Kai Häfner verletzt raus

29:21 – MT Melsungen trotzt bei der HSG Nordhorn-Lingen personellen Problemen

MT Melsungens Spielmacher Domagoj Pavlovic (Mitte) nimmt es mit Nils Torbrügge (links) und Robert Weber auf.
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Starke Leistung: Melsungens Spielmacher Domagoj Pavlovic (Mitte) nimmt es mit Nils Torbrügge (links) und Robert Weber auf.

Handball-Bundesligist MT Melsungen hat trotz einiger personeller Probleme das Auswärtsspiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen souverän 29:21 gewonnen.

Kassel/Lingen – Noch immer haben die Handballer der MT Melsungen in dieser Bundesliga-Saison nicht gegen jede Mannschaft mindestens einmal gespielt. Aber nach dem Heimerfolg Anfang März gegen Erlangen entschieden die Nordhessen auch das zweite Rückrundenspiel zu ihren Gunsten: 29:21 (14:9) bei der HSG Nordhorn-Lingen. Besonders bemerkenwert, weil die Melsunger nach der Länderspielwoche kaum Zeit zum Einspielen hatten und personell arg dezimiert waren.

„Ich bin sehr zufrieden. Die Jungs haben das sehr gut gemacht“, lobte Trainer Gudmundur Gudmundsson sein Team. Getrübt wurde die Freude durch den frühen Ausfall von Kai Häfner. Der Nationalspieler zog sich eine Verletzung im Adduktorenbereich zu. Ob Häfner am Samstag ab 20.30 Uhr im Heimspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt zur Verfügung steht, bleibt abzuwarten. Allerdings ist wegen des Coronafalls bei der SG nach wie vor nicht klar, ob die Partie ausgetragen wird.

Kurz nach einer Länderspielpause ist es für keinen Bundesligisten leicht, wieder in Schwung zu kommen. Im Fall der MT war es noch schwieriger – die Nordhessen mit Trainer Gudmundsson wurden fast ständig vor neue Probleme gestellt. Hier verletzte sich Häfner, dort bekam Felix Danner einen Schlag ab – und dann musste zwischendurch auch Abwehrchef Finn Lemke auf der Bank behandelt werden. Hinzu kam, dass die Melsunger schon bis zur Pause vier Zeitstrafen hinnehmen mussten – allein Julius Kühn erwischte es zweimal. Zum Vergleich: Die HSG kam zunächst ohne Hinausstellung davon.

Umso überraschender, dass das MT-Team um Spielmacher Domagoj Pavlovic im ersten Durchgang nahezu alles unter Kontrolle hatte. Die Hintermannschaft um Lemke und Danner ließ auch ohne den verletzt fehlenden Arnar Freyr Arnarsson wenig zu. Kühn machte im linken Rückraum da weiter, wo er bei der Olympia-Qualifikation aufgehört hatte. Auch Silvio Heinevetter hatte wie schon am Sonntag gegen Algerien viele gute Aktionen. So parierte er unter anderem einen Siebenmeter von Robert Weber (22.).

Zu diesem Zeitpunkt lagen die Gäste bereits 11:6 vorn. Den Vorsprung gaben die Melsunger bis zum Wechsel nicht mehr her, weil sie auch in veränderter Besetzung kaum aufzuhalten waren. Bezeichnend, dass auch Stefan Salger und Lasse Mikkelsen erfolgreich waren. Einziges Manko: Durch den Ausfall von Häfner bekamen die Außen Timo Kastening und Yves Kunkel anfangs weniger Pässe. Nach 30 Minuten war somit noch längst keine Vorentscheidung gefallen.

Was sich auch mit Beginn des zweiten Abschnitts bewahrheitete, als der Außenseiter aus der Grafschaft Bentheim auf 11:14 verkürzte (32.). Doch die Melsunger, bei denen neben Arnarsson auch Michael Allendorf und Tobias Reichmann nicht dabei waren und Ole Pregler (Zerrung) zum Zuschauen verurteilt war, blieben ruhig und besannen sich auf ihre kämpferischen Tugenden. Pavlovic war trotz wechselnder Deckungssystem der HSG ein umsichtiger Spielgestalter und Antreiber. Dadurch ergaben sich wiederholt gute Offensivmöglichkeiten – zum Beispiel für seinen kroatischen Landsmann Marino Maric am Kreis. „Wir wussten, dass wir das Spiel sehr ernst nehmen müssen. Und wir haben uns gut präsentiert“, stellte Pavlovic fest. Torwart Nebojsa Simic zeichnete sich aus, weil er bei zwei Strafwürfen der Nordhorner auf dem Posten war.

Große Freude herrschte im MT-Lager, als Ben Beekmann aus dem Melsunger Nachwuchs zum 21:17 traf. Es war das erste Bundesliga-Tor des 18-Jährigen, der für Rekonvaleszent Allendorf im Kader stand. Und: Es blieb nicht Beekmanns einziges Erfolgserlebnis in der Lingener Emsland-Arena. In der Schlussphase feierte mit David Kuntscher ein weiteres MT-Talent sein Erstliga-Debüt. Er wurde für Kastening auf Rechtsaußen eingesetzt und trug zu einer überzeugenden Melsunger Teamleistung bei. Nach Kastenings Doppelschlag zum 26:18 (52., 54.) waren die Nordhessen endgültig auf der Siegerstraße. (Björn Mahr)

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