Handball-Bundesligist tritt mit Neuzugang Kalarash

MT Melsungen zu Gast in Hamburg: Ein Debüt und ein Wiedersehen

So geht das: Melsungens Neuzugang Gleb Kalarash (links) erhält im Training Anweisungen von seinem Trainer Roberto Garcia Parrondo.
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So geht das: Melsungens Neuzugang Gleb Kalarash (links) erhält im Training Anweisungen von seinem Trainer Roberto Garcia Parrondo.

2158 Tage ist es her, dass Handball-Bundesligist MT Melsungen ein Punktspiel gegen den HSV Hamburg bestritt. Am 2. Dezember 2015 unterlagen die Nordhessen den Hamburgern in eigener Halle 24:31.

Ein paar Wochen später verschwand der damals bereits in wirtschaftlichen Turbulenzen steckende HSV vorerst von der Bundesliga-Landkarte. Seit dieser Saison ist der norddeutsche Klub zurück in der höchsten Klasse – und nun am Sonntag ab 16 Uhr (Sporthalle Hamburg) Gastgeber für die MT. Grund genug, auf die besonderen Geschichten dieses Duells zu schauen.

Der MT-Neuzugang

Seit dieser Woche hat MT-Trainer Roberto Garcia Parrondo mehr Optionen in der Defensive – möglich macht das die kurzfristige Verpflichtung des Russen Gleb Kalarash. „Ich bin von der Mannschaft sehr gut aufgenommen worden“, sagt der 30-Jährige, der bis zum Beginn dieser Woche noch für den Liga-Konkurrenten HBW Balingen-Weilstetten im Einsatz war.

Wie es der Zufall so will, bekommt er es nun mit demselben Kontrahenten zu tun wie am 21. Oktober. Mit Balingen verlor er gegen den HSV 23:28. „Es ist nichts Besonderes, dass ich noch mal gegen den HSV spiele. Besonders ist nur, dass ich jetzt bei einem anderen Klub bin“, betont Kalarash. Dass er seinem Coach ein paar Tipps geben kann, denkt er nicht. „Aber für mich persönlich ist es nicht schlecht, dass ich den Gegner schon ein bisschen kenne.“ Der 2,05-m-Hüne soll die Isländer Arnar Freyr Arnarsson und Elvar Örn Jonsson im Innenblock entlasten.

Das Wiedersehen

Für Parrondo ist es nicht der erste Auftritt in Hamburg. Am 25. April 2009 war er schon mal mit Ciudad Real im Halbfinale der Champions League zu Gast in Norddeutschland – damals noch als Spieler. Ein Wiedersehen wird es mit HSV-Coach Torsten Jansen geben, der damals ebenfalls als Akteur auf dem Feld stand. Parrondo erzielte ein Tor, Jansen für die Hamburger drei Treffer, dennoch siegten die Gäste 30:29. Die Spanier zogen nach dem 33:31-Erfolg im Rückspiel ins Finale ein und gewannen die Königsklasse.

Parrondo sagt über den Gegner vom Sonntag: „Es ist kein normaler Aufsteiger.“ Nach seiner Meinung steht der HSV zurecht soweit oben in der Tabelle. „Der vierte Platz ist die Realität“, sagt der 41-Jährige.

Die Erinnerung

Im Juni spielte die MT zuletzt in Hamburg, kam in der Barclays Arena bis ins Endspiel des DHB-Pokals. Am Sonntag findet die Partie allerdings in der altehrwürdigen Sporthalle Hamburg statt. Und auch an diesen Spielort, besser bekannt als Alsterdorfer Sporthalle, hat die MT Erinnerungen. Im August 2016 bestritten die Nordhessen nach einem Trainingslager in Fleesensee dort ein Testspiel gegen den HSV Hamburg. Den damaligen Drittligisten besiegte Melsungen 37:32. „Es war eines meiner ersten Spiele für die MT“, sagt Arjan Haenen, damals Spieler, heute Co-Trainer. Wie vor fünf Jahren wird auch diesmal Jan Forstbauer bei Hamburg auflaufen, er wechselte damals wenige Wochen zuvor von der MT in die Hansestadt.

Und noch eine schöne Erinnerung haben die Melsunger an die Halle: Der damalige Zweitligist spielte Ende April 1996 in dieser im Halbfinale des deutschen Pokals, das Vierer-Turnier wurde damals dort ausgetragen, gegen Tusem Essen. Der krasse Außenseiter musste sich nur knapp mit 17:22 dem Bundesligisten geschlagen geben.

Der Gegner

Zu seinen besten Zeiten war der HSV mit Stars gespickt. Jetzt hat das Team zwar mit Rückkehrer Johannes Bitter einen Weltklasse-Torwart unter Vertrag genommen, die Hamburger präsentieren sich aber als funktionierende Einheit.

„Der HSV hat einen super Mix, das ist ein sehr gefährlicher Gegner“, warnt MT-Rechtsaußen Timo Kastening. Und Melsungens Kapitän Kai Häfner ergänzt: „Manuel Späth tut der Mannschaft sehr gut.“ Der Kreisläufer, der die meiste Zeit seiner Karriere bei Frisch Auf Göppingen verbracht hat, kam im Sommer vom FC Porto zum HSV. Für Späth gibt es ein Wiedersehen mit dem portugiesischen MT-Profi Andre Gomes. Zu den namhaften Neuverpflichtungen der Hamburger zählt auch Casper Mortensen. Der dänische Linksaußen, der einst mit Kastening in Hannover die Flügelzange bildete, zeigte seine Klasse in den vergangenen Jahren beim FC Barcelona. (Manuel Kopp und Björn Mahr)

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