Holt Bundesligist den Ex-Melsunger Hedin?

MT Melsungen: Trainer Gudmundur Gudmundsson vor dem Aus

Frust auf der Melsunger Bank: Trainer Gudmundur Gudmundsson (rechts) mit den Spielern (von links) Yves Kunkel, Arnar Freyr Arnarsson und Tobias Reichmann.
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Frust auf der Melsunger Bank: Trainer Gudmundur Gudmundsson (rechts) mit den Spielern (von links) Yves Kunkel, Arnar Freyr Arnarsson und Tobias Reichmann.

Auch wenn es noch nicht offiziell ist, scheint MT Melsungen Trainer Gudmundur Gudmundsson vor dem Aus zu stehen.

Kassel – Noch ist nichts offiziell – aber hinter den Kulissen scheint bei Handball-Bundesligist MT Melsungen der Rauswurf von Trainer Gudmundur Gudmundsson bereits unter Dach und Fach zu sein. Nach Informationen dieser Zeitung leitete der 60-Jährige bereits am Freitagnachmittag nicht mehr das Training der Nordhessen.

Die MT-Verantwortlichen wollten die Nachricht nicht kommentieren. Genauso wenig, dass der Verein in der kommenden Woche eine Übergangslösung vorstellen will. Dabei soll der frühere MT-Coach Robert Hedin nach HNA-Informationen die Nachfolge antreten. Der Schwede Hedin trainierte die Melsunger Mannschaft bereits von 2007 bis 2009. Danach verließ er die Nordhessen, um sich ausschließlich um seinen Job als norwegischer Nationalcoach zu kümmern. Zurzeit ist er US-Nationalcoach und bei Notteroy Handball in Norwegen tätig – den Klub führte er im Frühling in die erste Liga.

Während seines Engagements bei der MT zeichnete er sich vor allem dadurch aus, dass er – trotz sehr unterschiedlicher Charaktere – eine großartige Stimmung im Team erzeugte. Das braucht die Mannschaft jetzt auch. Nach einem Fehlstart in die Saison, der am Donnerstag einen weiteren Tiefpunkt zur Folge hatte. Gegen die Füchse Berlin waren die Nordhessen beim 25:33 so weit weg von einem Erfolg wie Armin Laschet aktuell von einem Kantersieg bei der Bundestagswahl.

Vor Rückkehr zur MT? Robert Hedin.

„Es war von allem zu wenig. Wir haben kopflos agiert, waren taktisch unterlegen und hatten zu wenig Unterstützung von unseren Torleuten“, resümierte Timo Kastening enttäuscht. Der Rechtsaußen war vor 2447 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle mit sieben Treffern bester Schütze seines Teams. Über seine Position gelang es der MT noch am ehesten, Gefahr zu entwickeln. Aus dem Rückraum passierte reichlich wenig. „Einiges kannst du mit Kampf kaschieren. Aber wenn der Gegner so gut ist, dann kannst du auf diesem Niveau nichts mehr kompensieren“, fügte Kastening hinzu. Bis zur 29. Minute betrug der Rückstand bereits sieben Treffer (7:14).

„Nach diesem Spiel ist jeder bei uns bedient“, stellte Kapitän Kai Häfner fest. Auch Manager Axel Geerken konnte nichts Positives erkennen: „Ich habe mich an die letzte Saison erinnert gefühlt. Da hat teilweise die Einstellung gefehlt. Wir sind in alte Muster zurückgefallen.“

Dass der prominente Neuzugang Andre Gomes wegen Verletzung bislang noch nicht zur Verfügung stand, kann keine Entschuldigung für die desolate Vorstellung in Halbzeit eins sein. Erst nächste Woche soll der Portugiese wieder mit dem Team trainieren. Ob er im nächsten Heimspiel am Sonntag, 26. September, gegen den TuS N-Lübbecke einsatzbereit ist, bleibt abzuwarten.

Melsunger Manager: Axel Geerken.

„Mir geht nach so einem Spiel viel durch den Kopf. Aber ich muss meine Gedanken erst einmal sortieren“, erklärte der Manager kurz nach der Partie. So wie es scheint, trafen er und die Aufsichtsratsvorsitzende Barbara Braun-Lüdicke bereits am Freitag eine Entscheidung. Geerken wird auch gesehen haben, dass es nicht nur eine Baustelle gibt.

„Ich bin sehr enttäuscht von der ersten Hälfte. Unsere Wurfquote war unterirdisch schlecht“, nannte Gudmundsson eine Schwäche seines Teams. Der Isländer hätte aber auch die löchrige Abwehr und die bescheidene Torwartleistung anführen können. Und einen Stabilisator für die 6:0-Deckung haben die Nordhessen mit Felix Danner vor dieser Serie nach Wetzlar ziehen lassen. (Björn Mahr)

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