Alle freuen sich mit Julian Fuchs

MT Melsungen: Talent sorgt beim Sieg in Essen für den umjubelten Schlusspunkt

Kapitän Finn Lemke (links) freut sich mit Youngster Julian Fuchs über dessen erstes Bundesliga-Tor.
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Der erste Gratulant: Kapitän Finn Lemke (links) freut sich mit Youngster Julian Fuchs über dessen erstes Bundesliga-Tor.

Am Sonntag empfängt die MT Melsungen in der Handball-Bundesliga den TVB Stuttgart. Wir blicken aber auch noch einmal auf den Sieg am Donnerstag bei Tusem Essen zurück.

Essen – 52 Sekunden vor Ende war die Entscheidung über den Spielausgang längst zu Gunsten der Melsunger Handballer gefallen. Dennoch ging noch einmal ein Raunen durch die Essener Halle. Der Grund hatte einen Namen: Julian Fuchs. Der 19-Jährige verwandelte bei seinem Bundesliga-Debüt für die MT in der Schlussminute einen Strafwurf – und das nicht einfach so. Mit viel Effet drehte sich der Ball vom linken Innenpfosten ins Netz.

„Ein überragender Siebenmeter“, lobte Melsungens Trainer Gudmundur Gudmundsson nach dem 35:28-Erfolg seiner Mannschaft gegen Tusem Essen den gelungenen Abschluss des Youngsters. Auch Nationalspieler Timo Kastening, der für das Talent aus der MT-Reserve kurz vor Ende den Posten geräumt hatte, war begeistert vom eher schmächtigen Nachwuchsmann: „Er wirft super, und wie er trainert – echt klasse.“ Da der erfahrene Tobias Reichmann nach einer Meniskus-OP noch einige Wochen ausfällt, darf Fuchs schon im Heimspiel am Sonntag ab 16 Uhr (Sky) gegen den TVB Stuttgart auf die nächsten Erstliga-Minuten hoffen.

„Das erste Spiel wird natürlich immer in Erinnerung bleiben“, erklärte der Außen. Weshalb er nach seinem Tor mit einem breiten Lächeln zum eigenen Kreis zurückkehrte? „Ich habe mich einfach riesig gefreut, dass sich die ganze Mannschaft mit mir gefreut hat“, sagte Fuchs.

Der für ihn besondere Tag hatte schon mit der Abfahrt ins Ruhrgebiet begonnen. Im Tageshotel in Essen teilte er sich dann ein Zimmer mit Kastening. Der WM-Teilnehmer nahm sich direkt dem Talent mit Korbacher Wurzeln an. „Da ich auch gern in Willingen bin, haben wir schon abgemacht, dass wir nach Corona mal zusammen dorthin fahren“, berichtete Kastening vor der Abreise aus Essen schmunzelnd.

Der Handballer des Jahres 2019 war entspannt. „Es war wichtig, wieder gut reinzukommen“, stellte Kastening fest. Der Ex-Hannoveraner selbst war besonders erleichtert: „Wenn eine WM eher enttäuschend gelaufen ist, dann willst du natürlich sofort deinem Verein zeigen, dass du voll da bist.“

Der MT-Torjäger in Jubelpose: Julius Kühn war mit sieben Treffern am Sieg beteiligt.

Mehr als sieben Wochen hatten er und seine Mitstreiter nicht mehr zusammen in der Bundesliga auf dem Feld gestanden. Im ersten Abschnitt waren auch Startschwierigkeiten unübersehbar. „Die Jungs wollten unbedingt wieder spielen – und wollten dann gleich ein bisschen zu viel“, resümierte Co-Trainer Arjan Haenen. Doch schon vor dem Seitenwechsel hatten die Gäste mehr Kontrolle über das Spiel bekommen. „Unsere Abwehr wurde besser und besser“, bilanzierte Gudmundsson zufrieden. Zudem gab Torwart Nebojsa Simic seinen Vorderleuten den erforderlichen Rückhalt.

Die Faust geballt: Torwart Nebojsa Simic.

Und im Angriff strahlten die Nordhessen von allen Positionen Torgefahr aus. Bezeichnend: Die Treffer aus dem Rückraum verteilten sich auf Julius Kühn (7), Kai Häfner (6), Domagoj Pavlovic (4) und Lasse Mikkelsen (1). Zwar probierten die Essener auch im zweiten Abschnitt vieles, in arge Probleme ließen sich die Melsunger aber nicht bringen. Der Favorit dominierte das Spiel. „Wir haben unser Niveau stabil gehalten. Der Gegner konnte das Feuer nicht mehr entfachen“, fasste Kastening seine Eindrücke zusammen.

Nun gilt es, gegen Stuttgart an die Leistung aus der zweiten Hälfte anzuknüpfen. Allerdings: Von den vergangenen sechs Duellen gegen die Schwaben gingen fünf verloren. Zwar war Gudmundsson bei diesen Partien nicht dabei, er hat aber auch schon von den schlechten Erfahrungen gehört. Er sagt: „Das kann man ändern.“

Morgen kommt es auch zum Duell zweier deutscher Nationaltorhüter: Silvio Heinevetter gegen Johannes Bitter. Der MT-Profi hatte in Essen nur einen eher kurzen Einsatz – zumindest auf dem Parkett. Denn später half er spontan noch vor der Sporthalle am Hallo einem Techniker, einen Wagen mit TV-Ausrüstung eine lange Rampe hochzuschieben. Seine Position erinnerte stark an den Anschieber beim Bobfahren. (Björn Mahr)

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