HSG-Neuzugang trifft auf Lemke

MT in Nordhorn - oder Webers Wiedersehen mit Onkel Finn

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Einst gemeinsam in Magdeburg: Robert Weber (links) und Finn Lemke treffen am Sonntag in Nordhorn aufeinander.

Kassel. Beim Auswärtsspiel des Handball-Bundesligisten MT Melsungen gegen die HSG Nordhorn-Lingen rücken Finn Lemke und sein Ex-Kollege Robert Weber in den Fokus. 

Auf den ersten Blick sind es vor allem die Unterschiede, die ins Auge fallen. Robert Weber ist mit einer Körpergröße von 1,78 m 32 Zentimeter kleiner als Hüne Finn Lemke. Weber hat seinen linken Wurfarm fast komplett tätowiert, bei Lemke sind nur die Trikots bunt. Der österreichische Profi wirbelt bei der HSG Nordhorn-Lingen auf Rechtsaußen, der 2,10-m-Mann deckt im Abwehrzentrum der MT Melsungen und fühlt sich zudem im Rückraum wohl.

Doch Weber und Lemke verbindet einiges. Wenn sie am Sonntag ab 16 Uhr im Nordhorner Euregium mit ihren Teams aufeinandertreffen, dann kommt es zu einem Wiedersehen zweier guter Freunde. Als sie einst zusammen an der Erfolgsgeschichte des SC Magdeburg mitschrieben, ging ihre Beziehung über das rein Sportliche deutlich hinaus.

„Wir haben im Mannschaftsbus weit hinten gesessen. Und da wir beide gern erzählen, haben wir uns rasch angefreundet“, sagt Lemke. Weber kann sich ein besonderes Erlebnis erinnern: „Wir mussten von Stuttgart zum Europapokalspiel nach Dänemark. Und da Finn und ich Fans des nordamerikanischen Basketballs sind, haben wir während der ganzen Fahrt auf der Playstation NBA gezockt.“ Wer dies liest, dürfte sich dann auch nicht wundern, dass Lemke für sechs Wochen sogar bei den Webers unterkam. Im Frühling 2017 hatte sich Lemkes Frau Jacqueline bereits in Richtung Kassel verabschiedet. Kurz vor seinem Wechsel zur MT stand der Abwehrstratege in Magdeburg praktisch ohne Wohnung da. Dann schlug ihm Weber vor, so lange bei ihm einzuziehen. Der mittlerweile 33-Jährige lebte mit Frau Lisa und Sohn Lio in einem Haus mit großem Gästebereich. „Robert wusste aber gar nicht, wie lange das sein würde“, erklärt der 27-jährige Lemke schmunzelnd. Aus zwei wurden letztlich sechs Wochen.

Ihrer Freundschaft hat es nicht geschadet. Wenn Webers Rasenmäher-Roboter das Gras kürzte, tranken die Teamkollegen entspannt auf der Terrasse zusammen Kaffee. „Mein Sohn nennt Finn nur Onkel Finn“, berichtet Weber, der danach auch ein Gast auf Lemkes Hochzeit war. „Ich hoffe, ich kann Finn am Samstagabend zeigen, wie ich jetzt mit meiner Familie in Nordhorn lebe.“

Durchaus möglich, denn die Melsunger reisen bereits morgen in die Grafschaft Bentheim. Gesprächsthemen haben sie genug. Zumal sie auch spielerisch mehr Berührungspunkte hatten, als man zunächst denken würde. „Wenn Finn seinen Job in der Abwehrmitte gut gemacht hat, dann war es auch für mich als Außenverteidiger einfacher“, erläutert der Österreicher. Geschätzt hat er den Hünen aber auch für dessen Übersicht: „Beim Tempogegenstoß hat er immer wieder den Nebenmann sehr gut gesehen und eingesetzt.“

Und Weber wird nicht müde, wenn er die Qualitäten des früheren Mitstreiters herausstreichen soll. „Finn ist ein unglaublicher Teamplayer. Er versucht, immer die Mannschaft mitzureißen. Das kann man nicht lernen“, ergänzt der prominenteste Nordhorner Neuzugang.

Andererseits profitierte der deutsche Nationalspieler von der Erfahrung des Österreichers. Weber war bereits sechs Jahre beim SCM, ehe Lemke 2015 nach Sachsen-Anhalt kam. In der Spielzeit 2014/15 war der flinke Außen und Siebenmeterspezialist mit 271 Treffern sogar Bundesliga-Torschützenkönig.

„Robert zeichnet sich durch seine Kaltschnäuzigkeit und Schnelligkeit aus“, sagt Lemke, „vor allem aber hat er ein gewisses Maß an Verrücktheit. Diese Schlitzohrigkeit brauchst du auch, wenn du auf Außen spielst.“

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