niederlage beim Bergischen HC.

Was der Routinier damit meinte, wurde spätestens beim Blick auf die Tabelle klar: Den Melsungern sitzt die Konkurrenz im Rennen um den wichtigen fünften Platz nun dicht im Nacken.

Tatsächlich hat es die MT versäumt, einen großen Schritt in Richtung Europapokal zu machen. „Nun ist es ein Vierkampf“, brachte es Lasse Mikkelsen auf den Punkt. Bei einem Sieg in Wuppertal hätten die Nordhessen den Abstand auf den BHC auf fünf Zähler erhöhen können – nun ist es nur noch ein Pünktchen. Und da die Bergischen Löwen genauso wie die Füchse Berlin in der Tordifferenz etwas besser sind als die MT, hat sich die Lage für die Mannschaft von Trainer Heiko Grimm erheblich zugespitzt. Auch Göppingen mischt nun wieder mit.

Dabei hatten die Melsunger noch vor ein paar Wochen erst Göppingen und dann Berlin bezwungen. Die Niederlage gegen den Bergischen HC wäre leichter zu verkraften, wenn die MT nicht vor der dreiwöchigen Pause schon gegen Stuttgart gepatzt hätte. Die beiden Partien weisen allerdings erstaunliche Parallelen auf. In beiden Duellen erarbeiteten sich die Melsunger eine gute Position, schlugen aber aus dem vorhandenen spielerischen Potenzial nicht das nötige Kapital und bekamen Probleme. Die Erkenntnis: Den Stresstest hat die MT nicht bestanden.

„Die Welt geht mit dieser Niederlage nicht unter“, stellte Axel Geerken fest. Aber auch dem Manager wird nicht entgangen sein, dass das Team in einigen Phasen nicht die nötige Nervenstärke und Entschlossenheit bewies. Oder wie es Marino Maric ausdrückte: „Uns fehlt der Killerinstinkt.“ In den letzten sieben Minuten beim BHC hatte die MT dreimal die Gelegenheit, auf 25:23 davonzuziehen. Doch die Anläufe, die Kapitän Finn Lemke und seine Mitstreiter unternahmen, waren nicht geschickt vorgetragen. Dass die Heimmannschaft noch die Nase vorn hatte – fast folgerichtig.

Bitter zudem: Trainer Grimm beantragte bereits in der 57. Minute seine dritte Auszeit. Keine gute Entscheidung, wie der weitere Spielverlauf zeigen sollte. In den letzten Sekunden hätte es geholfen, wenn sie noch einmal in Ruhe den letzten Angriff hätten besprechen können.

Bei aller Enttäuschung über die jüngsten Ergebnisse: Die Melsunger haben das Erreichen des fünften Platzes immer noch in der eigenen Hand. „Alle vier beteiligten Klubs haben jetzt noch zwei, drei ganz schwere und zwei, drei vermeintlich lösbare Aufgaben“, betont Maric. Mikkelsen glaubt an die eigene Stärke: „Wir haben die Qualität, um jeden Gegner zu schlagen.“ Schon das nächste Spiel wird ein weiterer harter Prüfstein. Am Samstag ab 20.30 Uhr gastiert GWD Minden in der Kasseler Rothenbach-Halle.

Service: Das ist der Spielplan der MT Melsungen für die Saison 2018/2019

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