Die Probleme der MT 

Nach Pleite in Stuttgart - MT sucht Stabilität

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An ihm hat’s nicht gelegen: Lasse Mikkelsen traf in Stuttgart zehnmal. 

Die 28:31-Niederlage in Stuttgart hat einmal mehr gezeigt, dass es der MT Melsungen in dieser Saison an Konstanz mangelt. Der Handball-Bundesligist fabriziert reihenweise Fehler.

Lasse Mikkelsen findet deutliche Worte: „Die Gegner müssen gar nicht viel machen, um uns aus dem Konzept zu bringen. Vor allem auswärts.“ In dieser Aussage schwingt viel Enttäuschung mit. Einen Tag nach der 28:31 (10:13)-Niederlage beim TVB Stuttgart macht der Spielmacher der MT Melsungen aus seinem Frust kein Geheimnis. Aus gutem Grund: Abermals fabrizierte der heimische Handball-Bundesligist reihenweise Fehler.

Das letzte Spiel der Hinrunde am Donnerstagabend verdeutlichte ein Kernproblem der Melsunger Mannschaft: Sie sucht in dieser Saison verzweifelt nach Stabilität. MT-Vorstand Axel Geerken drückt es so aus: „In unserem Spiel sind zu große Schwankungen. Der Auftritt in Stuttgart war schlecht. Das war zu wenig.“ Dabei bekamen die Nordhessen trotz zuvor zahlreicher Patzer im Angriff sogar noch die Möglichkeit, die Partie zu drehen.

Obwohl die Schwaben zwischenzeitlich mit fünf Treffern führten und drauf und dran waren, die Gäste zu überrennen, wurden die Stuttgarter Mitte der zweiten Hälfte plötzlich nervös. In dieser Phase habe wenigstens die Einstellung gestimmt, sagt Mikkelsen. Was aber nichts an der Tatsache ändert, dass die MT beste Chancen versiebte.

Die fehlende Konzentration vor dem Kasten von Johannes Bitter war die eine Sache. Fast noch verheerender sahen die Schnitzer in der ersten Hälfte aus. „Das war einfach nur undiszipliniert“, fasst Geerken zusammen. Was der Manager damit meint: Statt den einfachen Weg zu gehen, probierten es die MT-Profis mit abenteuerlichen Pässen. „Wenn es ohnehin nicht gut läuft, mache ich keine Schönspielerei, sondern suche klare Aktionen“, sagt Geerken. Dass im Melsunger Spiel weder Plan noch Struktur zu erkennen waren, dürfte ihm ebenfalls nicht gefallen haben.

Lediglich Mikkelsen zeigte mit zehn erzielten Treffern halbwegs Normalform. „Ansonsten erwarte ich von unseren Top-Spielern mehr“, sagt Heiko Grimm. Namen nennt der MT-Trainer nicht. In der ausverkauften Scharrena wechselte Grimm im Rückraum durch – allein, es nützte nichts. „Solche individuellen Fehler kannst du als Trainer nicht verhindern. Die schaden der gesamten Mannschaft. Was sollst du da machen?“ Grimm musste zwar auf Kai Häfner und Felix Danner verzichten. Das Fehlen der Leistungsträger lässt er aber nicht als Ausrede gelten.

Die sucht Mikkelsen ebenfalls nicht. Was den Dänen besonders wurmt, ist die Tatsache, dass „Stuttgart nicht mal überragend gespielt hat“. Außerdem ärgert sich der 31-Jährige über die verpassten „Big Points“, wie er sagt. Geerken sieht es ähnlich pragmatisch. „Spiele müssen nicht immer herausragend sein, wenn du am Ende gewinnst.“ Diese Siegermentalität wird bei der MT aber ebenfalls verzweifelt gesucht.

Mit zwei gewonnen Punkten wären die Melsunger nämlich dichter an die Spitze gerückt – zumal die Kieler in Berlin überraschend verloren haben. Somit hätten sie sich in Stuttgart doppelt bestraft, sagt Mikkelsen: „Das tut weh. Wir sind im Moment nicht gut genug.“ Und damit dürfte es rund um die MT wieder etwas unruhiger werden.

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