Zwischenbilanz in der WM-Pause

Alles außer langweilig: MT Melsungen nach holprigem Start auf Rang sechs

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Einer spricht, alle hören zu: Trainer Heiko Grimm (Mitte) mit den Spielern (von links) Lasse Mikkelsen, Simon Birkefeldt, Marino Maric, Dimitri Ignatow (verdeckt), Domagoj Pavlovic und Finn Lemke.

19 der 34 Spiele sind absolviert – und Handball-Bundesligist MT Melsungen steht mit 24:14 Punkten auf dem sechsten Tabellenrang. Eine Zwischenbilanz.

„Es war ein ereignisreiches Jahr, das war mir aber bis vor ein paar Tagen selbst nicht so bewusst“, erklärt Trainer Heiko Grimm. Erst als er mit Manager Axel Geerken zurückschaute, kam er zu dieser Erkenntnis. Im April trennte sich der Klub vom langjährigen Trainer Michael Roth, im Juli wurde die Erkrankung der Mäzenin Barbara Braun-Lüdicke öffentlich gemacht – und dann gab es einen sehr holprigen Saisonstart und viele verletzte Spieler.

Zurzeit macht die Bundesliga wegen der Weltmeisterschaft Pause. Wir blicken auf dieser Seite auf das bisherige Abschneiden der MT in der Spielzeit 2018/19 zurück.

Lasse Mikkelsen, der Taktgeber

MT-Trainer Heiko Grimm ging mit diesem Konzept in die Saison: die Last auf viele Schultern verteilen. Auf einer Position musste der Coach seinen Plan wegen des mäßigen Starts ändern. Im Oktober übertrug er dem Dänen Lasse Mikkelsen die alleinige Verantwortung für die Spielsteuerung – und der erfahrene Mittelmann füllte diese Rolle mit viel Leben aus. Taktgeber Mikkelsen war der MT-Spieler der Hinrunde.

Der Regisseur: Lasse Mikkelsen.

 

„Ein sensationeller Typ“, sagt Grimm über den blonden Schlaks, „Lasse hat selbst in Stress-Situationen immer ein offenes Ohr.“ Mikkelsen setzte nicht nur seine Nebenleute in Szene, sondern glänzte auch mit seinen fast ansatzlosen Schlagwürfen. Der Hochgelobte strich selbst die Teamleistung heraus: „Wir haben uns kämpferisch und spielerisch sehr verbessert.“

Roman Sidorowicz, der Helfer in der Not

Anfang Dezember bestritt der Schweizer Profi Roman Sidorowicz noch ein Spiel für Pfadi Winterthur. Kurz darauf debütierte der Rückraumakteur bereits für die MT – als Helfer in der Not. Durch die vielen Ausfälle hatten sich die Nordhessen für einen Blitztransfer entschieden. „Ich bin froh, dass ich etwas von meiner Stärke zeigen konnte“, sagt nun der 27-Jährige, der durch seine Antrittsschnelligkeit und seine Abschlussstärke besticht. 

Dynamisch: Roman Sidorowicz.

Während einige Kollegen zurzeit im Kurzurlaub weilen, muss Sidorowicz schon wieder ran. Er startet in Winterthur mit der Auswahl der Eidgenossen beim Yellow-Cup. Gegner sind Japan, Tunesien und Portugal. Zwischendurch hockt er über den Büchern. Er holt an einer Fern-Uni das Abitur nach – und in paar Tagen sind die Abschlussprüfungen.

Das Pech: Ohne Sechs am Optimum

Es kam knüppeldick. Erst Michael Müller, dann Julius Kühn, Timm Schneider, Domagoj Pavlovic, Marino Maric und auch noch Michael Allendorf – nicht weniger als sechs Stammspieler fielen verletzt aus. Ein Sextett, das für Topniveau steht. Entsprechend stolz ist Trainer Heiko Grimm darauf, „wie die Mannschaft dennoch aufgetreten ist“. Und: „Platz sechs ist angesichts dieser Misere eine super Leistung.“ 

In der Tat ist der Melsunger Rumpfkader noch enger zusammengerückt. „Wir haben zwar ein, zwei Punkte zu viel liegengelassen, aber als Team haben wir uns nach den Schocks ganz schnell wieder gefunden“, sagt Tobias Reichmann. Als eingeschworene Gemeinschaft habe sich die Truppe präsentiert, erklärt Julius Kühn: „Die Jungs haben das Optimum herausgeholt.“

Die Perspektive: Europa ist nah

Trotz allen Pechs ist die MT Melsungen noch ganz nah dran an den fünf Europapokal-Plätzen. Schon die erste Partie am 10. Februar in Magdeburg ist richtungweisend. Ein Sieg beim heimstarken SCM und damit eine gelungene Revanche für die 23:28-Pleite im Hinspiel kann auch der psychologische Dosenöffner sein für eine noch bessere Rückrunde. 

Natürlich steht und fällt Vieles mit der Rückkehr der Verletzten. Nach Michael Müller wird kurzfristig auch Allendorf zurückerwartet, danach Pavlovic, Schneider, der am 10. Januar wieder ins Training einsteigen soll. Bei Maric wird es wohl April, bei Kühn erst die nächste Saison. Aber: Das Restprogramm der Melsunger hat es in sich. „Und da kann man auch in Göppingen, Erlangen und beim BHC leicht stolpern“, weiß Trainer Grimm.

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Von Björn Mahr und Gerald Schaumburg

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