Spielmacher Mikkelsen mit starker Leistung

Trotz starkem Start: MT Melsungen verliert gegen Rhein-Neckar Löwen

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Heiko Grimm, Trainer der MT Melsungen. 

Handball-Bundesligist MT Melsungen hat im Kampf um den fünften Rang keine Bonuspunkte gesammelt. Gegen den Tabellendritten Rhein-Neckar Löwen kassierte das Team eine 23:26 (13:12)-Heimpleite.

Aktualisiert um 18.34 Uhr - Wer es am Sonntag erst nach 13 Spielminuten in die Kasseler Rothenbach-Halle geschafft hatte, der musste vermutlich zweimal auf den Zwischenstand blicken. Denn dort unter dem Hallendach leuchteten die Zahlen acht und drei auf – heißt: Die MT Melsungen führte gegen die Rhein-Neckar Löwen 8:3. Allerdings machte sich nach dem furiosen Start spätestens im Verlauf der zweiten Hälfte Ernüchterung breit beim heimischen Handball-Bundesligisten, der am Ende dem Favoriten aus Mannheim 23:26 (13:12) unterlag. 

Und diese Niederlage ging in Ordnung, wie MT-Trainer Heiko Grimm zugeben musste. Trotz des tollen Beginns seiner Mannschaft. Die legte los wie die Feuerwehr. Mit viel Tempo. Mit viel Aggressivität. Und mit einem Lasse Mikkelsen, „der gemacht hat, was er wollte“, wie Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen sagte. Auf jeden Fall hatte der MT-Spielmacher nicht nur wegen seiner fünf Treffer großen Anteil daran, dass die Gastgeber die Partie nach einer knappen Viertelstunde absolut im Griff hatten. „In der ersten Hälfte haben wir es noch geschafft, das Tempo hochzuhalten“, sagte Simon Birkefeldt, der mit seinem Treffer zum 1:0 den Torreigen eingeläutet hatte. Nur leider aus der Sicht der MT-Fans unter den 4300 Zuschauern in der ausverkauften Halle besteht ein Handballspiel nun mal aus zwei Hälften. Wobei der Melsunger Motor bereits nach 20 Minuten ins Stocken geriet. Und das lag vor allem an Trainer-Fuchs Jacobsen. Der setzte seinen glücklosen Superstar Andy Schmid auf die Bank, er stellte um auf eine 5:1-Deckung, und der in die Spitze beorderte Filip Taleski machte Mikkelsen die Spielsteuerung richtig schwer. Das zeigte Wirkung. 

In den ersten 15 Minuten gelangen den Melsungern neun Treffer, im zweiten Teil des ersten Durchgangs nur noch vier. „Die haben das taktisch richtig gut gemacht, und wir haben nach und nach abgebaut“, sagte MT-Kreisläufer Felix Danner und ergänzte: „Erst haben wir Steffen Fäth und später Vladan Lipovina nicht in den Griff bekommen.“ So kamen die Mannheimer auch dank der beiden Rückraum-Asse nicht nur bis zur Pause heran, sondern setzten sich nach Wiederanpfiff mehr und mehr ab. Nach einem Doppelschlag von Lipovina führten die Gäste 19:16 (40.). In der Offensive brachten die Melsunger in dieser Phase nicht mehr viel zustande. 

„In der zweiten Hälfte sind wir an der Deckung der Löwen gescheitert“, sagte Grimm. Er ärgerte sich, dass seine Spieler während der ersten Hälfte plötzlich in Hektik geraten waren, statt auf die eigenen Stärken zu vertrauen. Doch vom Geist der ersten Minuten blieb nicht viel übrig. Wenn die Chance bestand, noch mal in die Partie zu kommen – etwa nach einer Parade des eingewechselten Johan Sjöstrand, „dann leisten wir uns technische Fehler, schließen überhastet ab oder treffen nur den Pfosten“, fasste Grimm das Dilemma zusammen. Kurzum: Die MT und ihr Trainer fanden kein Rezept gegen die nun souverän auftretenden Löwen. Vor allem von den Halbpositionen hätten mehr Impulse kommen müssen, nachdem Mikkelsen abgemeldet war. So aber entstand nie der Eindruck, dass da noch etwas gehen könnte für die MT – und dieses Gefühl übertrug sich offenbar auf die Ränge, auf denen es fast schon erschreckend ruhig zuging. Und spätestens nach Jannik Kohlbachers Treffer zum 20:26 aus MT-Sicht (55.) war dem Melsunger Anhang die Lust auf Party verdorben. Auch unter den Fans herrschte Ernüchterung.

MT unterliegt den Rhein-Neckar Löwen 23:26

Sport Lokal Handball BundesligaMT Melsungen - Rhein Neckar LöwenDomagoj PavlovicFoto: Schachtschneider
 © Dieter Schachtschneider
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