Melsunger Handballer bezwingen Magdeburg im Siebenmeterwerfen

Sparkassencup: Durststrecke der MT Melsungen ist vorbei

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Gefeierter Held: Melsungens Torwart Nebojsa Simic (schwarzes Trikot) nimmt hier die Glückwünsche der Kollegen (von links) Stefan Salger, Roman Sidorowic, Michael Allendorf, Felix Danner, Dimitri Ignatow (beide verdeckt) und Timm Schneider entgegen. Im Hintergrund von links: Lasse Mikkelsen, Johan Sjöstrand und Yves Kunkel. 

Seit 721 Tagen hatten sie bei keinem Vorbereitungsturnier mehr gewonnen – am Sonntag durften die Handballer der MT Melsungen mal wieder jubeln.

Zwei Jahre nach dem Triumph beim Harzenergiecup in Ilsenburg setzten sich die Nordhessen beim Sparkassencup gegen den SC Magdeburg mit 25:24 (21:21/11:10) nach Siebenmeterwerfen durch – die lange Durststrecke ist vorüber. Es war überhaupt erst der dritte Erfolg der MT in der Vereinsgeschichte bei diesem Turnier. Kapitän Finn Lemke nahm neben dem Pokal noch einen Siegerscheck über 1000 Euro entgegen. Auch der unterlegene SCM, der drittplatzierte HC Erlangen sowie der Viertplatzierte TBV Lemgo durften sich jeweils über 1000 Euro freuen. Wir blicken auf das traditionsreiche Turnier in dieser Region. 

Das Finale

Noch nie war Nebojsa Simic an einem Siebenmeterwerfen beteiligt – bis zum Sonntag. Dann avancierte der montenegrinische Torwart des Handball-Bundesligisten MT Melsungen im Sparkassencup-Endspiel zum Helden des Abends. „Das war sehr interessant“, sagte Simic und grinste bis über beide Ohren.

Nachdem er schon während der Partie drei Strafwürfe gehalten hatte, parierte er nun auch noch die beiden letzten Magdeburger Siebenmeter von Christoph Steinert und Christian O’Sullivan. „O’Sullivan war früher mal mein Teamkollege in Kristianstad, ich habe mich einfach ein bisschen an seine Würfe von damals erinnert“, erklärte Simic schmunzelnd.

Bei der MT hatten Lasse Mikkelsen, Dimitri Ignatow, Julius Kühn und Michael Allendorf getroffen – nur Tobias Reichmann war nicht mit Fortuna im Bunde.

„Der Sieg macht uns nach dieser anstrengenden Woche sehr happy“, stellte Melsungens Trainer Heiko Grimm fest. „Wir haben den richtigen Willen gezeigt.“ Die Partie begann mit einem Kracher von Neuzugang Kai Häfner unter die Latte – 1:0. Und da Finn Lemke kurz darauf zum 2:0 nachlegte (1.), dominierte die MT die Anfangsphase. Allerdings machten die Nordhessen zu wenig aus ihren optischen Vorteilen. Zwischen der zwölften und 19. Minute ließ das Team von Trainer Heiko Grimm reihenweise Chancen ungenutzt. So gerieten die Melsunger sogar einmal durch einen Gegentreffer von Marko Bezjak in Rückstand – 7:8. Bis zur Pause rückte die MT die Kräfteverhältnisse wieder zurecht. Auch weil ihr Torwart Nebojsa Simic einige Mal fantastisch reagierte. Der Montenegriner hielt sogar zwei Siebenmeter von Matthias Musche (12.) und Christoph Steinert (22.) und stand damit dem ebenfalls glänzend aufgelegten dänischen Weltmeister Jannick Green beim SCM in nichts nach.

Im zweiten Durchgang erwischte die MT erneut einen guten Start: Tobias Reichmann, Lasse Mikkelsen und Antreiber Lemke stellten auf 14:10 (37.). Dann kam etwas für Genießer: Reichmann spielte wie beim Basketball einen No-Look-Pass an den Kreis zu Marino Maric, und der Kroate traf mit dem Rücken zum gegnerischen Kasten – der Treffer hat viel Potenzial, zum Tor der Vorbereitung gewählt zu werden. Jetzt war die MT drauf und dran, eine Vorentscheidung zu schaffen. Zumal Felix Danner zum 16:11 erhöhte.

Wie sah die Antwort der Magdeburger aus? So: Doppelter Kempa-Trick, wobei Lukas Mertens den entscheidenden Pass von Tim Hornke verwertete. Die Magdeburger gaben sich nicht so leicht geschlagen. Kurz vor Ende waren sie nach Musches Siebenmetertor wieder in Schlagdistanz (19:20, 58.). Jetzt wurde es dramatisch: 20:20 durch Musche, 21:20 durch Häfner, 21:21 durch Hornke – es ging ins Siebenmeterwerfen. Und da hatte die MT das glücklichere Ende für sich.

„Eine Niederlage im Siebenmeterwerfen wäre kein Beinbruch gewesen“, bekannte Kapitän Lemke, „wichtig war, dass wir uns über die drei Tage gesteigert haben.“ Und das haben er und seine Kollegen getan.

Splitter

Vor einem Jahr fand der Sparkassencup erstmals über drei statt fünf Tage statt – es kamen damals 4200 Zuschauer. Nun waren insgesamt 5600 Fans in den Hallen in Gensungen, Eisenach und Rotenburg. Dementsprechend zufrieden zogen die Turnierorganisatoren Heide Aust (Speed) und Thomas Giesler (Agentur Giesler) Bilanz. „Nach so einem Finale können wir nur zufrieden sein“, erklärte Aust, „wir haben von den Klubs nur positive Rückmeldungen bekommen.“

Melsungens Nebojsa Simic wurde zum wertvollsten Torwart des Turniers gewählt. Der Montenegriner glänzte im Finale. Als wertvollster Spieler wurde Magdeburgs Marko Bezjak ausgezeichnet. Die meisten Treffer beim Sparkassencup warfen in diesem Jahr zwei Akteure: Bjarki Elisson vom TBV Lemgo und Matthias Musche (SCM) kamen jeweils auf 18 Tore.

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