Erkenntnisse nach dem MT-Sieg in Leipzig

MT-Trainer Heiko Grimm: Uns gehen die Dinge derzeit leicht von der Hand

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Jubel und Entschlossenheit: MT-Rechtsaußen Dimitri Ignatow spielte in Leipzig groß auf.

Beim 29:26-Sieg in Leipzig strahlt die MT Melsungen enorme Ruhe und Sicherheit aus. Der Handball-Bundesligist hat einen Lauf - bestes Beispiel ist Dimitri Ignatow.

Mittlerweile wird es fast ein bisschen unheimlich. Egal, welche personellen Rückschläge die MT Melsungen zu verdauen hat, der Handball-Bundesligist macht einfach weiter. Konzentriert. Selbstbewusst. Und äußerst erfolgreich. Als jüngstes Beispiel dient der 29:26-Sieg in Leipzig. Da fällt Tobias Reichmann aus, der 20 Jahre alte Dimitri Ignatow muss einspringen – und macht seine Sache mehr als ordentlich. „Ich bin super zufrieden“, sagt Ignatow. Er hätte nicht damit gerechnet, dass es so reibungslos klappt.

Der starke Auftritt des jungen Rechtsaußen in der Arena Leipzig passt aber zum aktuellen Lauf der MT. „Ich muss der Mannschaft ein dickes Kompliment machen“, sagt Heiko Grimm: „Sie hat sich von Tobis Ausfall nicht verunsichern lassen.“ Ignatow erhält ein Sonderlob, zumal es eine schwierige Situation für ihn war. „Ich freue mich für ihn. Er hatte nicht viel Spielpraxis und hat sich den Druck überhaupt nicht anmerken lassen“, sagt der MT-Trainer.

Ignatow gibt aber offen zu, dass er beim Einlaufen eine gewisse Nervosität gespürt habe. Doch die verflog im Nu. Spätestens in der vierten Minute, als er mit seinem ersten von sechs Treffern das 1:0 für die MT erzielte, „ist mir ein Stein vom Herzen gefallen“, sagt Ignatow. Besser hätte der Einstand nicht laufen können. Danach sei er drin gewesen in diesem Spiel. Und wie. Selbst Würfe aus schwierigen Winkeln versenkte er eiskalt im Tor und kam am Ende auf eine beeindruckende Quote.

Vor der Partie sprachen ihm die Kollegen Mut zu. Die Müllers, Michael Allendorf, Yves Kunkel. Sie gaben ihm Tipps. Nach der Begegnung wurde Ignatow von den anderen gefeiert. „Das war ein schönes Gefühl.“

So schnell geht das manchmal im Sport. Erst am Dienstag, zwei Tage vor Reichmanns Verletzung, gab es ein Gespräch zwischen Grimm und Ignatow. Darin sagte der Trainer seinem Schützling, dass er Geduld haben und am Ball bleiben solle. Er versicherte ihm, dass seine Zeit kommen werde. Und siehe da, sie kam nur fünf Tage später. Zusammmen mit Kunkel, der in Leipzig achtmal traf, bildete Ignatow am Sonntag eine gefährliche Flügelzange.

Damit haben die MT-Profis auch die Hürde Leipzig genommen. Selbst von einer kurzen Schwächephase ließen sie sich nicht aus dem Konzept bringen. Dafür sorgte der Kapitän höchstpersönlich. Während einer Auszeit nach 40 Minuten meldete sich Finn Lemke lautstark zu Wort. „Es war der perfekte Zeitpunkt. Finn hat uns wachgerüttelt“, erklärt Ignatow. In den Minuten zuvor packte die MT-Abwehr nicht mehr so gut zu, und in der Offensive schlichen sich technischer Fehler ein. „Finn hat das Recht dazu. Und er hat wie ich gespürt, dass wir leichtsinnig werden und die Konzentration nachlässt“, sagt Grimm. Das blieb aber die einzige kritische Situation beim Gastspiel in Leipzig.

Ansonsten meisterte die MT die Aufgabe bravourös. Ignatow zumindest hatte nie das Gefühl, dass die Partie noch einmal kippen könnte. Ruhig und souverän brachten die Nordhessen das Spiel zu Ende und wurden selbst dann nicht nervös, als ein zwischenzeitlicher Sieben-Tore-Vorsprung auf zwei Treffer dahinschmolz. Grimms Begründung für den aktuellen Lauf: „Uns gehen die Dinge derzeit leicht von der Hand.“

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