Letztes Heimspiel der Saison

1000 Fans sehen 32:35 der MT gegen Berlin

Endlich wieder vor Fans: Melsungens Kai Häfner (Mitte) sucht gegen die Berliner Abwehr um (von links) Paul Drux, Jakov Gojun und Mijajlo Marsenic die Lücke. Links steht Felix Danner.
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Endlich wieder vor Fans: Melsungens Kai Häfner (Mitte) sucht gegen die Berliner Abwehr um (von links) Paul Drux, Jakov Gojun und Mijajlo Marsenic die Lücke. Links steht Felix Danner.

Nach acht Monaten ohne Fans war es gestern Abend soweit: 1000 Zuschauer saßen auf den Rängen, so viele wie es laut Vorgaben der Behörden sein durften. Trotz lautstarker Unterstützung unterlag Handball-Bundesligist MT Melsungen den Füchsen Berlin 32:35 (15:16).

Für Brisanz hatte vor dem Duell Bob Hanning gesorgt. Der Geschäftsführer der Füchse und DHB-Vizepräsident hatte eine verbale Attacke gegen die MT und ihre Nationalspieler losgelassen. Na klar, das war eine zusätzliche Motivationsspritze für die Gastgeber. Vor allem die Melsunger Nationalspieler setzten unter den Augen von Bundestrainer Alfred Gislason zu Beginn die Akzente: Bei der 11:8-Führung (19. Minute) gingen neun Tore auf das Konto von Tobias Reichmann (4), Julius Kühn (3) und Kai Häfner (2). Hinzu kamen vier Paraden des gegen seinen Ex-Klub zu Beginn gut aufgelegten Torhüters Silvio Heinevetter.

Die Melsunger, bei denen wieder Ole Pregler für Domagoj Pavlovic (Knieprobleme) als Spielmacher begann, spielten zu Beginn wie entfesselt. Angetrieben von den Fans. Co-Trainer Arjan Haenen, der erneut den wegen einer ernsten Familienangelegenheit fehlenden Coach Gudmundur Gudmundsson als Chef auf der Bank vertrat, konnte zufrieden sein.

Nach einem Foul von Danner kochten dann die Emotionen hoch. Es gab eine Rudelbildung. Neben Danner musste auch Mijajlo Marsenic, der der Auslöser für die Aufregung war, für zwei Minuten vom Feld.

Und auf einmal stand es nach einem Zwischenspurt der Gäste 11:11 (22.). Die Berliner deckten mit ihrer 6:0-Deckung nun offensiver. Füchse-Torhüter Dejan Milosavljev kam besser in die Partie. Und im Angriff machten die Füchse viel Tempo – die MT hatte nicht mehr den Zugriff wie in der Anfangsphase.

Kurz vor der Halbzeitpause gab es dann zwei Nackenschläge für die MT: Erst musste Kapitän Finn Lemke humpelnd vom Feld. Dann wurde Danner zum Pechvogel des Abends: Bei seinem letzten Heimspiel im MT-Trikot sah er nach einer umstrittenen dritten Zeitstrafe die Rote Karte (29.). Allerdings verließ er unter tosendem Applaus der Fans das Parkett. Das Problem: Nun war der etatmäßige Innenblock der Melsunger nicht mehr dabei. Zudem lagen die Hausherren trotz einer guten ersten Halbzeit 15:16 zurück.

Nach dem Seitenwechsel kam bei der MT Nebojsa Simic für Heinevetter ins Tor – und brachte sich gleich mit zwei Paraden ein. Dennoch drohten die Füchse zunächst davonzuziehen, weil den Melsungern im Angriff das Tempo der ersten Halbzeit fehlte und den Gästen nun vermehrt Tore aus dem Rückraum gelangen.

Aber die Nordhessen fingen sich wieder und waren beim 21:22 durch Kreisläufer Marino Maric dran (44.). Zwar legten die Berliner immer vor, aber die Melsunger spielten nun variabel. Sie trafen mal aus dem Rückraum durch Kühn, Häfner oder Lasse Mikkelsen, mal von Außen durch Reichmann und mal vom Kreis durch Maric. So war in der 52. Minute beim 26:28-Rückstand noch alles drin. Die Melsunger lieferten dem formstärksten Team der Liga, das zuletzt acht Siege in Serie feierte, einen großen Kampf.

In der Schlussphase zermürbten die Gäste aber mit ihren Toren aus dem Rückraum die MT. Die Gastgeber leisteten sich ein, zwei Fehlwürfe zu viel, um es noch einmal spannend zu machen. Mit dem 35:30 durch Hans Lindberg war die Partie entschieden (59.).

Und auch nach dem Schlusspfiff wurde es noch mal emotional: Die langjährigen Spieler Danner und Mikkelsen, der mit fünf Toren in der zweiten Hälfte noch einmal sein Können zeigte, wurden auf dem Spielfeld verabschiedet. Natürlich erneut mit viel Applaus der 1000 MT-Fans. Wie gesagt: Es war ein besonderes Heimspiel.

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