MT-Handballer halten beim 24:27 lange mit Spitzenreiter Magdeburg mit

Für eine Überraschung fehlt nicht viel

Harter Kampf: Die Melsunger Elvar Örn Jonsson (von links), Arnar Freyr Arnarsson und Julius Kühn versuchen ein Anspiel des Magdeburgers Markos Bezjak (rechts) an Kreisläufer Magnus Gullerud zu verhindern. Rechts im Hintergrund: MT-Profi Michael Allendorf.
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Harter Kampf: Die Melsunger Elvar Örn Jonsson (von links), Arnar Freyr Arnarsson und Julius Kühn versuchen ein Anspiel des Magdeburgers Markos Bezjak (rechts) an Kreisläufer Magnus Gullerud zu verhindern. Rechts im Hintergrund: MT-Profi Michael Allendorf.

Knapp war’s. Knapper, als wohl viele im Vorfeld gedacht hätten. Es fehlte tatsächlich nicht viel – und Roberto Garcia Parrondo hätte zu seinem Einstand als Trainer des Handball-Bundesligisten MT Melsungen eine dicke Überraschung geschafft.

Unter dem Strich stand vor 2796 Zuschauern in Kassel eine 24:27 (11:15)-Niederlage gegen den verlustpunktfreien Spitzenreiter SC Magdeburg.

In diesen Tagen gehört ein Spiel gegen Magdeburg sicher zu den undankbarsten Aufgaben in der Bundesliga. Im Fall der MT gestaltete sich die Aufgabe am Donnerstagabend noch einmal schwieriger. Neben dem verletzten Finn Lemke fiel kurzfristig auch noch Kapitän Kai Häfner wegen Erkältung aus. Der neue Coach Parrondo machte aus der Not eine Tugend und nahm mit David Kuntscher und Rohat Sahin zwei MT-Talente mit in den Kader.

Für Häfner rückte Alexander Petersson in die Startformation, zu der außerdem noch Elvar Örn Jonsson, Arnar Freyr Arnarsson, Julius Kühn, Michael Allendorf, Timo Kastening und Torwart Silvio Heinevetter gehörten. Zwar warfen die Nordhessen durch Kühn das erste Tor, dann bewies aber recht schnell der Favorit aus Sachsen-Anhalt seine Klasse – insbesondere im Gegenstoßspiel. Jeden Fehler im Angriff der Gastgeber bestrafte der Tabellenführer prompt mit Abschlüssen aus erster und zweiter Welle. So geriet die MT bis auf 4:8 in Rückstand.

Nach zehn Minuten zog Parrondo sein Team für seine erste Auszeit als Melsunger Chefcoach zusammen. Danach fand die Heimmannschaft noch besser ins Spiel: Petersson, Kastening und Kühn verkürzten auf 7:8 (14.). Heinevetter gab mit einigen Paraden den nötigen Rückhalt. Spektakulär, wie er drei Siebenmeter in Folge von Omar Ingi Magnusson (2) und Kay Smits entschärfte. Das mögliche Ausgleichstor fiel aber nicht. Weil Gäste-Torwart Mike Jensen nach seiner Einwechselung einige Chancen zunichte machte. Aber auch weil die Hintermannschaft der Magdeburger glänzend verteidigte. Die ersten Bundesligatore von MT-Neuzugang Andre Gomes konnte der SCM aber nicht verhindern: 9:13 und 11:15.

Der Melsunger Auftritt in Halbzeit eins gab Anlass zur Hoffnung, dass die MT auch nach der Pause dem Top-Team einiges entgegensetzen kann. Und die MT fand auch immer wieder Lösungen. Von der Verkrampfung, die bei Parrondos Vorgänger Gudmundur Gudmundsson immer wieder auftrat, war nur wenig zu sehen. Und: Gomes deutete schon sehr oft an, wie wertvoll er noch für die Nordhessen werden kann.

Mitte des zweiten Durchgangs war beim Stand von 17:20 noch alles möglich. Vielleicht wäre noch mehr möglich gewesen, aber die Unparteiischen machten in einigen Situationen keine glückliche Figur – vor allem sehr oft entschieden sie zum Nachteil der Gastgeber. Was sich speziell in der Siebenmeter-Bilanz widerspiegelte.

Davon ließen sich die Melsunger aber nicht entmutigen. Sie kämpften unvermindert weiter um ihre Chance. Wozu auch gehaltene Strafwürfe von Nebojsa Simic gehörten (45.). Den Rückraum bildeten in der Schlussphase drei Rechtshänder. Tobias Reichmann brachte als Ersatz für Kastening seine ganze Erfahrung auf Rechtsaußen ein. Der Nationalspieler war es auch, der den Anschlusstreffer zum 22:23 markierte (55.). Die Rothenbach-Halle glich längst einem Tollhaus. Eine Überraschung war im Bereich des Möglichen. Erst nach dem 26:23 von Magnusson (59.) war praktisch eine Entscheidung gefallen.

Zumindest verabschiedeten die Fans das MT-Team und Trainer Parrondo mit kräftigem Beifall in die Kabine. Bereits am Sonntag müssen die Nordhessen in Hannover ran.

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