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MT Melsungen: Trainer Roberto Garcia Parrondo spricht nach 25:36-Pleite von Desaster

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Von: Björn Mahr

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Neuzugänge im Duell: Melsungens Ivan Martinovic (rechts) gegen Löwen-Akteur Halil Jaganjac.
Neuzugänge im Duell: Melsungens Ivan Martinovic (rechts) gegen Löwen-Akteur Halil Jaganjac. © Alibek Käsler

Enttäuschung pur: Das neuformierte Team des Handball-Bundesligisten MT Melsungen bezog zum Saisonstart bei den Rhein-Neckar Löwen eine unerwartet klare 25:36-Packung.

Mannheim – Kurz nach Spielende zogen die Trainer Sebastian Hinze und Roberto Garcia Parrondo ihre Mannschaften erst einmal in der jeweiligen Kabine zusammen. Während sich die Tür zur Umkleide der Rhein-Neckar Löwen schon nach wenigen Minuten allerdings wieder öffnete, tat sich bei der MT einige Zeit nichts. Aus gutem Grund: Parrondo musste mit den Nordhessen bei Hinze und seinem Handball-Bundesligisten eine unerwartete 25:36 (11:18)-Pleite einstecken und hatte Gesprächsbedarf.

„Wir haben ein schlechtes Spiel gemacht“, sagte der Spanier. Er nahm mit Blick auf die Darbietung ab der zehnten Minute sogar das Wort Desaster in den Mund. Nicht anders klang das bei Sportdirektor Michael Allendorf: „Wir haben wenige Dinge so gemacht, wie wir uns das vorgenommen hatten.“ Komplimente bekamen lediglich Torwart Adam Morawski und Linksaußen David Mandic, der auch auf der Halbposition in der Deckung aggressiv verteidigt hatte.

Roberto Garcia Parrondo MT-Trainer
Roberto Garcia Parrondo MT-Trainer © Fischer, Andreas

Von den Rückraumkräften verdiente sich kaum jemand ein Lob. „Einen Ausfall kann man da verkraften, aber nicht so viele“, ärgerte sich Allendorf. Von der Königsposition im linken Rückraum gelangen den Melsunger zwei Tore – weder Julius Kühn (2) noch Andre Gomes zeigten das, wozu sie imstande sind. Kapitän Kai Häfner kam ebenfalls kaum zur Geltung.

„Wir waren gut vorbereitet“, betonte Ivan Martinovic. Die Neuverpflichtung von der TSV Hannover-Burgdorf erzielte seine ersten vier Tore im MT-Dress, die Treffer 501 bis 504 in seiner Bundesliga-Karriere. Doch trotz intensiven Videostudiums hielten sich die Gäste nicht an die Vorgaben und leisteten sich etliche technische Fehler. Ein gefundenes Fressen für die Löwen, die über ein kluges Gegenstoßspiel die nötigen Akzente setzte. Denn im Positionsangriff hatten sie durchaus auch Schwierigkeiten mit der MT-Abwehr. „Wir sind aus einer starken Abwehr schnell nach vorn“, freute sich RNL-Torsteher Joel Birlehm darüber, dass das Konzept der Heimmannschaft voll aufging. Neuzugang Halil Jaganjac erwies sich als starker Schütze.

Nur beim 0:0 lagen die Mannheimer nicht vorn. Aus einem 6:5 machten die Löwen ein 11:5 (17.) und stellten früh die Weichen auf Sieg. Zumal den Gästen in der Offensive wenig einfiel. Agustin Casado und Aidenas Malasinskas war deutlich anzumerken, dass sie sich erst an die raue Bundesliga-Luft gewöhnen müssen. Das Spiel der neuformierten Nordhessen war ausrechenbar – Vorbereitung und Punkterunde sind eben doch zwei verschiedene Paar Schuhe. Zudem hielt der frühere MT-Torwart Mikael Appelgren glänzend.

Nach der Pause gab Parrondo Kühn, Häfner und Gomes im Rückraum eine weitere Chance – also drei Akteuren, die schon in der vergangenen Saison zusammengespielt haben. Kühn warf zwar das 12:18, leistete sich danach aber sofort einen technischen Fehler. Das passte zu der ernüchternden Leistung der MT, die in allen Bereichen Lehrgeld zahlen musste. Kurz darauf wechselte der Coach bereits in der Aufbaureihe wieder durch.

Nun sollten es fast nur noch Neuzugänge richten: Gleb Kalarash war der einzige Melsunger auf dem Feld, der schon in der Vorserie das MT-Trikot trug. Vor 4166 Zuschauern passierte etwas mehr im Spiel der Nordhessen: Casado zum 17:24 und Rogerio Moraes zum 18:24 und 19:24. Morawski wehrte nach seiner Einwechslung zur Pause in dieser Phase unter anderem einen Siebenmeter von Uwe Gensheimer ab. Ernsthaft gefährlich werden konnte die MT den Mannheimern aber nicht mehr. Die Heimmannschaft spielte sich in Spiel eins nach dem Abschied von Löwen-Legende Andy Schmid in einen kleinen Rausch (35:23). Morawski verhinderte dabei noch Schlimmeres.

Die MT findet sich nun erst einmal auf dem vorletzten Platz wieder. „Jetzt ist der Druck da“, erklärte Martinovic. Bei der Heimspielpremiere am Donnerstag gegen Hamburg muss ein Sieg her. (Björn Mahr)

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