Ein großer Gegner und kleine Geschichten

Das lange Warten hat ein Ende: MT Melsungen trifft heute auf den THW Kiel

Melsungens Tobias Reichmann (hier gegen Jannik Kohlbacher, eine Szene aus dem Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen).
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Trifft heute auf seinen früheren Klub: Melsungens Tobias Reichmann (hier gegen Jannik Kohlbacher, eine Szene aus dem Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen).

In der Handball-Bundesliga steigt heute ab 19 Uhr (Sky) in der Kasseler Rothenbach-Halle das Schlagerspiel zwischen der MT Melsungen und dem THW Kiel.

Kassel - Eigentlich wäre heute einer dieser Tage, an dem die Fans des Handball-Bundesligisten MT Melsungen schon nach dem Aufstehen am Morgen ein Kribbeln im Bauch verspüren würden. Eigentlich wäre heute einer dieser Tage, an dem nicht nur die Melsunger Profis, sondern auch die Gäste-Spieler nach der Schlusssirene von Zuschauern förmlich umlagert gewesen wären.

Eigentlich wäre heute in Kassel ein Handball-Festtag – wenn es keine Virus-Pandemie und damit auch keine Partien vor leeren Rängen gäbe. Denn heute ab 19 Uhr ist mit Champions-League-Sieger THW Kiel die zurzeit voraussichtlich beste Handball-Mannschaft der Welt in der Kasseler Rothenbach-Halle zu Gast.

Was die Begegnung dennoch bleibt: ein MT-Höhepunkt der Saison. Wir blicken auf das heutige Kräftemessen – unter dem Titel: ein großer Gegner und kleine Geschichten.

Prominenter Gast: „Den THW umgibt ein größerer Mythos als beispielsweise Flensburg“, sagt Axel Geerken. Er muss es wissen: Vor 20 Jahren trug der Ex-Torwart selbst das Kieler Trikot. Er erinnert sich nicht nur gut daran, wie er 1997 mit dem TV Großwallstadt erstmals gegen den THW antrat, sondern auch an den Zeitpunkt, als sein Wechsel zum Top-Klub Formen annahm. Der frühere Manager Uwe Schwenker holte Geerken am Flughafen ab. „Und dann“, so der mittlerweile 48-Jährige, „saßen wir beim damaligen Trainer Noka Serdarusic im Wohnzimmer zusammen.“

MT-Manager: Axel Geerken.

Langes Warten: Im Dezember sollten die Melsunger in Kiel gastieren. Dann musste das Team von Trainer Filip Jicha aber wegen zwei positiven Covid19-Tests in Quarantäne. Heute gibt es somit das erste Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften in dieser Spielzeit. „Ich freue mich auf jedes Spiel. Denn das ist keine Selbstverständlichkeit in dieser Saison“, betont Geerken. Der letzte Vergleich zwischen den beiden Vereinen liegt eineinhalb Jahre zurück – im Oktober 2019 unterlag die MT den gastgebenden Kielern 26:38. In diesem Frühling muss Melsungen mindestens noch ein weiteres Mal gegen den THW ran. „Es wäre gut, wenn es sogar noch zwei Begegnungen gibt“, sagt Geerken. Denn das hieße, dass beide Teams auch noch im Endspiel des Final Four im Juni in Hamburg aufeinander treffen würden.

Schwierige Aufgabe: Der THW tanzt noch auf drei Hochzeiten. Er hat unter anderem mit Domagoj Duvnjak, Sander Sagosen, Miha Zarabec, Steffen Weinhold und Harald Reinkind exzellente Rückraumspieler. Er verfügt mit Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler über den Innenblock der deutschen Nationalmannschaft. Kein Wunder also, dass MT-Coach Gudmundur Gudmundsson deutliche Worte findet: „Wir sind nicht der Favorit. Und wenn wir ein vernünftiges Spiel zeigen wollen, dann muss bei uns die ganze Mannschaft gut spielen.“ Daran hapert es aber bei den Gastgebern seit Wochen.

Einst in Kiel: Die fehlende Konstanz ist ein Dauerthema bei der MT. „Wir müssen weiter extrem an uns arbeiten, damit wir stabiler werden“, fordert Tobias Reichmann. Für den Rechtsaußen ist es auch keine Partie wie jede andere. Er feierte einst selbst große Erfolge mit dem THW. Und seine Frau Sarina stammt aus Kiel und war früher selbst als Fan in der Ostseehalle dabei. „Heute drückt sie natürlich Melsungen die Daumen“, sagt Reichmann schmunzelnd.

MT-Talent: Ben Beekmann.

Besonderes Spiel: Da bei den Nordhessen nach wie vor Linksaußen Yves Kunkel ausfällt, wird MT-Youngster Ben Beekmann (18) wieder als Unterstützung für Michael Allendorf im Kader stehen. Der A-Jugendliche sagt: „Es ist schon etwas Besonderes, gegen Kiel dabei zu sein. Vor drei Jahren war Rune Dahmke mein Vorbild. Ich mag seine Spielphilosophie.“ Nun steht ihm Dahmke auf dem Parkett gegenüber. „Sobald ich auf dem Feld bin, wird sich aber die Nervosität legen.“ Für Beekmann wird es auf jeden Fall ein unvergesslicher Tag. (Björn Mahr)

Einstimmung mit „Kurz vor Anpfiff“

Handball-Bundesligist MT Melsungen stimmt seine Fans ab 18 Uhr mit „Kurz vor Anpfiff“ ein. MT-Pressesprecher erwartet wieder interessante Gesprächsgäste. Den Link gibt es hier. Die Pressekonferenz wird ebenfalls live ausgestrahlt.

Die HNA bietet einen Liveticker an. Den betreut Manuel Kopp.

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