Anwurf in der Rothenbach-Halle heute um 20.30 Uhr

Das Ziel der MT Melsungen für das Geisterspiel gegen Minden: Noch enger zusammenstehen

Es geht nur mit der nötigen Aggressivität: Marino Maric (Mitte, hier gegen Wetzlars Anton Lindskog) und Finn Lemke (rechts) stehen mit dem MT-Team vor einer schwierigen Aufgabe.
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Es geht nur mit der nötigen Aggressivität: Marino Maric (Mitte, hier gegen Wetzlars Anton Lindskog) und Finn Lemke (rechts) stehen mit dem MT-Team vor einer schwierigen Aufgabe.

In der Handball-Bundesliga steht für die MT Melsungen das zweite Saison-Heimspiel auf dem Plan. Heute ab 20.30 Uhr gibt es ein Geisterspiel gegen GWD Minden.

Kassel – Der Mittwoch war für Marino Maric nicht nur wettermäßig ein sehr wechselhafter Tag. Zunächst erhielt der Kreisläufer des Handball-Bundesligisten MT Melsungen die gute Nachricht, dass er und sein Vereinskollege Domagoj Pavlovic von Lino Cervar für die nächsten Länderspiele der kroatischen Nationalmannschaft Anfang November nominiert wurden. „Das schöne Gefühl nach EM-Silber im Januar hält immer noch an“, sagt Maric.

Dann erreichte ihn und seine Melsunger Mannschaftskameraden die Information, dass das nächste Heimspiel heute ab 20.30 Uhr in der Rothenbach-Halle gegen GWD Minden wegen der gestiegenen Corona-Fallzahlen in Kassel ohne Zuschauer ausgetragen werden muss. Ein Geisterspiel also. „Das ist sehr schade“, erklärt der 30-Jährige, „aber wir müssen diese Entscheidung so respektieren.“ Gerade nach der 21:31-Pleite zuletzt beim HC Erlangen hätte das MT-Team nun lautstarke Unterstützung gut gebrauchen können.

„Wenn du in dieser Saison schon mal vor Publikum gespielt hast und jetzt ohne Fans auskommen musst, dann ist das ernüchternd“, stellt Kapitän Finn Lemke fest. „Das trübt die Stimmung.“ Beim 27:21-Heimsieg gegen Lemgo in der Vorwoche hatten 1586 Besucher so viel Lärm gemacht, als wenn mehr als doppelt so viele Anhänger dort gewesen wären.

„Zuschauer sind für die Spannung und die Motivation ganz wichtig. Sie können helfen, dass die Mannschaft zu Hause ein paar Prozente mehr aus sich herausholt“, betont MT-Coach Gudmundur Gudmundsson. Jetzt appelliert der Isländer an die Einstellung seines Teams: „Wir müssen noch enger zusammenstehen.“ Es gilt schließlich, den schlechten Eindruck vom vergangenen Wochenende sofort zu korrigieren.

Erster Ansatzpunkt in den Trainingseinheiten: die Angriffsleistung. Mit zwölf kapitalen Fehlpässen und Fehlwürfen hatten die Nordhessen die Franken förmlich zum Kontern eingeladen und damit die Partie nach ordentlichem Beginn aus der Hand gegeben. Ballverluste in dieser Größenordnung könnten gegen Minden schlimme Folgen haben. Wer Christian Zeitz kennt, der weiß, dass der Weltmeister von 2007 und GWD-Neuzugang ständig auf missglückte Anspiele beim Gegner lauert. Immerhin: Lasse Mikkelsen ist wieder einsatzbereit und kann sich mit Pavlovic zusammen im Angriffszentrum die Arbeit teilen.

Der Melsunger 6:0-Deckung war in der Nürnberger Arena nur bedingt ein Vorwurf zu machen. „Es gab ein paar individuelle Fehler, aber nichts Gravierendes, die Schwächen kann man ganz gut abstellen“, sagt Abwehrchef Lemke. In der Hoffnung, dass heute im vierten Punktspiel der dritte Sieg folgt. Ansonsten hätte die MT schon früh mehr Druck, als ihr lieb sein kann.

„Wir stecken mitten in einem Prozess. Dennoch bleibt das Gefühl, dass hier und da mehr möglich sein sollte“, räumt Manager Axel Geerken ein. Einen gebrauchten Tag – wie ihn die Melsunger in Nürnberg erlebt haben – hatten auch schon andere ambitionierte Klubs in der noch jungen Spielzeit: Kiel in Wetzlar, Berlin gegen Magdeburg und die Rhein-Neckar Löwen am Donnerstag gegen Leipzig. „Ich schaue mir viele Bundesliga-Spiele am Bildschirm an. Deswegen weiß ich: Jeder Gegner ist gefährlich“, erklärt Maric. Nun hofft der Kroate, dass eine wechselhafte Woche ein aus MT-Sicht heiteres Ende hat. (Björn Mahr)

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