Handball-Bundesliga

Der nächste peinliche Auftritt: MT Melsungen verliert 22:31 bei den Rhein-Neckar Löwen

Durchgesetzt: Melsungens Linksaußen Yves Kunkel (links) behauptet sich gegen die Löwen-Verteidiger Romain Lagarde (Mitte) und Ymir Örn Gislason.
+
Durchgesetzt: Melsungens Linksaußen Yves Kunkel (links) behauptet sich gegen die Löwen-Verteidiger Romain Lagarde (Mitte) und Ymir Örn Gislason.

Adieu, Europa! An einem Nachmittag, an dem Handball-Bundesligist MT Melsungen einiges hätte gutmachen können, gab es den nächsten peinlichen Auftritt. Nach der 22:31 (10:15)-Pleite in der Mannheimer SAP-Arena bei den Rhein-Neckar Löwen ist die Chance auf einen Europacup-Startplatz praktisch dahin.

Kassel – Adieu, Europa! An einem Nachmittag, an dem Handball-Bundesligist MT Melsungen einiges hätte gutmachen können, gab es den nächsten peinlichen Auftritt. Nach der 22:31 (10:15)-Pleite in der Mannheimer SAP-Arena bei den Rhein-Neckar Löwen ist die Chance auf einen Europacup-Startplatz praktisch dahin.

Das Personal: Bei Melsungen lässt sich es kurzmachen: Trainer Gudmundur Gudmundsson hatte alle Mann an Bord. Spannender die Frage: Wer stand bei den Löwen zwischen den Pfosten? Die Auflösung: der junge David Späth. Zwar fiel Nikolas Katsigiannis verletzt aus, der angeschlagene Andreas Palicka saß aber auf der Ersatzbank. Zudem war RNL-Talent Mats Grupe als dritter Schlussmann dabei. Ansonsten fehlten bei den Gastgebern die Außen Jerry Tollbring und Patrick Groetzki.

Die erste Halbzeit: Darüber sollte man aus MT-Sicht am besten den Mantel des Schweigens hüllen. Das Melsunger Niveau lag irgendwo zwischen indiskutabel und peinlich. Zwar waren die beiden Teams nach Timo Kastenings Tor zum 4:4 in der zehnten Minute noch gleichauf. Aber wie eine Mannschaft, die um ihre letzte Chance im Kampf um einen Europacup-Platz kämpft, trat der Gast nicht auf.

Anfangs agierte die MT in einer 5:1-Deckung – mit Felix Danner im Zentrum. Das ging schief. Aber auch nach der Umstellung auf die 6:0-Variante mit den Innenblockern Finn Lemke und Arnar Freyr Arnarsson klafften noch Lücken.

Bekam viel Spielzeit: Melsungens Ole Pregler.

Dass die Löwen aus den vorangegangenen fünf Partien lediglich einen Punkt geholt hatten – es war ihnen nicht anzumerken. Zudem war Späth ein guter Rückhalt. Er nahm nicht nur Julius Kühn, der früh durch Youngster Ole Pregler ersetzt wurde, zwei Würfe weg, sondern entschärfte auch einen Siebenmeter von Tobias Reichmann (17.). Bei Gegenüber Nebojsa Simic wechselten indes Licht und Schatten.

In der 25. Minute lagen die Gastgeber nach einem Treffer des wiedergenesenen und treffsicheren Uwe Gensheimer mit 13:6 vorn. Erst gegen Ende hatte Melsungen ein paar mehrere gute Szenen – durch Kai Häfner, Lemke, der ein Zusammenspiel mit Pregler erfolgreich abschloss (29.), sowie Yves Kunkel.

Die zweite Hälfte: Das 10:15 zur Pause ließ der MT die Möglichkeit, noch am Spiel teilzunehmen. So weit die Theorie. In der Praxis sah es so aus, dass die Melsunger alles vermissen ließen, was man von einer ambitionierten Mannschaft erwarten kann. Der Rückstand der Gäste wuchs auf 10:19 an. ZEHN ZU NEUNZEHN! Einfach blamabel.

Gudmundsson reagierte mit einer Auszeit (40.). Der Satz, mit dem er dabei seine Spieler empfing: „Was soll die Scheiße?“ Mehr brauchte es auch nicht. Allerdings muss sich der Isländer auch die Frage gefallen lassen, wie es überhaupt soweit kommen konnte. Es drängte sich erneut der Eindruck auf, dass ihm die Mannschaft nicht mehr bedingungslos folgt.

In der 48. Minute stellte Löwen-Spielmacher Andy Schmid auf 26:16. Wenn die Heimmannschaft vor 250 Zuschauern ernst gemacht hätte, wäre es wohl noch deutlicher geworden. So aber erreichten es der eingewechselte Schlussmann Silvio Heinevetter sowie Häfner und Reichmann, dass der Abstand bei weniger als zehn Treffern blieb. Heinevetter steckte dabei einen Wurf von Groetzki-Ersatz Kaspar Veigel an den Kopf des Torhüters weg.

Das Fazit: Sky-Kommentator Florian Schmidt-Sommerfeldt bilanzierte nach der Niederlage: „Die MT muss jetzt die Wunden lecken und dann vieles besser machen.“ Allerdings schwindet die Hoffnung auf eine rasche Besserung. Es war einmal mehr offenkundig: Das Verhältnis zwischen der Melsunger Mannschaft und ihrem Trainer ist zurzeit nicht das beste. Es bleibt abzuwarten, wie die Aufsichtsratsvorsitzende Barbara Braun-Lüdicke und Manager Axel Geerken nun mit diesem Debakel umgehen werden. Personelle Konsequenzen? (Björn Mahr)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.