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17 Simic-Paraden und ein 28:28: MT Melsungen verpasst Sieg beim TBV Lemgo Lippe

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Von: Björn Mahr

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Der MT-Schlussmann und sein Torwarttrainer: (von links) Nebojsa Simic und Carsten Lichtlein.
Der MT-Schlussmann und sein Torwarttrainer: (von links) Nebojsa Simic und Carsten Lichtlein. © Alibek Käsler

Handball-Bundesligist MT Melsungen muss sich beim TBV Lemgo Lippe mit einem Remis zufriedengeben. Wir blicken auf die Partie zurück. Dabei geht es auch um Youngster Julian Fuchs.

Kassel - Er muss immer noch viele Hände schütteln, wenn er nach Lemgo kommt: Carsten Lichtlein. Acht Jahre stand er beim TBV zwischen den Bundesliga-Pfosten, feierte mit den Lippern nationale und internationale Erfolge. „Ich habe dort viele Freunde gefunden“, sagt der mittlerweile 41-Jährige rückblickend. Auch wenn er schon seit 2013 nicht mehr in Lemgoer Diensten steht, so ist der Ex-Handball-Torwart doch nach wie vor ein gern gesehener Gast in der Phoenix-Contact-Arena, die zu seiner TBV-Zeit noch Lipperlandhalle hieß.

Am Samstagabend, kurz nach 22 Uhr, durfte er auch ein paar Glückwünsche entgegennehmen. Zwar reichte es für den Torwarttrainer und die MT Melsungen beim 28:28 (12:12) nur zu einem Punkt, einer seiner Schlussleute bot aber eine fantastische Leistung. Nebojsa Simic, der Handball-Vulkan aus Montenegro, wehrte 17 Bälle ab. „Simo hat super gehalten“, lobte Lichtlein, „er hat das Torwart-Duell gewonnen.“ Allerdings verdiente sich auch Simics Gegenüber Urh Kastelic bei 13 Paraden Bestnoten.

Der Spielausgang war praktisch bis zur letzten Sekunde offen. „Es war ein Hin und Her“, fasste Lichtlein seine Eindrücke zusammen. Melsungen fand gut in die Partie – 7:4 hieß es nach einer Viertelstunde nach einem Doppelschlag von Dimitri Ignatow, der ein herrliches Anspiel von Ivan Martinovic nutzte, und Andre Gomes. Doch die Gastgeber hatten mit ihrer guten Deckung immer wieder eine Antwort parat. „Wir haben es im Zusammenspiel mit Urh Kastelic geschafft, die MT vor Probleme zu stellen“, sagte TBV-Coach Florian Kehrmann zufrieden. Allerdings mussten die Lemgoer ihrerseits auch hart für jedes Tor arbeiten, weil die Melsunger Abwehr mit Simic viel Betrieb machte.

Die wichtigen Akzente bei den Gästen setzte Martinovic im rechten Rückraum. Er warf das erste und das letzte Tor in Halbzeit eins und eröffnete mit dem 13:12 den zweiten Durchgang. Dass er in der 40. Minute per Siebenmeter an Kastelic scheiterte, konnte den positiven Eindruck nicht trüben.

„Wir hatten das Spiel weitgehend im Griff“, befand Lichtlein. Nachdem die Lemgoer aus einem 13:16 ein 18:17 gemacht hatten, konterten die Nordhessen mit drei Treffern durch den erneut starken David Mandic (41.), Julian Fuchs und Rogerio Moraes (44.). „Es war ein hartes Spiel“, erklärte MT-Coach Roberto Garcia Parrondo, „in den letzten zehn Minuten hatten wir nicht das nötige Glück.“ Der Spanier spielte darauf an, dass einige Abschlüsse nicht zum möglichen Erfolg führten und sein Team einige Unterzahl-Situationen zu überstehen hatten. Erst musste Kapitän Kai Häfner vom Feld, wenig später erwischte es kurz hintereinander die beiden Regisseure Aidenas Malasinskas und Agustin Casado. Trotz der Dezimierungen blieb die MT im Spiel.

In der letzten Minute hielt zunächst der TBV alle Trümpfe in der Hand. Beim Stand von 28:28 hatten die Lipper Ballbesitz. Doch Nils Versteijnen scheiterte an Simic. Nun durfte die MT noch einmal hoffen. Einen Wurf von Martinovic blockte Jan Brosch ab. Sekunden später bekam der Kroate eine zweite Chance – sein Ball schlug aber erst nach der Schlusssirene ein.

So endete die Begegnung wie das Duell vor fast genau einem Jahr: Zum Auftakt der Serie 2021/22 hatten die Melsunger damals noch unter ihrem Ex-Trainer Gudmundur Gudmundsson 26:26 in Lemgo gespielt – und danach auch etwas mit dem Schicksal gehadert.

Die MT hat nun eine Woche Zeit, um sich auf das Heimspiel am kommenden Sonntag ab 16.05 Uhr in der Rothenbach-Halle gegen die TSV Hannover-Burgdorf einzustimmen. Dann kommt es wieder auf die Schlussleute an. Was Simic und Adam Morawski für die Melsunger sind, sind Dario Quenstedt und Domenico Ebner für die TSV: „Hannover hat genauso wie wir Top-Torhüter“, betont Lichtlein, der mit den Leistungen seiner Keeper bisher zufrieden ist: „Das passt bislang in dieser Saison.“ (Björn Mahr)

Im Fokus: Julian Fuchs

Genauso wie an den ersten beiden Spieltagen wurde der 21-Jährige auch bei der Partie der MT gegen den TBV Lemgo Lippe (28:28) im Verlauf der zweiten Halbzeit eingewechselt. Gelang es dem Rechtsaußen am Donnerstagabend gegen den HSV Hamburg (30:27), ein wichtiges Tor zu erzielen, so war er im Lipperland sogar zweimal erfolgreich – zum 19:18 (42.) und zum 22:21 (46.). Eine dritte Chance ließ er in der Schlussphase ungenutzt.

Die Nummer 46 ist im Anflug: Melsungens Julian Fuchs (hier vor Lemgos Gedeon Guardiola).
Die Nummer 46 ist im Anflug: Melsungens Julian Fuchs (hier vor Lemgos Gedeon Guardiola). © Alibek Käsler

Dennoch bewies er sein großes Talent. „Letztes Jahr war ich noch ein bisschen aufgeregter. Aber jetzt sind es ganz normale Spiele“, sagt der aus Korbach stammende Fuchs. „Die Partie war ein Auf und Ab. Unsere Abwehr stand ganz ordentlich. Wir hätten ein, zwei Möglichkeiten besser nutzen können, ich auch.“

Da die Nordhessen noch einige Monate auf Nationalspieler Timo Kastening (Reha) verzichten müssen, wird „Fuchsi“, wie ihn seine Freunde und Kollegen rufen, noch einige Gelegenheiten bekommen, Gefahr auf der rechten Außenbahn zu verströmen. Zusammen mit dem etwas erfahreneren Dimitri Ignatow, der nach seiner Rückkehr vom Zweitligisten Tusem Essen auch seine Qualitäten unter Beweis stellt. „Wir sprechen viel miteinander. Dimi ist auch ein lustiger Typ“, betont Fuchs. (Björn Mahr)

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