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MT Melsungen verliert Hessenderby in Wetzlar 28:31

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Von: Björn Mahr

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Es ging hart zur Sache: Melsungens Elvar Örn Jonsson (MItte) wird hier von Adam Nyfjäll (links) und Felix Danner unfair gestoppt. Dafür kassierte Nyfjäll die Rote Karte.
Es ging hart zur Sache: Melsungens Elvar Örn Jonsson (MItte) wird hier von Adam Nyfjäll (links) und Felix Danner unfair gestoppt. Dafür kassierte Nyfjäll die Rote Karte. © Imago Images/Oliver Vogler

Nun auch noch das Hessenderby verloren: Eine Woche nach der knappen Niederlage beim HSV Hamburg musste sich Handball-Bundesligist MT Melsungen vor 840 Zuschauern der gastgebenden HSG Wetzlar 28:31 (15:16) geschlagen geben.

Erneut war für die MT mehr möglich – aber in der entscheidenden Phase wollten die Mittelhessen den Sieg noch etwas mehr.

„Wir haben alles reingelegt. Es entscheiden Kleinigkeiten. Wir haben wieder zu viel falsch gemacht“, resümierte MT-Kapitän Kai Häfner nach der Schlusssirene im Interview bei Sky ernüchtert. Ein Schwachpunkt: der linke Rückraum. Dazu aber später mehr.

Melsungens Trainer Roberto Garcia Parrondo hatte sich dazu entschieden, mit Nebojsa Simic im Tor zu beginnen. Der Montenegriner gab seinem Team direkt den nötigen Rückhalt. Seine Vorderleute fanden aber nicht zur nötigen Kompaktheit. Immer wieder schafften es die Gastgeber, sich gute Wurfpositionen zu erarbeiten. Bezeichnend, dass der Ex-Melsunger Felix Danner in der vierten Minute zum 3:3 traf.

Für die erste Zwei-Tore-Führung der Nordhessen sorgten Yves Kunkel und Kapitän Kai Häfner (6:4, 7.). Doch die Wetzlarer sind bekannt dafür, dass sie sich von Rückständen nicht aus dem Konzept bringen lassen. In der 16. Minute lagen sie dann nach einem Tor von Olle Forsell Schefvert auch 9:8 vorn. Dass die HSG auf den verletzten Mittelmann Magnus Frederiksen verzichten musste, machte sich kaum bemerkbar.

Trotz der einen oder anderen Glanztat von Simic geriet die MT durch Adam Nyfjäll mit 9:11 ins Hintertreffen. Was auch damit zusammenhing, dass die Gäste wiederholt in Unterzahl agieren mussten. Kreisläufer Arnar Freyr Arnarsson kassierte in der 25. Minute bereits seine zweite Zwei-Minuten-Strafe.

Immerhin: Die Melsunger blieben bis zur Pause auf Schlagdistanz. Weil Häfner auf Zuspiel von Timo Kastening von der ungewohnten Rechtsaußen-Position erfolgreich war (14:15, 27.). Und weil Elvar Örn Jonsson auf 15:16 verkürzte (29.). Enttäuschend aus MT-Sicht: Weder Julius Kühn noch Andre Gomes setzten im ersten Abschnitt aus dem linken Rückraum wirklich Akzente. Wenn Parrondos Mannschaft noch mehr wollte, dann musste von der Königsposition mehr kommen.

Und Kühn gelang auch das 16:17 (32.). Melsungen ging sogar in Führung. Durch Kastening und Alexander Petersson (18:17). In Überzahl, nachdem Nyfjäll die Rote Karte gesehen hatte (33.). Der Schwede hatte Jonsson unsanft gestoppt.

Allerdings blieb es das enge Spiel, was es schon in Durchgang eins war. Die Hausherren waren in der einen oder anderen Situation einen Tick cleverer. Weswegen sie durch Stefan Cavor und Rubin wieder die Führung übernahmen. Auch Danner setzte gegen die alten Kollegen etliche Akzente. Trotz der überzeugenden Vorstellung Simics.

Es deutete sich für die Nordhessen eine ähnlich spannende Schlussphase wie vor einer Woche in Hamburg an, als sie unnötigerweise 25:26 gegen den HSV verloren. Nun war die Frage, ob sie dazu gelernt haben. Die klare Antwort: Nein. Was sich vor allem in der 57. Minute zeigte. Da scheiterte Häfner mit einem Dreher an dem für Till Klimpke eingewechselten Schlussmann Anadin Suljakovic, und Forsell Schefvert traf ins leere Tor. Die Melsunger hatten im zweiten Abschnitt immer wieder anstelle des Torwarts mit einem siebten Feldspieler operiert. Mit dem 29:27 von Rubin war die Begegnung praktisch entschieden.

Am Donnerstag steht für die MT bereits das nächste Auswärtsspiel auf dem Programm. Dann wartet in Balingen die nächste knifflige Aufgabe. (Björn Mahr)

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