„Erfolg der Nationalmannschaft gefährdet“

DHB-Vizepräsident Hanning attackiert die MT Melsungen – jetzt äußert sich Manager Geerken

Angespannte Situation: MT-Manager Axel Geerken (linkes Bild) konterte gestern die scharfe Kritik des DHB-Vorsitzenden und Geschäftsführers der Füchse Berlin, Bob Hanning (rechtes Bild).
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MT-Manager Axel Geerken (rechts) mit Timo Kastening.

DHB-Vizepräsident Bob Hanning hat die MT Melsungen heftig kritisiert. MT-Manager Axel Geerken spricht von einem Offensivfoul auf den Verein und die Spieler.

Kassel - Die MT Melsungen empfängt am Mittwoch (23.06.2021) um 19 Uhr in der Handball-Bundesliga die Füchse Berlin. Beim letzten Heimspiel der MT Melsungen in dieser Saison in der Handball-Bundesliga dürfen 1000 Zuschauer in der Rothenbach-Halle dabei sein. Im Vorfeld der Partie sorgte Bob Hanning für Aufsehen. Mit seiner scharfen Kritik an der MT und deren Nationalspielern ließ der Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB) und Geschäftsführer der Füchse eine so noch nicht da gewesene verbale Attacke los. Der Konter der Melsunger kam gestern prompt: MT-Manager Axel Geerken warf Hanning Populismus vor.

„Ich finde es erschreckend, dass Melsungen viele deutsche Nationalspieler für viel Geld gekauft hat, aber die Mentalität im Verein nicht mitgewachsen ist“, sagte Hanning am Dienstag (22.04.2021) der Deutschen Presse-Agentur und fügte hinzu: „Ich habe die Sorge, dass die Mentalität, die sich in Melsungen etabliert hat, den Erfolg der deutschen Nationalmannschaft gefährden kann.“

Heftige Kritik an der MT Melsungen – „Es hat sich kein Spieler, seit er in Melsungen ist, verbessert“

Der DHB-Vizepräsident hat damit die Olympischen Spiele im Blick. Die MT stellt aktuell sechs Nationalspieler. Silvio Heinevetter, Julius Kühn, Finn Lemke, Kai Häfner, Tobias Reichmann und Timo Kastening machen sich Hoffnungen darauf, für die Sommerspiele nominiert zu werden. Den Kader will Bundestrainer Alfred Gislason am Montag benennen.

DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

Aber Hanning legte noch nach. „Es hat sich kein Spieler, seit er in Melsungen ist, verbessert. Im besten Fall haben sie stagniert“, sagte der 53-Jährige und fügte hinzu: „Ich glaube, dass dort eine unglaubliche Zufriedenheit herrscht und dass man nirgendwo mehr Geld verdienen kann als deutscher Nationalspieler. Und das färbt sich meiner Ansicht nach aufs Spielfeld ab. Die MT hat gefühlt 60 Millionen Euro verbrannt, um dann nicht mal in Europa zu spielen.“ Aber genau dort müssten Nationalspieler seiner Meinung nach spielen.

Geerke kontert Attacke von DHB-Vizepräsident Bob Hanning: „Offensivfoul an Verein und Spielern“

„Diese Art von öffentlicher Negativdarstellung eines Handball-Bundesligisten durch einen hohen DHB-Funktionsträger ist bislang ohne Beispiel“, sagt Geerken. Und weiter: „Er maßt sich als Außenstehender an, die Mentalität eines Vereins und deren vermeintliche Folgen sowie die Entlohnung der Nationalspieler nicht nur zu be-, sondern auch zu verurteilen. Hier wird in höchst populistischer Weise Stimmung gegen unseren Verein und unsere Spieler gemacht.“ Geerken stellt klar, dass jeder Verein das Verhältnis von finanziellem Aufwand und sportlichem Abschneiden im Blick habe. Auf der sportlichen Seite gebe es bei der MT Steigerungsbedarf und die Melsunger würden in dieser Saison nicht das Ergebnis erreichen, was sie sich vorgenommen hätten. „Damit ist keiner bei uns zufrieden, erst recht nicht unsere Nationalspieler“, sagt Geerken.

Aber: „Bob Hannings Äußerungen kommen einem direkten Angriff, einem Offensivfoul, auf unseren Verein und auf unsere Spieler gleich. Das verwundert nicht zuletzt deshalb, weil er gemeinsam mit denselben Spielern in Tokio Gold gewinnen will“, sagt Geerken und verweist so auf die Tatsache, dass Hanning vor einiger Zeit dieses Ziel für Olympia ausgegeben hatte. (Von Manuel Kopp)

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